Girardethaus (Düsseldorf)

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Das Girardethaus, Königsallee 27–31 in Düsseldorf, wurde vom Herbst 1905 bis zum Frühjahr 1909 nach Entwürfen von Hermann vom Endt für den „Girardet-Verlag“, unter dem Herausgeber Paul Girardet der Tageszeitung Düsseldorfer Nachrichten, im Monumentalstil der Reformarchitektur mit reduzierten barockisierenden Bauformen erbaut.

Girardethaus, Königsallee, 1909

Beschreibung

Das Gebäude steht auf einem Eckgrundstück an der Königsallee und der Trinkausstraße (vormals Grabenstraße). Die Straßenfronten sind ganz in eine von „durchschießenden Pfeilern durchgesetzte Fensterarchitektur aufgelöst“.[1]

Ursprünglich war die Mittelachse architektonisch besonders ausgestaltet. Dort befand sich ein Portal, das von zwei weiten Segmentgiebeln flankiert wurde. Darüber erhob sich ein zweigeschossiger Erker. Dieser war mit fünf langen, schmalen Fenstern geschmückt. Im dritten Obergeschoss passte sich die Fensteranordnung der übrigen Dreiteilung der Fassade an. In der Dachgeschosszone zeigte sich ein monumentaler Giebel mit reduzierten, barockisierenden Bauformen. Er nahm die ganze Breite der Mittelachse ein.

Die Fassaden sind mit hellgrauem bayerischen Muschelkalkstein verblendet. Die Bildhauerarbeiten wurden im figürlichen Teil von dem Düsseldorfer Bildhauer Albert Pehle, im ornamentalen Teil vom Bildhauer H. Stader gefertigt. Das Vordach des Geschäftseingangs und die Uhr darüber wurden von der Bronzegießerei Bernhard Förster angefertigt.

Zwischen 1908 und 1913 war in dem an der damaligen Grabenstraße 19–25 befindlichen Flügel des Girardethauses das Königliche Amtsgericht Düsseldorf untergebracht.

Das Gebäude wurde im Laufe der Zeit stark verändert. Seit 1984 steht es unter Denkmalschutz. 2023 zog die letzte verbliebene Lokalredaktion des Düsseldorf Express aus.[2]

Mieter

Girardethaus mit Hermès Boutique, 2017

Heute befinden sich im Erdgeschoss Galerien und Boutiquen, welche teils den offenen Innenhof nutzen.

Stand 2026 waren auf den rund 3000 Quadratmetern des Gebäudes unter anderem hochwertige Coworking Spaces und Anbieter von Luxusartikeln eingezogen, für Oktober 2026 sollten einige Anlageexperten hinzukommen. Im Mai 2026 teilte die Schweizer Bank Vontobel dazu mit, dass sie 850 Quadratmeter im Girardet-Haus gemietet hat. Verschiedene Medien berichteten, dass Vontobel für seine neue deutsche Niederlassung, neben Hamburg und München, ein „ganzes Team aus der Düsseldorfer Niederlassung einer französischen Großbank mit 15 Personenübernehmen soll“. Über die Miethöhe wurde nichts verlautbart, allgemeine Einschätzungen gehen für das Haus von einer monatliche Kaltmiete von 29,80 Euro pro Quadratmeter plus Nebenkosten aus.[3]

Literatur

  • Roland Kanz, Jürgen Wiener (Hrsg.): Architekturführer Düsseldorf. Dietrich Reimer, Berlin 2001, ISBN 3-496-01232-3, Nr. 77 auf S. 58.
  • Die Architektur des XX. Jahrhunderts, Zeitschrift für moderne Baukunst. Jahrgang 1909, Tafel 12; nachgedruckt in: Peter Haiko: Die Architektur des XX. Jahrhunderts – Zeitschrift für moderne Baukunst. Repräsentativer Querschnitt durch die 14 erschienenen Jahrgänge 1901 bis 1914. Ernst Wasmuth, Tübingen 1989, ISBN 3-8030-3039-0. Nr. 315.

Siehe auch

Commons: Königsallee 27 (Düsseldorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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