Giovanni Felice
maltesischer Jurist und Politiker
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Giovanni Felice (* 21. Januar 1899 in Sliema; † 16. März 1977 ebenda) war ein maltesischer Politiker der Partit Nazzjonalista (PN), der von 1953 bis 1971 Mitglied des Repräsentantenhauses war. Er fungierte zudem als Justizminister (1953–1955, 1962), Finanzminister (1962, 1966–1971) sowie als Minister für Industrieentwicklung und Tourismus (1962–1966).
Leben
Giovanni Felice absolvierte ein Studium Rechtswissenschaften an der Königlichen Universität Malta, das er am 4. Oktober 1922 abschloss. Anschließend absolvierte er ein postgraduales Studium der Fächer Kriminologie und Völkerrecht an der Universität La Sapienza in Rom, nahm nach seiner Rückkehr eine Tätigkeit als Rechtsanwalt und war gleichzeitig Prüfer für Völkerrecht. Daneben engagierte er sich als Präsident der „Guild of Graduates“ und des „Sliema Band Club“. Bei der Parlamentswahl 1953 erstmals zum Mitglied des Repräsentantenhauses gewählt und gehörte diesem nach seinen Wiederwahlen 1955, 1962 und 1966 bis zur Parlamentswahl 1971 an.[1]
Im Dezember 1953 wurde Felice ins Kabinett Borg Olivier III berufen und bekleidete in diesem bis März 1955 erstmals das Amt des Justizministers.[2][3] Er gehörte als Vertreter der Opposition der Delegation bei der „Runden Tisch-Konferenz“ im September 1955 an. Im Kabinett Borg Olivier IV bekleidete er vom 5. März 1962 bis zum 7. April 1966 den Posten des Ministers für Industrieentwicklung und Tourismus sowie daneben 1962 jeweils kurzzeitig als Justizminister und als Finanzminister.[2][3][4] Er spielte eine führende Rolle bei wichtigen Gesprächen mit hochrangigen Vertretern der britischen Regierung im Marlborough House in London und nahm aktiv an verschiedenen anderen Konferenzen teil. Diese Gespräche führten schließlich am 21. September 1964 zur maltesischen Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich.
Giovanni Felice übernahm im Kabinett Borg Olivier V vom 7. April 1966 bis zu seiner Ablösung durch Premierminister Ġorġ Borg Olivier[5] am 1. Februar 1970 die Position als Minister für Finanzen, Zölle und Häfen.[2][3][6] Er war in seiner gleichzeitigen Funktion als Gouverneur der maltesischen Zentralbank (Bank Ċentrali ta’ Malta) auch der erste Malteser, der im Namen der maltesischen Regierung in Washington eine Rede hielt. Nach seinem Ausscheiden aus Regierung und Repräsentantenhaus 1971 zog er sich aus der Politik zurück.[7] An seiner Beerdigung im März 1977 nahmen viele seiner Wähler aus Sliema sowie Mitglieder der Nationalistischen Partei, der Maltesischen Arbeiterpartei PL (Partit Laburista) und Staatspräsident Anton Buttiġieġ teil. Zum 25. Jahrestag der Gründung der Zentralbank wurde 1993 eine Silbermünze mit Felices Porträt geprägt.[8]
Weblinks
- Felice, Giovanni. rulers.org, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
- Giovanni Felice. Prabook, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).