Giuseppe Gabani
italienischer Maler
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Giuseppe Gabani (* 27. Juli 1846 in Senigallia, Provinz Ancona; † 12. Oktober 1900 in Rom) war ein italienischer Maler. Er ist vor allem als Militär-, Schlachten- und Jagdmaler bekannt und zählt zu den italienischen Künstlern des späten 19. Jahrhunderts, die historische und militärische Themen mit realistischer Detailgenauigkeit darstellten.[1]

Leben
Giuseppe Gabani stand in jungen Jahren lange Zeit im Dienst des Militärs. Zwischen 1866 und 1870 nahm er an den Operationen des 4. Kavallerieregiments teil und war somit Zeuge der Ereignisse des italienischen Risorgimento. Ab 1870 studierte er an der Accademia di San Luca in Rom bei Cesare Maccari. 1884 schloss er sein Studium mit einem Diplom ab. Anschließend eröffnete er ein eigenes Atelier in der Via Margutta 22 in Rom. In der Folgezeit widmete sich Gabani mit zunehmendem Erfolg der Militär-, Schlachten- und Jagdmalerei. Seine Darstellungen beruhen zunächst auf eigenen militärischen Erfahrungen, später auch auf intensiven Studien, unter anderem im Zoologischen Garten von Rom.[1]

1884 stellte er in Turin das Gemälde Il Colonello Barattieri di San Pietro alla testa del suo reggimento il 24 giugno 1866 aus. Das Werk wurde von den Söhnen Barattieris erworben und gelangte später in das Museo Storico di Cavalleria in Pinerolo. Am rechten Bildrand ist ein Selbstbildnis des Künstlers zu sehen, der selbst an dem dargestellten Ereignis teilgenommen hatte. Giuseppe Gabani pflegte Kontakte zu anderen Künstlern, darunter der Orientmaler Salvatore Valeri, der ebenfalls Schüler von Cesare Maccari gewesen war. Giuseppe Gabani malte die Fresken mit Pferdedarstellungen an der Decke des Teatro Costanzi in Rom. Um 1890 unternahm Gabani vermutlich eine Reise nach Ägypten, worauf eine als Cairo bezeichnete Studienarbeit mit zwei orientalischen Figuren hindeutet. Giuseppe Gabani starb am 12. Oktober 1900 in Rom.[1]
Werk

Giuseppe Gabanis Werk umfasst vorwiegend Gemälde mit militärischen, historischen und jagdlichen Motiven. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Schlachtendarstellungen sowie auf der realistischen Darstellung von Pferden. Orientalische Motive finden sich vor allem in seinen späteren Arbeiten. Als sein Hauptwerk gilt das Gemälde L’incendio di una stalla, dessen Verbleib bis 2022 unbekannt war.[2] Weitere bekannte Werke sind Il colpo di grazia, Ricordo del 24 giugno 1866 und Una ricognizione. Viele seiner Arbeiten befindet sich in öffentlichen Sammlungen, darunter die Gemälde Custoza, 1866 und Il luogotenente Pesenti respinge una batteria nemica aus dem Jahr 1898 in der Galleria del Quirinale in Rom. Der überwiegende Teil seines Œuvres befindet sich jedoch in Privatbesitz.[1]
Literatur
- Thieme, Ulrich; Becker, Felix (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 13, Wilhelm Engelmann, Leipzig, 1920.
- De Gubernatis, Angelo: Dizionario degli artisti italiani viventi, Le Monnier, Florenz, 1889.
- Comanducci, Agostino Mario: I pittori italiani dell’Ottocento, Band II, Milani, Mailand, 1971.
- Claudi, Giovanni Maria; Catri, Lucia (Hrsg.): Dizionario storico-biografico dei marchigiani, Band I, Ancona/Bologna, 1992.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 5: Dyck – Gémignani. Paris, 2006.
- Juler, Caroline: Les orientalistes de l’école italienne, ACR Édition, Paris, 1992.