Giovanni Battista Casanova

italienischer Maler und Zeichner From Wikipedia, the free encyclopedia

Giovanni Battista Casanova oder Giambattista Casanova, auch Johann Baptist Casanova (* 2. November 1730 in Venedig; † 8. Dezember 1795 in Dresden), war ein italienischer Maler und Zeichner, der überwiegend in Dresden und Rom lebte und arbeitete.

Giovanni Battista Casanova, Stich von Christian Friedrich Boetius nach einem Bild von Anton Raphael Mengs
Das von Franz Pettrich gestaltete Grab Giovanni Battista Casanovas auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden.

Familie

Giovanni Battista war das dritte der sechs Kinder von Gaetano Casanova (1697–1733) und Giovanna, geborene Farussi (1708–1776), die in Venedig lebten. Seine Eltern waren Schauspieler. Sein älterer Bruder Giacomo Casanova war der berühmte Abenteurer und Schriftsteller. Der als Maler ebenfalls sehr erfolgreiche Bruder Francesco Casanova war Hofmaler in Wien.

Giovanni Battista Casanova war mit Teresa Roland (1744 – 1. September 1779) verheiratet, mit der er mehrere Kinder hatte. Ihr Vater stammte aus Avignon und hatte ein Gasthaus in Rom. Giovanni Carlo (in den kirchlichen und militärischen Quellen „Carl de Casanova“) wurde 1765 in Dresden geboren, wie alle vier Kinder. Carlo, der sich ein Adelsattribut (von) zulegte, hatte nur ein Kind, eine Tochter namens Carolina/Karolina. Sie kam in Hannover zur Welt und heiratete zunächst den Arzt Joseph Karl Dittrich, Sohn von Elisabeth Dittrich, geborene Konrad. Diese waren Lebzelter, oder aber Renger, was ungeklärt ist. Als sie 1776 einen Simon Sevarais heiratete, hieß es ausdrücklich, sie seien „frei“. Er war Kammerherr bei Prinz Auersperg. Nach seinem Tod heiratete seine Witwe 1785 Franz Dittrich, Bürger und Kürschnermeister in Doksy. In verhältnismäßig hohem Alter brachte sie 1787 noch Joseph Karl Franz zur Welt, 1790 Karl Franz Wenzel, ersterer wurde gleichfalls Arzt, zweiterer Kürschnermeister.

Im Jahr 1767 kam als zweites Kind Teresas und Giovanni Battistas ein Lorenzo zur Welt, 1769 Maria Teresa Giovanna, die bis 1842 lebte. Sie heiratete Rudolf August von Wessening. Schließlich brachte Teresa ihr viertes Kind zur Welt, Maria Carolina Augusta, die bis 1848 lebte. Möglicherweise gab es zwei weitere, illegitime Töchter. Guglielma Ruffini wird nur vom Großvater Giacomo Casanova in seinen Lebenserinnerungen erwähnt; nach Teresas Tod kam ein weiteres Kind von einer „Rossi“ zur Welt. Zum Zeitpunkt seines Todes wohnte Giovanni Battista Casanova in Dresden, Lochgasse Nr. 445.[1]

Künstlerisches Schaffen

Casanova war Schüler von Louis de Silvestre (1675–1760), Giovanni Battista Piazzetta (1683–1754), Christian Wilhelm Ernst Dietrich, gen. Dietricy (1712–1774) und Anton Raphael Mengs (1728–1779). Er studierte in Rom, Paris und Dresden. Im Dezember 1764 kam er von Rom nach Dresden zurück und wurde dort Mitbegründer, Professor und ab 1776 – gemeinsam mit Johann Eleazar Zeissig genannt Schenau (1737–1806) – Direktor der Dresdner Kunstakademie. Zu seinen Schülern gehörten Angelika Kauffmann (1741–1807), Johann Friedrich Reiffenstein (Reifenstein) (1719–1793) und Johann Joachim Winckelmann (1717–1768). Für Winckelmann zeichnete Casanova zu dessen 1767 erschienenen Monumenti antichi inediti[2] Ausgrabungsstücke aus Pompeji und Herculaneum. Nach der Einschätzung Winckelmanns war G. B. Casanova „der größte Zeichner in Rom“. Er galt bei seinen Zeitgenossen als ein hervorragender Zeichner und Kopist, hauptsächlich der Werke von Raffael.

Letzte Ruhestätte

Seine letzte Ruhestätte fand Casanova am 11. Dezember 1795[3] in Dresden auf dem Alten Katholischen Friedhof im Stadtteil Friedrichstadt. Das Grabmal gestaltete sein ehemaliger Schüler Franz Pettrich.

Literatur

  • Sebastian Dietz: The Bohemian Descendants and Relatives of Giovanni Battista Casanova, in: Casanoviana 4, Venedig/Triest 2021, S. 102–109 (Nachkommen in Doksy (früher Hirschberg am See), das wie Dux, wo Giacomo Casanova seinen Lebensabend verbrachte, ebenfalls den Waldsteins gehörte).
  • Carl Clauß: Casanova, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 39 f.
  • Roland Kanz: Die Brüder Casanova. Künstler und Abenteurer. Deutscher Kunstverlag, Berlin u. a. 2013. ISBN 978-3-422-07211-4.
  • Roland Kanz: Giovanni Battista Casanova (1730–1795). Eine Künstlerkarriere in Rom und Dresden (= Phantasos. 7). Fink, Paderborn u. a. 2008, ISBN 978-3-7705-4459-2.
  • Werner Teupser: Casanova, Giovanni Battista. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 3. Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 163–164 (deutsche-biographie.de).

Einzelnachweise

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