Gert Hagelweide
deutscher Bibliothekar und Publizistikwissenschaftler
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Gert-Wilhelm Hagelweide (geboren am 4. Februar 1936 in Gutenfeld (Kreis Königsberg); gestorben am 20. März 2025)[1] war ein deutscher Bibliothekar und Publizistikwissenschaftler.
Leben
Der in Ostpreußen geborene Hagelweide floh 1945 mit seinen Eltern in die sowjetische Besatzungszone. Bis 1957 lebte er in der späteren Deutschen Demokratischen Republik (DDR), dann siedelte er in die Bundesrepublik Deutschland über. Er nahm nach dem Abitur 1955 ein Studium der Volkswirtschaftsplanung an der Hochschule für Ökonomie Berlin auf, das angestrebte Journalistik-Studium wurde ihm nicht gestattet. Ab 1957 studierte Hagelweide Publizistik, Neuere Geschichte und Volkskunde an der Universität Münster. 1965 wurde er promoviert. Als Bibliotheksreferendar an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen trat er 1966 in die Ausbildung für den höheren Bibliotheksdienst ein (Fachprüfung 1968 in Hamburg). Von 1968 bis 1971 arbeitete er an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, von 1971 bis 1978 an der Bibliothek der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe (Abt. Bielefeld) und ab 1978 als stellvertretender Leiter der Hochschulbibliothek der Fernuniversität Hagen. 1979 wurde er zum Bibliotheksdirektor „bei Beibehaltung seiner Funktion als stellvertretender Leiter“ ernannt. 1991 schied er krankheitsbedingt aus dem Berufsleben aus.[2]
Hagelweide veröffentlichte unter anderem zahlreiche bibliographische Nachschlagewerke zur deutschsprachigen Presse.
Schriften (Auswahl)
- Das neue Standortverzeichnis wichtiger deutscher Zeitungen. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Bd. 13, 1966, S. 82–94.
- Das publizistische Erscheinungsbild des Menschen im kommunistischen Lied. Eine Untersuchung der Liedpublizistik der KPD (1919–1933) und der SED (1945-1960). Bremen 1968 (Dissertation der Universität Bremen).
- (Hrsg.): Zeitung und Bibliothek. Ein Wegweiser zu Sammlungen und Literatur. Verlag Dokumentation, Pullach 1974, ISBN 3-7940-3054-0.
- Deutsche Zeitungsbestände in Bibliotheken und Archiven (= Bibliographien zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 6). Droste, Düsseldorf 1974.
- Der Mikrofilm in wissenschaftlichen Bibliotheken. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Bd. 22, 1975, S. 12–27.
- (Hrsg.): Mikroformen und Bibliothek. Verlag Dokumentation, München 1977, ISBN 3-7940-3053-2.
- mit Horst von Chmielewski: Bestandsverzeichnis der deutschen Heimatvertriebenenpresse. K. G. Saur, München 1982, ISBN 3-598-10386-7.
- Literatur zur deutschsprachigen Presse. Eine Bibliographie. Von den Anfängen bis 1970. Zwanzig Bände (= Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung. Bd. 35, 1ff.). K. G. Saur, München 1985–2007, ISBN 3-598-21284-4.
- (Hrsg.): Dichter im Exil – Walter Mehring. Eine Untersuchung der Liedpublizistik der KPD (1919–1933) und der SED (1945–1960). Universitätsbibliothek Hagen 1987.
- Quellenkunde zur Pressegeschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark. Bibliographie, Standortnachweis, Archivalien und Literatur (= Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung, Bd. 44). Saur, München 1990, ISBN 3-598-21301-8.
- Dm 11. Erinnerungen. In: Karin Peter, Gabriele Bartelt-Kircher, Anita Schröder (Hrsg.): Zeitungen und andere Drucksachen. Die Bestände des Dortmunder Instituts für Zeitungsforschung als Quelle und Gegenstand der Forschung. Klartext-Verlag, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1015-7, S. 23–27.
- Ostpreussische Presse von den Anfängen bis 1945. Titel, Bestände, Daten, Biographien, Literatur (= Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung, Bd. 68). Zwei Bände. De Gruyter Saur, Berlin 2016. ISBN 978-3-11-041497-4.
Literatur
- Verein Deutscher Bibliothekare (Hrsg.): Jahrbuch der deutschen Bibliotheken. Bd. 51, 1985, S. 421.
- Manfred Pankratz: Gert Hagelweide zum 80. Geburtstag. In: Mitteilungen des Mikrofilmarchivs. Bd. 18, 2016, Nr. 19, S. 9 (Digitalisat).