Gertrud Rudloff-Hille
deutsche Kunst- und Theaterhistorikerin
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Gertrud Rudloff-Hille (* 5. Januar 1900 in Blasewitz als Gertrud Hille; † 13. Oktober 1983 in Leipzig) war eine deutsche Kunst- und Theaterhistorikerin. Sie wirkte in Folge als Leiterin des Städtischen Museums Zwickau sowie als Direktorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Leben
Gertrud Hille wurde als Tochter des Arztes und späteren Universitätsprofessors in Leipzig Adolf Hille und Valentine Hille, geborene Förster, in Dresden-Blasewitz geboren.[1] Sie besuchte die Schule in Rudolstadt in Thüringen, Eisenach und in Leipzig die 1. Städtische Höhere Mädchenschule mit Studienanstalt, wo sie 1918/19 das Abitur ablegte. Hille studierte 1919 bis 1924 Germanistik, Kunstgeschichte, Archäologie, Anglistik und Theatergeschichte an der Universität Leipzig, wo sie u. a. auch Vorlesungen des Theaterwissenschaftlers und Germanisten Albert Köster hörte. Ihr Studium schloss sie mit einer Dissertation zum Dr. phil. ab. Während des Studiums unternahm sie Reisen in Deutschland und hielt sich mehrfach in der Schweiz auf.
1924 bis 1930 arbeitete sie am Deutschen Theatermuseum München als Assistentin des Direktors Franz Rapp. In dieser Zeit wirkte sie zudem bei der Planung und Organisation der Deutsche Theaterausstellung 1927 in Magdeburg mit. Während ihrer Münchner Zeit absolvierte sie mehrere Studienaufenthalte in Italien.
1931 heiratete sie Otto Rudloff auf einer Studienreise nach Bulgarien und Konstantinopel in Sofia und trug fortan den Doppelnamen Rudloff-Hille. 1932 kehrte sie nach Deutschland zurück und widmete sich der fachwissenschaftlichen Arbeit und hielt Vorträge. 1937 und 1939 wurden die gemeinsamen Kinder Helmut und Hildegard Rudloff geboren. 1935 erhielt sie die Möglichkeit, das Münchner Theatermuseum zu leiten, lehnte dies nach eigener Aussage jedoch aufgrund der politischen Verhältnisse ab.
Ab dem 26. Oktober 1945 leitete Rudloff-Hille das Städtische Museum Zwickau, wo sie u. a. 1947 unter Mitwirkung von Karl-Heinz Schuster eine große Ausstellung Max Pechsteins ausrichtete.[2] Auch wirkte sie als 2. Vorsitzende des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung in Zwickau und war Dozentin an der Volkshochschule. 1951 wechselte sie als Direktorin an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Sie leitete die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der von Wiederaufbau des Zwingers und Rückkehr der Sammlungsbestände geprägten Zeit bis 1960.
Rudloff-Hille widmete sich auch in dieser Zeit der Theatergeschichte, so wurde unter ihrer Ägide die „Abteilung Barocktheater“ als Ausstellung im Dresdener Zwinger 1953/54 eingerichtet. Zudem widmete sie sich der theaterhistorischen Abteilung des Lessingmuseums Kamenz, das in dieser Zeit ihr Ehemann Otto Rudloff leitete.
Weblinks
- Literatur von und über Gertrud Rudloff-Hille im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Corinna Kirschstein: Gertrud Rudloff-Hille. In: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.): Sächsische Biografie.