Girolamo Faba
italienischer Bildhauer
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Girolamo Faba, auch Hieronymus[1] genannt (tätig um die Mitte des 16. Jahrhunderts) war ein italienischer Priester, der für seine Miniaturschnitzereien berühmt wurde und aus Cænifium in Kalabrien stammte.[2]
Leben
Faba war Priester in Kalabrien. Er schuf unter anderem eine Passion Christi und einen Wagen mit Insassen in Miniaturschnitzerei, die in der Allgemeinen Theaterzeitung beschrieben wurde als „Die Carrosse des Calabresen Girolamo Faba, welche mit zwei Pferden, dem Kutscher und zwei Personen im Innern, nicht größer als ein Gerstenkorn ist.“[3] Eine Beschreibung im Allgemeinen Künstlerlexikon von Johann Rudolf Füssli, der Faba als Hieronymus bezeichnet, gibt hingegen an: „Eine Carrosse von Holz in der Größe eines Weizenkorns; bey derselben sind ein Mann und eine Frau, der Kutscher samt zwei Ochsen.“
Er arbeitete in Haselnussschalen und mit Buchsbaumholz. Werke im Dresdner Grünen Gewölbe wurden mit Fabas Arbeiten verglichen.[4] Eugen von Philippovich geht davon aus, dass Faba auch unter dem Namen Faber bekannt war, und ordnet ihm Schnitzereien in Obstkernen zu.[5] Neben der Schnitzerei betätigte sich Faba auch als Schuster, Schneider, Maler und Kupferstecher. Seine kleinen Kunstwerke wurden dem spanischen König Philipp II., Kaiser Kral V., dem französischen König Franz I. und „einigen anderen Potentaten, als rechte Wunder-Stücke eingelieffert.“[2]
Literatur
- Faba (Hieronymus). In: Johann Rudolf Füssli (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon, oder: Kurze Nachricht von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Kunstgießer, Stahlschneider… Erster Theil 1, Erste Abtheilung A–M. Füßli und Co., Zürich 1810, S. 223 (reader.digitale-sammlungen.de): „Faba (Hierounimus), ein Priester aus Calabrien, schnitzte die Leidensgeschichte J. C. in Buchsholz so klein, dass man alle diese Stücke in eine Nussschale einschließen konnte […].“
- Faba, Girolamo. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 11: Erman–Fiorenzo. E. A. Seemann, Leipzig 1915, S. 146 (Textarchiv – Internet Archive).