Gjueschewo

Dorf in Bulgarien From Wikipedia, the free encyclopedia

Gjueschewo (bulgarisch Гюешево, englisch Gyueshevo) ist ein Dorf in der Gemeinde Kjustendil in Westbulgarien.

Schnelle Fakten (Гюешево), Basisdaten ...
Gjueschewo (Гюешево)
Basisdaten
Staat: Bulgarien Bulgarien
Oblast: Kjustendil
Einwohner: 152 (31.12.2024)
Fläche: 17,256 km²
Bevölkerungsdichte 8,8 Einwohner/km²
Koordinaten: 42° 14′ N, 22° 29′ O
Höhe: 938 m
Postleitzahl: 2570
Telefonvorwahl: (+359) 07925
Kfz-Kennzeichen:KH
Verwaltung (Stand: 2023)
Bürgermeister: Ognjan Atanassow
Regierende Partei: Партия на зелените
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Geografie

Gjueschewo liegt im äußersten Norden der Landschaft Makedonien, in der geographischen Region Kamenitza, in den nördlichen Ausläufern des Osogowogebirges auf 938 m über dem Meer und hat eine Fläche von 17,256 Quadratkilometern. Das Dorf lag bis in die 1990er Jahre an der Hauptverbindung über den Welbaschdpass und befindet sich seit deren Neubau rund einen Kilometer nördlich der Republikstraße I-6, welche Teil der Europastraße 871 und des Paneuropäischen Verkehrskorridors VIII ist. Über die I-6 ist der Ort mit dem 20 Kilometer östlich gelegenen Gemeindezentrum Kjustendil verbunden. Dorthin existiert auch eine 34 Kilometer lange, nicht elektrifizierte Bahnstrecke. Gjueschewo liegt außerdem an der bulgarisch-nordmazedonischen Grenze, rund 2 Kilometer südwestlich des Dorfes befindet sich der Grenzübergang Gjueschewo–Deve Bair.[1][2]

Geschichte

Es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen über die Entstehungszeit des Dorfes. Überreste einer thrakischen und antiken Siedlung, die nicht näher erforscht sind, zeugen davon, dass das Gebiet seit der Antike besiedelt war.[2]

Nach Gründung des Fürstentums Bulgarien gehörte das Dorf im Laufe der Jahre zu folgenden administrativ-territorialen Einheiten: Gemeinde Prekolnitsa (1883–1922), Gemeinde Gjueschewo (1922–1934), Gemeinde Ranentsi (1934–1978), Bürgermeisteramt des Siedlungssystems Gjueschewo (1978–1983), Siedlungssystem Bürgermeisteramt Garljano (1983–1987), Bürgermeisteramt der Gemeinde Kjustendil (seit 1987).[2]

1903 wurde ein Postamt eröffnet und 1910 eine Apotheke sowie am 16. Juli des Jahres der Bahnhof als vorläufiger Endpunkt der Bahnstrecke von Sofia. Es folgten 1915 ein Kreisveterinär- und Sanitätsdienst.

Im Ersten und im Zweiten Balkankrieg kämpften bis zu 4 Freiwillige aus Gjueschewo als Teil des Makedonien-Adrianopel-Freiwilligen-Korps der bulgarischen Armee gegen Osmanen und Serben.[3]

Bildung

1871 wurde die erste Schule in einem Privathaus eröffnet. Seit 1880 gab es eine Schule im Viertel Paschalijska (Zarewska). 1912 wurde das Progymnasium im Bahnhofsgebäude eröffnet, welches 1950 in ein größeres eigenes, später erweitertes Schulgebäude umzog. Die Schule bestand bis 2001.[2] Seither besteht eine Busverbindung, mit der schulpflichtige Kinder zur nächsten Schule in Kjustendil fahren können.

Es gibt für kleine Kinder einen Kindergarten, außerdem seit 1921 ein Tschitalischte.[2]

Sehenswürdigkeit

In Gjueschewo gibt es eine 1930 erbaute Kirche, welche der Dreifaltigkeit geweiht ist.[2]

Verkehr

Das Dorf hat zwar einen Bahnhof, der als Grenzbahnhof zwischen Bulgarien und dem Osmanischen Reich auf der Strecke von Sofia über Kjustendil und Gjueschewo nach Kriva Palanka und Kumanovo und letztlich bis Skopje dienen sollte. Allerdings ist der wiederholt geplante Lückenschluss nach Nordmazedonien bisher nicht erfolgt, obwohl der Bau der Bahnstrecke samt einem Teil des Grenztunnels von bulgarischer Seite Anfang der 1940er Jahre begonnen wurde, dann aber wegen des Zweiten Weltkrieges abgebrochen wurde. Auf jugoslawischer Seite wurde der Streckenbau in den 1950er Jahren wieder aufgenommen, ist aber bis heute nicht über Beljakovce hinaus gekommen. Im Oktober 2021 unterzeichneten die Regierungen Albaniens, Bulgariens und Nordmazedoniens ein Memorandum, die Strecke als Teil des Paneuropäischen Verkehrskorridors VIII bis 2035 fertigzustellen.[4]

Außerdem liegt Gjueschewo an der Republikstraße I-6, welche aus Osten von der Autobahn A3 Struma über Kjustendil kommend nach Westen zum Grenzübergang Gjueschewo-Deve Bair weiterführt und dort in die Avtopat A2 nach Kriva Palanka, Kumanovo und Skopje übergeht.[1]

Bevölkerungsentwicklung

Auch in Gjueschewo fällt die Einwohnerzahl stark.[5]

Weitere Informationen Datum, Einwohnerzahl ...
Frühere Jahre
Datum Einwohnerzahl
31.12.1934 910
31.12.1946 1004
01.12.1956 915
01.12.1965 893
02.12.1975 719
04.12.1985 598
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EinwohnerJahr01002003004005001992’97’02’07’12’17Gjueschewo

Einzelnachweise

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