Gilberts Loch

mit einer Sage verbundene gefüllte Grube auf Visingsö in Schweden From Wikipedia, the free encyclopedia

Gilberts Loch (schwedisch: Gilberts hål oder Syltan) ist eine mit Morast gefüllte Grube im Ort Kumblaby auf der schwedischen Insel Visingsö, die im See Vättern liegt. Der Platz ist als kulturhistorisch wertvolles Relikt deklariert. Dies erklärt sich vorwiegend aus den Sagen, die es zu diesem Ort gibt.[1]

Visingsö
Inselkarte mit Näs slottruin im Süden, Borga stenar im Norden und Kumlaby im Zentrum.

Im September 2019 wurde das Gebiet archäologisch untersucht, um den besten Ort für einen geplanten Teich zu finden. Im Zentrum der untersuchten Fläche, die der genannten Grube entsprechen soll, war der Boden mit Grasbüscheln, Seggen und Ampfer bedeckt. Die oberste Bodenschicht bestand aus Torf, die nächste aus bläulichem Ton aus der letzten Eiszeit und darunter lag Schiefer. Die Stelle zählt zu einer Kette sumfiger Stellen, was zum in den Sagen beschriebenen langen Graben passen würde.[1]

Bei den Ausgrabungen wurde eine Feuerstelle entdeckt, in der sich Knochenreste von unbestimmbaren Tieren befanden. An manchen Stellen zeigten Veränderungen der Bodenstruktur und gefundene Steine sowie Holzbalken an, dass es früher Versuche gab, das Gebiet zu entwässern.[1]

Der Glaube an die nachfolgende Sage war so stark, dass ein Vorsteher der Provinz Jönköping und der Archiater Urban Hjärne des schwedischen Königshauses im Jahr 1705 die Untersuchung von zwei Höhlen am Strand von Visingsö forderten, die vermutet den Beginn des Grabens darstellen. Die beauftragten Männer sollen zeitweise nur auf allen Vieren vorangekommen sein und danach eine Erweiterung erreicht haben. Darin war der Geruch jedoch unausstehlich, so dass sie umkehrten.[2]

Die Sagen

Gilbert
Gilbert in seinem Loch mit den runenbesetzten „Nudelhölzern“, wie er in einem Holzschnitt im Werk Historia de gentibus septentrionalibus von 1555 dargestellt ist. Die Personen auf den Bändern links stellen spätere Versuche dar, den Ort vom Strand aus zu erreichen.

Laut der am meisten verbreiteten Sage gab es einen Streit zwischen dem Königreich Näs auf der Südspitze und dem Königreich Borg auf der Nordspitze der Insel. Der König des erstgenannten Königreichs beschloss deshalb, die Insel durch einen tiefen Graben zu teilen. Mit der Aufgabe wurde der Zauberer Gilbert aus Östergötland betraut. Der König von Borg wollte dieses Vorhaben verhindern, doch er fand kein Gehör bei Gilbert. So wurde der Zauberer Kettil Runske aus Västergötland um Hilfe gebeten. Dieser hatte zuvor mit Runen besetzte nudelholzartige magische Gegenstände dem Gott Odin gestohlen. Als Kettil Runske Visongsö erreichte, hatte Gilbert schon den halben Graben fertiggestellt. Auf Kettils Befehl, mit den Arbeiten aufzuhören, folgten höhnisches Gelächter und Beleidigungen. So warf Kettil seine magischen Hölzer auf Gilbert, der diese zwar auffing, doch mit Händen, Füßen und Zähnen daran kleben blieb. Danach sank er auf eine Stierhaut gebettet an der Stelle in die Tiefe, die danach den Namen Gilberts Loch erhielt.[2]

Einzelnachweise

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