Giovanni Maggi (Kupferstecher)
italienischer Maler und Kupferstecher
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Giovanni Maggi (auch Maggio, latinisiert Ioannes maius/Maggius Romanus; * ca. 1566 in Rom; † 1618 oder Anfang der 1620er-Jahre, ebenda) war ein italienischer Maler, Zeichner, Kupferstecher und Radierer. Sein malerisches Werk ist weit weniger bekannt als seine zeichnerischen Vorlagen und Druckgrafiken von Stadtansichten, figurativen Kompositionen und Architekturdarstellungen. Einen Namen machte sich Maggi vor allem mit einer Serie der zehn Basiliken und perspektivischen Plänen der Stadt Rom.
Leben
Zur Geburt und den Eltern existieren keine Aufzeichnungen, doch wird im Allgemeinen die Jahreszahl 1566 angegeben. Dass Maggi römischer Herkunft war, erschließt sich aus der Angabe „Romanus“ auf seinen Druckgrafiken. Seine Ausbildung absolvierte er vermutlich während des Pontifikats von Sixtus V. und möglicherweise bei einem ausländischen Kupferstecher. Vor Oktober 1607 arbeitete er an der bildlichen Ausgestaltung des Hauses von Kardinal Robert Bellarmin in Trastevere. Seine Werkstatt war in der Nähe des Griechischen Kollegs („alle Greci“) angesiedelt.[1]
1615 wird Maggi als verheiratet mit Lidia und Vater von vier Kindern im Alter von 6–14 Jahren geführt. Im Januar 1611 war er als Maler in die Kongregation des Heiligen Josef aufgenommen worden,[2] ein Beleg für die volle Anerkennung seines Status als Künstler.
Über Maggis weitere Lebensumstände ist nichts bekannt. Er starb 1618[3] oder „um den Beginn des dritten Jahrzehnts“, womöglich noch während der Arbeit an seinem großen, 1625 posthum veröffentlichten Stadtplan, in wirtschaftlicher Bedrängnis, „unter einfachen Verhältnissen, im Verlauf seiner Fünfzigerjahre“.[1]
Werk



Der 1591 entstandene und mit „IO MA“ signierte Kupferstich des von Domenico Fontana entworfenen Katafalks für die feierliche Beisetzung von Sixtus V. in Santa Maria Maggiore gilt als Maggis erstes gesichertes Werk. Es fand 1600 Aufnahme in Bartolomeo Rossis, bei Andrea Vaccari gedruckte Sammlung der „Dekorationen antiker und moderner Gebäude der erhabenen Stadt Rom“ (Ornamenti di fabbrica antichi e moderni dell'alma città di Roma). Ebenfalls anlässlich des Jubeljahrs veröffentlichte Lorenzo Vaccari Maggis perspektivische Karte, die sich großer Beliebtheit erfreute. Durch die separate Darstellung der wichtigsten Andachtsziele waren das Straßennetz und die Hauptstraßen deutlicher zu erkennen. Auf Wunsch von Andrea Vaccari entstand 1603 eine großformatige Karte (102 × 152 cm), die aus acht Blättern bestehend am unteren Rand einen päpstlichen Reiterzug (cavalcata papale) zeigte. Trotz kommerziellem Misserfolg wurde sie 1630 von Goert (Gottfried) van Schayck aktualisiert und neu aufgelegt.[1][4]
Nicht viel anders verhielt es sich mit der 1625 veröffentlichten, mit 224 × 428 cm die bis dahin größten perspektivischen Karte Roms. Vaccari ließ sie im Holzschnitt-Verfahren herstellen, was zwar ungewöhnlich, aber deutlich preisgünstiger und schneller als die Kupferstichfertigung war. Der französischstämmige Paul Maupin schnitt die 48 Holztafeln nach Zeichnungen Maggis, die dieser aufgrund seines angeschlagenen Gesundheitszustands erst sehr spät liefern konnte, sodass die Karte erst kurz vor dem Jubiläum fertig wurde. Ein Hinweis, dass die wenigen Exemplare schnell in Vergessenheit gerieten, ist die Angabe als Originalausgabe auf dem Nachdruck Carlo Losis von 1774.[1][5]
Ab 1604 entstanden zahlreiche Einzelblätter und Serien, von denen einige in der „Werkauswahl“ aufgeführt sind. Eine 1613–1614 bearbeitete Architekturabhandlung, die sich auf Sebastiano Serlio stützte und eine kritische Haltung gegenüber Giacomo Barozzi da Vignola und Carlo Maderno einnahm, blieb unveröffentlicht. Neben dem großen Holzschnitt-Plan schuf Maggi um 1620 ein weiteres bedeutendes Werk, die von Matthäus Greuter gestochene Serie der „Zehn Basiliken“. Anders als Lafreri stellte er die Kirchen nicht auf einem einzigen Blatt, sondern separat auf großen Bögen dar. Dies betonte die Monumentalität der einzelnen Gebäude und ließ Platz für ergänzende Bilder. Manche Einblicke ins Kircheninnere sind die einzigen bildlichen Zeugnisse heute verlorener Werke.[1]
- Romkarte von 1599/1600
- Fontana della Torre im Belvedere-Hof, 1618
- Ansicht des Petersdoms, 1619
- Kloster Tre Fontane aus der Basilika-Serie, 1620
- Ausschnitt aus der Holzschnittkarte von 1625
- Titel der Holzschnittkarte von 1625. Ed. Carlo Losi, 1774
Werkauswahl
- Bartolomeo Rossi/Giovanni Maggi: Ornamenti di fabriche antichi et moderni dell’alma città di Roma (Dekorationen antiker und moderner Gebäude der erhabenen Stadt Rom), 1600
- Dieci Basiliche del Giubileo (Serie der zehn Basiliken des Jubeljahrs), 1600
- Girandola a Castel Sant’Angelo (Feuerwerk auf der Engelsburg), 1600
- Bichierografia (4 Bände über Trinkgläser), 1604
- Edifizi antichi e moderni di Roma (Antike und moderne Gebäude Roms), 1608
- Facciata di S. Pietro (Fassade des Petersdoms), 1608
- Fontane diverse che si uedano nel’Alma Città di Roma et altre parte d’Italia (Diverse Brunnen, die man in der Heiligen Stadt Rom und in anderen Teilen Italiens sehen kann), 1618
- Aedificiorum et ruinarum Romae (Gebäude und Ruinen Roms), 1618
- Iconographia della città di Roma delineata et scolpita in legno a tempo di Paolo V. (Bildliche Darstellung der Stadt Rom, entworfen und in Holz geschnitten zur Zeit von Paul V.), 1625
Literatur
- Laura Di Calisto: Maggi, Giovanni. In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 67: Macchi–Malaspina. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2006.
- Maggi (Maggius, Maius), Giovanni. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 23: Leitenstorfer–Mander. E. A. Seemann, Leipzig 1929, S. 555–556 (Textarchiv – Internet Archive).
- Michael Bury: The Print in Italy 1550–1620. The British Museum Press, London 2001, ISBN 0-7141-2629-2, S. 229 (englisch).
- Francesco Ehrle: Roma al tempo di Urbano VIII.: La pianta di Roma Maggi-Maupin-Losi del 1625. Danesi, Rom 1915 (italienisch).
Weblinks
- The British Museum: Giovanni Maggi. In: britishmuseum.org. Abgerufen am 1. April 2026.