Wikiwand AI

Gesamtschüler*innenvertretung Bremen

Vertretung der Schüler in Bremen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Gesamtschüler*innenvertretung Bremen, kurz GSV Bremen, ist die Vertretung der Schüler in Bremen[1]. Gemeinsam mit dem Stadtschüler*innenring (SSR) Bremerhaven[2] bildet sie die Landesvertretung der Schüler in Bremen.

Logo der GSV Bremen

Aufgaben

Die GSV Bremen ist als „sachverständige Institution“ ständiger Gast in der Deputation für Bildung in Bremen.[3] Als ständiger Gast hat sie keinen direkten Einfluss auf die Entscheidungsfindung im Sinne eines Stimmrechts, verfügt aber über ein Rederecht. Alle weiteren Aufgaben der GSV Bremen lassen sich lediglich abstrakt in „Vertretung der Schüler in Bremen“ zusammenfassen. Was dies im konkreten Fall bedeutet, welche Projekte die GSV Bremen verfolgt, welche Positionen sie vertritt usw. hängt ausschließlich an der jeweiligen Besetzung des Vorstandes.

Struktur

Die GSV Bremen agiert in erster Linie in Form ihres 13-köpfigen Vorstandes. Der Vorstand hat das Recht, während seiner Periode im Namen der GSV Bremen zu sprechen und öffentlich aufzutreten. Nach der Geschäftsordnung tagt der Vorstand offen, sodass alle Schüler in Bremen teilnahme- und redeberechtigt sind. Die Entscheidungen im Vorstand werden im Regelfall mit einfachem Mehrheitsbeschluss der anwesenden Vorstandsmitglieder gefasst, wobei die Geschäftsordnung dazu weitere Regelungen enthält. Allen interessierten schulisch Lernenden ab dem 5. Schuljahr steht die Möglichkeit offen, sich auf einen Platz im Vorstand zur Wahl zu stellen.[4]

Der Vorstand wird jedes Jahr aufs Neue von den Delegierten der Schülervertretungen der einzelnen Schulen auf der ersten Parlamentssitzung im Schuljahr gewählt. Auf einer zweiten, oft im Anschluss an die Osterferien stattfindenden Parlamentssitzung, wird evtl. nachbesetzt. Auf dieser sind die GSV-Delegierten der einzelnen Schulen nach § 79 BremSchVwG wahlberechtigt. Meistens sind die Parlas in zwei Teile unterteilt, ein Teil für die Arbeitsberichte und alle Beschlüsse und einen interaktiven Part, wo die Delegierten im Frühjahr 2027 bspw. einen Leitfaden in Form von Plakaten und Pitches kreierten, die die Bereiche der GSV Arbeit zu definieren versuchten.

Die GSV Bremen beteiligt sich zwar an einigen bundesweiten Treffen und organisiert selbst Austauschtreffen mit Landesschülervertretungen, ist aber seit ihrem Austritt am 15. Dezember 2018 kein Mitglied der Bundesschülerkonferenz mehr.

Inhaltliche Ausrichtung

Die GSV Bremen hat keine vorgeschriebene oder beschlossene inhaltliche Ausrichtung. Als Vertretung der Schüler in Bremen ist vielmehr jeder Vorstand erneut vor die Frage gestellt, wie er sich positionieren will. In der Bremer Schullandschaft genießt die GSV den Ruf einer linksgerichteten Gruppierung, wofür sie in der Vergangenheit auch mehrfach für kritisiert wurde.

Teil der Vorstandssitzungen ist allerdings immer auch die kritische, diskutive Auseinandersetzung mit Schule und ihren Existenzbedingungen. Die regelmäßigen Teilnehmer der Vorstandssitzungen der GSV Bremen verstehen sich daher auch als inhaltliche Begleitung verschiedener Schülerprojekte in Bremen. So kommt es, dass sich die GSV durchaus nicht auf alle Aktionen und Projekte nur positiv bezieht, sondern immer wieder auch Verbesserungsvorschläge und Unterstützungen anbietet.

Projekte

Die Hauptarbeit der GSV Bremen besteht in ihren Projekten. Die GSV arbeitet dabei mit verschiedensten Schülergruppierungen in Bremen zusammen und organisiert u. a. Schulstreiks, Workshoptage, SV-Aufbautreffen, Parlamentssitzungen und Vernetzungstreffen.

Regelmäßige Projekte

  • Die Parlamentssitzungen: Die Parlamentssitzung der GSV findet 2–4 Mal im Jahr statt. Dort versammeln sich Vertreter der Bremer Schüler*innenvertretungen. Die GSV berichtet woran sie im Moment arbeiten bzw. woran sie in der vergangenen Zeit gearbeitet haben. Wenn die Zeit besteht gibt es auch noch Workshops und eine Austauschphase, bei der sich die SVen der Schulen miteinander über ihre Projekte, Probleme und Lösungsansätze austauschen. Die Schüler*innenvertretungen jeder Bremer Schule darf eine Vertretende Person pro „angefangene“ 400 Schüler schicken.
  • Der GSV-Infotag: Beim GSV-Infotag, der mittlerweile fast jährlich stattfindet, lädt die GSV Bremen kostenlos alle Schüler aus Bremen und umzu zu einem umfangreichen Workshoptag ein. Themen der Workshops sind z. B. Rassismus an Schulen oder Effektive SV-Arbeit.[5] Der GSV-Infotag geht einen ganzen Tag lang, die Schulen werden hierfür gebeten, die Schüler vom Unterricht frei zu stellen. Ziel des Infotages ist es, interessierte Schüler über die GSV zu informieren und zur Mitarbeit zu gewinnen aber auch die Partizipation der Schüler an ihren eigenen Schulen zu fördern.
  • Bremer Bündnis für Bildung: Das Bremer Bündnis für Bildung ist bis heute ein Bündnis aus der GSV Bremen, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bremen und dem ZentralElternBeirat (ZEB) Bremen. Das Bündnis wurde zum Zweck der Organisierung von Protest gegen die Kürzungen im Bildungsetat in Bremen geschlossen.
    Das Bündnis selbst hat eine Petition gegen die Kürzungen gestartet, hatte seine hauptsächliche Wirkung aber als Organisationsgrundlage für Fort.Bildung. Durch das Bündnis verlief die Front bei den Schulbesetzungen von Fort.Bildung nicht zwischen Schülern, Lehrern und Eltern untereinander, sondern zwischen dem Bündnis aus Schülern , Lehrern und Eltern auf der einen und der Bildungsbehörde auf der anderen Seite.[6]
    Auch nach dem Zerfall des Kollektivs Fort.Bildung blieb das Bremer Bündnis für Bildung allerdings durch weitere Aktionen aktiv, so z. B. am 12. Dezember 2012 und 18. Juni 2013.[7] Auch heute arbeitet die GSV mit den Bündnispartnern zusammen, um das Bremer Schulsystem zu verbessern.

Neue/Unregelmäßige Projekte

  • Schulstreik 2010: Im Jahr 2010 hat die GSV das „Bremer SchülerInnenbündnis“, das nach eigenen Angaben aus 40 Schülern aus zirka 15 Schulen bestand, gegründet und andere Gruppen und Einzelpersonen dazu eingeladen.[8] Das Bremer SchülerInnenbündnis hat anschließend am 28. Januar 2010 einen Schulstreik in Bremen organisiert, an dem nach Polizeiangaben zirka 700 Schüler teilnahmen.[9]
  • Fort.Bildung 2011: Fort.Bildung war ein Schülerkollektiv, welches nicht direkt von der GSV Bremen initiiert, aber ab dem 3. Gründungstag maßgeblich von der GSV getragen wurde. Der Anspruch des Kollektivs war es, sämtliche Entscheidungen gemeinsam im Konsens zu treffen und alle Schüler an den Entscheidungsprozessen und den daraus folgenden Aktionen teilhaben zu lassen. Entstanden ist Fort.Bildung im Zuge der anstehenden Kürzungen im Bildungsetat zu Beginn des Schuljahres 2011/12 und der folgenden Lehrerstellenkürzungen in Bremen.
    Mitte September begann das Kollektiv, Bremer Schulen zu besetzen. Bei den Besetzungen wurde in der Schule von den anwesenden Schülern Essen gekocht. Es gab verschiedene Workshops, die auch die GSV Bremen organisierte, und viele Schüler schliefen anschließend auch in der Schule. Nachdem zunächst eine Schule besetzt wurde, zogen die Schüler am nächsten Tag in eine andere Schule weiter, bis am Ende insgesamt vier Schulen in Bremen besetzt wurden.[10]
  • YoDA-Bündnis 2012: „Young Despaired: Awake!“ war das Motto des YoDA-Bündnisses 2012. Diesem Bündnis ging es primär darum, inhaltlich klar Stellung zu beziehen und sich auch von vergangenen Aktionen abzugrenzen. Die Mitglieder des YoDA-Bündnisses haben sich viel auch mit dem Schulsystem auseinandergesetzt.
    Das YoDA-Bündnis hat im November 2012 um den GSV-Infotag herum eine Aktionswoche organisiert, bei der die verschiedenen bekannten Aktionsformen neu umgesetzt wurden. Auch dabei war ein Schulstreik und eine kurze Schulbesetzung.[11] Die GSV beteuerte aber auf spätere Kritik an den Aktionsformen des YoDA-Bündnisses, das YoDA und die GSV Bremen nichts miteinander zu tun hätten.
  • SV- und Workshoptag 2013: Um sich verstärkt auch den einzelnen Schülervertretungen (SVen) in Bremen zu widmen, organisierte die GSV am 18. Juni 2013 einen SV- und Workshoptag, zu dem die Schülervertretungen, sowie alle anderen interessierten Schüler eingeladen wurden. Bei dieser Aktion ging es darum, die sehr versprenkelten SVen in Bremen zusammenzuführen, miteinander zu vernetzen und an einigen Stellen auch beim Aufbau neuer SVen zu helfen.

Außerdem wurden Workshops zu Nationalismus in der Schule, Schulkritik und dem Geschlechterrollenverhältnis angeboten.

Kritik an der GSV Arbeit

Die GSV Bremen wurde in der Vergangenheit bereits für ihre teils linken Positionierungen kritisiert. 2024 haben sich die Schüler Union Bremen gemeinsam mit den Jungen Liberalen Bremen von der GSV Bremen distanziert und ihr vorgeworfen, statt Schülerinteressen vor allem linksradikale Interessen zu vertreten und Organisationen, die als linksextremistische Verdachtsfälle eingestuft sind, nahezustehen. Außerdem arbeitete die GSV ineffizient. Weiter fragen die SU Bremen und JuLis Bremen, ob der Bremer Senat durch seine Finanzierung der GSV den Linksradikalismus unterstützen würde.[12]

In der Stellungnahme der GSV geht die GSV wenige Zeit später auf die Kritik ein und betont vor allem die Trennung der privaten Meinungen und dem Gruppenkonsenz der GSV. Die Kritik der Ineffizient nehmen sie an und begründen diese mit der COVID-19-Pandemie und dem Verlust ihrer Räumlichkeiten durch einen Wasserschaden und geben an, dieses Problem begleitet reflektiert und in den Angriff genommen zu haben.[13]

Zum Vorwurf des Linksradikalismus bezieht die GSV sich auf das Toleranzparadoxon und schreibt, die GSV setze für Vielfältigkeit ein, damit also auch gegen Diskriminierung. Die GSV wolle "nicht einfach ‚unpolitisch‘ sein", sondern stünde hinter Gleichberechtigung und Offenheit für Alle. Das Folgen der Organisationen auf die sich die Schüler Union und die Jungen Liberalen beziehen, sei nicht als Übereinstimmung der Inhalten oder Posititionierung zu den Organisationen zu verstehen, sondern als Versuch des indirekten Austausches.[13]

Zum Ende der Stellungnahme ordnet die GSV den Kritikpost ein und bezeichnet diesen als eher hetzerische- als konstruktive Kritik, die sich auf jahrealte Stories und lange ausgetretenen Vorstandsmitgliedern bezieht und fragt, warum die Schüler Union Bremen und die Jungen Liberalen Bremen nicht vorher den Kontakt zur GSV gesucht und die Vorwürfe angesprochen hätten.[13]

Auf diese Stellungnahme reagieren die Schüler Union und die Jungen Liberalen mit einem weiteren Instagram-Post und bezeichnet die GSV u. a. als "Rotes Bildungsressort" und kritisiert, dass die GSV auf das Annehmen eines gemeinsames Treffen noch nicht reagiert hat. Zudem wünschen sich die JU und die JuLis eine Distanzierung der GSV auf die angeblich menschenverachtenden Kommentare unter ihrem Instagram-Beitrag. Als Beispiel nennen sie die Bio einer Person die unter dem Beitrag kommentiert hat und "FDPler vertreiben" lautet. Ansonsten findet man heute nur noch Kritik und offensichtlichen Sarkasmus unter dem Beitrag.[14]

Siehe auch

  • Homepage der GSV Bremen. Abgerufen am 27. Juli 2026.
  • Homepage des Bremer Bündnis für Bildung. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. August 2022; abgerufen am 27. Juli 2026.

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks