Giobertis Tinktur

schwach saure Lösung von Kaliumhexacyanidoferrat(II) From Wikipedia, the free encyclopedia

Bei Giobertis Tinktur (im Deutschen auch als Giobertsche Tinktur bezeichnet) handelt es sich um eine schwach saure Lösung von Kaliumhexacyanidoferrat(II).[1] Diese Tinktur wurde im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet, um unleserliche Schriften oder verblasste Bilder auf alten Pergamenten wiederherzustellen.[2][3] Später wurden weniger aggressive chemische Reagenzien für diesen Zweck entwickelt. Giobertis Tinktur wurde zum Beispiel von Konservatoren im Vatikan verwendet, um die ursprünglichen Inschriften von Palimpsesten sichtbar zu machen.[4]

Codex Ephræmi Syri rescriptus Éphrem le btv1b8470433r 172

Giobertis Tinktur reagiert mit dem überschüssigen Vitriol der ursprünglichen Tinte im Pergament und bildet einen tiefblauen Niederschlag, der auch als Preußischblau oder Berliner Blau bekannt ist. Die Nutzung der Tinktur ist für die Konservierung der Manuskripte problematisch, da sie die Pergamente dauerhaft dunkelbraun/schwarz färben und damit die Lesbarkeit des gesamten Textes beeinträchtigen (siehe Bild).[1]

Einzelnachweise

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