Gertraud Müller
deutsche Internistin, Psychotherapeutin und Hochschullehrerin
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Gertraud Müller (geboren am 16. Februar 1955 in Fürth, Bayern) ist eine deutsche Ärztin und Psychotherapeutin. Sie war bis zu ihrem Ruhestand Professorin an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN).[1]
Leben
Gertraud Müller legte ihr Abitur am Hildegardis-Gymnasium Kempten ab und studierte im Anschluss Humanmedizin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, wo sie auch promovierte. Die Ausbildung zur Ärztin für Innere Medizin absolvierte sie in der Neurologischen Abteilung des Krankenhauses Rummelsberg, der Klinik Herzoghöhe Bayreuth sowie in der Klinik Hohe Warte in Bayreuth.[1]
Im Jahr 1989 wurde sie zur Professorin für Medizin im Fachbereich Sozialwesen an die Evangelische Fachhochschule in Nürnberg berufen. Sie bildete sich zur Psychotherapeutin und ferner in Katathym Imaginativer Psychotraumatherapie weiter. Ihre Vorlesungen beschäftigten sich u. a. mit Sozialmedizin, Psychoanalyse, Klinischer Psychologie und Psychiatrie. Weitere Interessen und Forschungsgebiete lagen aber auch in der Medizinethik sowie der Traumabewältigung, insbesondere nach Kriegserlebnissen.[1]
Ab 2004 leitete sie das Projekt des Deutschen Akademischen Auslanddienstes (DAAD) „Qualifikation von Sozialpädagogen für die soziale Arbeit mit psychisch kranken und behinderten Menschen“ der EVHN und des Klinikum Nürnbergs. Dieses Vorhaben wurde durch den Stabilitätspakt für Südost-Europa gefördert und hatte verschiedene Partnerschaften in Albanien dem Kosovo, Kroatien, Nordmazedonien und Serbien.[1]
Durch ihren langjährigen Einsatz dort konnten drei internationale wissenschaftliche Konferenzen sowie Summer Schools durchgeführt werden und es entstanden Forschungsarbeiten, die die Lebensqualität psychisch kranker Menschen untersuchten. Inzwischen als Dekanin an der EVHN tätig, erhielt Müller für dieses Engagement im November 2010 den „13th November – the City of Skopje Award“.[2]
Werke (Auswahl)
- Helmut Rießbeck, Gertraud Müller (Hrsg.): Traumakonfrontation - Traumaintegration. Kohlhammer, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-17-035134-9, doi:10.17433/978-3-17-035135-6.
- Gertraud Müller: Zum Umgang mit (kindheits-)traumatisierten Menschen im Alter. Präsentiert bei: 7. SEGA-Fachtagung Demenz: „Vergessene Themen?“ Präsentation/Vortrag. Hrsg.: 7. SEGA-Fachtagung Demenz: „Vergessene Themen?“ Amberg 6. März 2014.
- Gertraud Müller: Auch Kriegskinder werden älter. Von der Relevanz der Kriegskindheit im biographischen Denken und Handeln in der Sozialen Arbeit mit alten Menschen. In: Sozialmedizin. Band 34 (2009), Nr. 7/8, S. 54–57.
- Gertraud Müller, Kneginja Richer: Soziale Arbeit und sozialpsychiatrische Reformen in Makedonien und Albanien: Erfahrungen, Impressionen, Momentaufnahmen. In: Sozialmedizin. Band 32, 1. Januar 2007.
Veröffentlichungen als Rezensentin (Auswahl)
- Suzette Boon, Christoph Trunk (Übersetzer): Die Diagnostik traumabedingter Dissoziation. Rezensiert von Prof. Dr. Getraud Müller. Hrsg.: social.net. 19. September 2025.
- Jens Gräbener: Traumasensible Arbeit in der Psychiatrie. Rezensiert von Prof. Dr. med. Gertraud Müller. Hrsg.: social.net. 13. Februar 2024.
- Christian Fuchs: Der Körper‚ das Trauma und der Affekt. Rezensiert von Prof. Dr. med. Gertraud Müller. social.net, 28. Juni 2022.
- Gabriele Seidel, Nils Schneider, Susanne Möller, Ulla Walter, Marie-Luise Dierks: Patientengerechte Gesundheitsversorgung für Hochbetagte. Anforderungen aus der Sicht älterer und hochaltriger Menschen. Rezensiert von Prof. Dr. med. Gertraud Müller. social.net, 10. Dezember 2013.
- Sabine Morgan: Wenn das Unfassbare geschieht (seelische Traumatisierung). Rezensiert von Prof. Dr. med. Gertraud Müller. social.net, 26. Januar 2008.
Weblinks
- „Traumatische Erfahrungen als Ursache von psychischen bzw. psychosomatischen Störungen“ – Interview mit Prof. Dr. Gertraud Müller und Dr. med. Helmut Rießbeck. 20. Januar 2020, abgerufen am 2. Januar 2026.