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Giovanni Pietro Pinamonti

italienischer Ordensgeistlicher und Autor From Wikipedia, the free encyclopedia

Giovanni Pietro Pinamonti SJ (* 27. Dezember 1632 in Pistoia, Toskana, Italien; † 26. Juni 1703 in Orta San Giulio[1]) war ein italienischer katholischer Priester und Schriftsteller aszetischer Schriften.

Giovanni Pietro Pinamonti, Kupferstich (signiert mit IPE) in einem seiner Werke aus dem Jahr 1712.
Antonio Luciani: Giovanni Pietro Pinamonti (Kupferstich in: Opere del Padre Gio. Pietro Pinamonti, 1742)

Leben

Giovanni Pietro Pinamonti wurde am 27. Dezember 1632 als Sohn von Giovanni Pinamonti del Torchio und dessen zweiter Ehefrau Caterina, geborener Campanelli, in Pistoia geboren.[2]

Pinamonti absolvierte erste Studien in seiner Heimatstadt und trat am 7. Oktober 1647 gegen den Willen seiner Familie in das römische Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Seine Lehrer waren beispielsweise Athanasius Kircher, Pietro Sforza Pallavicino und Daniello Bartoli. Während seiner Ausbildung unterrichtete er Grammatik in Città di Castello und seiner Heimatstadt Pistoia. In Pistoia legte er im Jahr 1661 seine einfache Profess ab. Aus gesundheitlichen Gründen unterbrach er sein Studium zwischenzeitlich. In Pistoia wurde er schließlich zum Priester geweiht. Außerdem war er Minister und Prokurator in Montefoscoli. Am 2. Februar 1665 legte er seine feierliche Profess ab.[2]

Ihm wurde nun die Aufgabe zugeteilt, Paolo Segneri auf seinen Reisen bzw. Missionen zu begleiten. Pinamonti leitete die Bußprozessionen, nahm Beichten ab und vermittelte die Grundzüge der christliche Glaubenslehre, während Segneri predigte. Die beiden wurden enge Freunde und besuchten hunderte Orte in ganz Italien.[2]

Pinamontis Biographie über seinen Weggefährten Segneri, den er insgesamt 26 Jahre begleitete, machte diesen europaweit bekannt. Wie in einem Brief von Segneri aus dem Jahr 1679 hervorgeht, hatte Pinamonti teilweise maßgeblichen Anteil an Segneris Werken, aus Gründen des Dienstes an Gott aber ohne als Autor genannt werden zu wollen.[2]

Der toskanische Großherzog Cosimo III. de’ Medici beauftragte Pinamonti im Jahr 1676 zunächst noch gemeinsam mit Segneri, den Glauben der Schwester Francesca Fabbroni zu prüfen, was sich über etwa zwei Jahre erstreckte. Nach Pinamontis ausführlichem Bericht wurde ihr später in der Inquisition der Prozess gemacht.[2]

In Florenz am Kloster Borgo Pinto wurde er zum Vizerektor und Lehrer bzw. Ausbilder von Ordensleuten in ihrem dritten Lehrjahr ernannt. Seine immerwährenden Migräneanfälle verhinderten diese und einige andere Ernennungen aber, darunter die Leitung einiger Kurienkardinäle. Kompromissweise willigte er aber einen Auftrag der modensischen Herzogin Lucrezia Barberini ein, saisonal die geistliche Leitung in Rom und in Modena zu übernehmen, als diese innerhalb des Zeitraums 1683 bis 1699 im florentinischen Ursulinenkloster Santa Maria Maddalena dei Piazzi residierte.[2]

Papst Innozenz XII. ernannte Segneri im Jahr 1692 zum Prediger des Apostolischen Palastes, was eine Trennung von Pinamonti bedeutete. Pinamonti bereiste mit seinem Mitbruder Fulvio Fontana einige Diözesen in Italien (Urbino, Sant’Angelo, Montefeltro und teilweise Forlì, Ancona, Senigallia, Recanati und Osimo), erkrankte aber schon 1694 schwer und blieb fortan in Rom. Im Dezember 1694 starb Segneri in Rom im Beisein Pinamontis, der sich nun selbst mehr und mehr auf literarisches Arbeiten konzentrierte. Bis ins Jahr 1700 hielt er noch Missionen Arezzo und Cortona, bereiste deren Diözesen und auch Spoleto, Montecassino, Modena, Loreto, Garfagnana und Bologna. In den Tälern, in denen sich die Jesuitenklöster Ponte und Bormio befanden, hielt er seinen vorletzten Missionsabschnitt.[2]

Im Jahr 1703 lud ihn der toskanische Großherzog nach Livorno und Umgebung ein, Missionen abzuhalten. Mit seinem neapolitanischen Mitbruder Casimiro Muscettola segelte er nun nach Genua und danach in das Bistum Novara und hielt Missionen in Oleggio, Mescia, Orio, Gozzano, Borgomanero und Orta.

Am 20. Juni 1703 in Orta, nach 2 Tagen, in denen er Beichten gehört und Katechese gehalten hatte, erlitt er einen Schwächeanfall, den man zunächst nicht für besorgniserregend hielt. Zurück im Pfarrhaus verschlimmerte sich sein Zustand jedoch – sechs herbeigerufene Ärzte stellten eine schwere Lungenentzündung fest. Pinamonti bat am 24. Juni um die Sterbesakramente und bereitete sich darauf vor, als Missionar zu sterben, was am Folgetag geschah.[2]

Sonstiges

Zusammen mit Johannes Eudes und Joseph de Gallifet gilt Pinamonti als wichtigster Förderer der Verehrung des Herzens Mariä in seiner Zeit.

Das Dizionario Biografico degli Italiani beschreibt Pinamonti als von mittlerer Größe, mit dichtem schwarzem Haar, feinen Gesichtszügen, markanter Nase und ernstem Aussehen. Sein Temperament sei melancholisch, sein Charakter durchaus optimistisch und von Nächstenliebe und dem Streben nach Sanftmut geprägt gewesen.[2]

Werke (Auswahl)

  • La Religiosa in Solitudine: Opera, in Cui Si Porge Alle Monache Il Modo D'Impiegarsi Con Frutto Negli Esercizj Spirituali Di S. Ignazio (deutsch: Die Ordensfrau in der Einsamkeit: Ein Werk, das Nonnen zeigt, wie sie sich mit geistlichem Gewinn den Exerzitien des heiligen Ignatius widmen können.) Venedig 1704. (Digitalisat)
  • Vera Sapientia: Seu Nervosissimae Considerationes – Ad acquirendum Sanctum Dei timorem, Peccati horrorem Sui cognitionem. (deutsch: Wahre Weisheit oder höchst wirksame Betrachtungen – zur Erlangung der heiligen Gottesfurcht, des Abscheus vor der Sünde und der Selbsterkenntnis.) Köln 1706 (Digitalisat)
  • Il Cvor Contrito: Ouero Motivi Per eccitare alla Contrizione Esposte in sette Considerazioni. (deutsch: Das reumütige Herz oder Beweggründe zur Erweckung von Reue, dargelegt in sieben Betrachtungen.) Düsseldorf 1709 (Digitalisat)
  • Exorcista rite edoctus, seu accurata methodus omne maleficiorum genus probe, ac prudenter curandi. (deutsch: Der sachkundig ausgebildete Exorzist oder eine präzise Methode zur angemessenen und umsichtigen Behandlung jeder Art von bösartigem Leiden.) Venedig 1712 (Digitalisat)
  • Il sacro cuore di Maria Vergine. bzw. El sacro corazon de Maria. (deutsch: Das heilige Herz der Jungfrau Maria.) Monza 1836 bzw. Valencia 1735. (Digitalisate: italienisch bzw. spanisch)
  • Director Spiritualis Seu Modus Dirigendi Animas In Via Perfectionis Christianae; Sumptus ex Doctrina Sanctorum & Magistris ejusdem Perfectionis. (deutsch: Der geistliche Begleiter oder die Methode der Seelenführung auf dem Weg zur christlichen Vollkommenheit; geschöpft aus den Lehren der Heiligen und der Meister dieser Vollkommenheit.) Venedig 1738 (Digitalisat)
  • Miraculum Miraculorum Sive Septem Excellentiae Sacrosancti Missae Officii: Totidem Considerationibus Una Cum Praxi Devote Audiendi Sacrum. (deutsch: Das Wunder aller Wunder oder die sieben Vorzüge des allerheiligsten Messopfers: Dargelegt in ebenso vielen Betrachtungen, verbunden mit der Übung, der heiligen Messe andächtig beizuwohnen) Düsseldorf 1784. (Digitalisat)
  • Der Weg zum Himmel, geebnet durch die Darlegung der sich entgegenstellenden Hindernisse und der Weise, selbe zu überwinden. Nach dem Buche der „geistlichen Uebungen“ in zehn Lesungen geordnet. (Übersetzung von Franz Ehmig aus dem Italienischen ins Deutsche). Regensburg 1855. (Digitalisat)

Literatur

Einzelnachweise

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