Geschirrflicker
From Wikipedia, the free encyclopedia
Geschichte und regionale Ausprägungen
Das Handwerk des Geschirrflickers ist seit römischen Zeiten nachweisbar. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Geschirr durch industrielle Fertigung immer billiger, womit sich eine Reparatur nicht mehr lohnte. Damit starb das Handwerk bis Mitte des 20. Jahrhunderts weitgehend aus.
In der Schweiz wurde der Geschirrflicker unter anderem als Chacheliflicker bezeichnet.[1] Andere Schweizer Bezeichnungen für den Beruf waren Chachelihefter, Hafebinder, Beckibinder, Beckibööri, Beckibüezer, Chachlebüezer, Hafebüezer.[2]
Technik
Mit dem Drillbohrer wurden Löcher in die zerbrochenen Teile des meist irdenen (bei niedriger Temperatur gebrannten) Geschirrs gebohrt. Dann wurde die Bruchstelle mit Lehm bestrichen, die zusammengefügten Teile mittels sogenannter „Hefte“ (meist Draht, gelegentlich Schnur) fixiert und die Bohrlöcher ebenfalls mit Lehm oder „Bierschmilch“ und Bohrstaub wieder abgedichtet. Abschließend wurde das Reparaturgut ins Feuer gelegt und die Reparatur durch diesen „Nachbrand“ verfestigt. Als Draht wurden beispielsweise Klaviersaiten verwendet.
Literatur
- Stefanie Martin-Kilcher: Römische Geschirrflicker (= Augster Blätter zur Römerzeit. Heft 1, hrsg. vom Römermuseum Augst). 2. Auflage. Augst 1992, ISBN 978-3-7151-2101-7.
- Nena Sand: Genietet und geklammert – Römische Geschirrflicker. In: Den Ausgriewer, ZDB-ID 1424080-4, Nr. 22 (2012), S. 63–67.
- Paul Hugger, Hans Marti: Ein ‚Beckibüetzer‘ (Geschirrflicker) aus dem Napfgebiet. In: Paul Hugger (Hrsg.): Altes Handwerk, ZDB-ID 582694-9, Heft 31, Basel 1972.
Siehe auch
Weblinks
- Geschirrflicker/in auf der Website des Freilichtmuseums Ballenberg
