Glane (Bad Iburg)

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Glane ist ein Ortsteil der Stadt Bad Iburg im niedersächsischen Landkreis Osnabrück. Der Ort war bis 1970 Teil der Gemeinde Glane-Visbeck und anschließend Hauptort der kurzlebigen Großgemeinde Glane, die am 1. Juli 1972 in die Stadt Bad Iburg eingemeindet wurde.

Schnelle Fakten Stadt Bad Iburg ...
Glane
Stadt Bad Iburg
Koordinaten: 52° 9′ N,  4′ O
Höhe: 96 m ü. NHN
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 49186
Vorwahl: 05403
Glane (Niedersachsen)
Glane (Niedersachsen)
Lage von Glane in Niedersachsen
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Geografische Lage

Ortsmitte und Thie

Glane liegt am Südrand des Teutoburger Waldes im Übergangsbereich zur Westfälischen Tieflandsbucht. Die Bebauung des Ortes schließt südwestlich an die Kernstadt Bad Iburg an. Glane ist von Hügeln umgeben, die hier „Brinke“ genannt werden:

  • Bödefüer
  • Brink am Nageldamm
  • Siebenbrink
  • Gehrenbrink
  • Kreuzbrink

Geschichte

Gegründet wurde Glane am Schnittpunkt zweier alter Handelsrouten: an der West-Ost-Verbindung, die südlich entlang des Teutoburger Waldes von Rheine, Lienen, Glane nach Borgholzhausen führt, und an der Nord-Süd-Verbindung, die Osnabrück über Iburg und Glane mit Warendorf verbindet.

Die Siedlungsgeschichte von Glane lässt sich im Gemeindegebiet anhand archäologischer Spuren bis in die Jungsteinzeit verfolgen.

Für das historische Kirchspiel Glane wird erstmals im Jahr 1108 eine Kirche urkundlich erwähnt.[1] Diese erste Glaner Kirche stand an der Grenze zwischen den damals bereits bestehenden Kirchspielen Lienen und Laer westlich des heutigen Dorfkerns in der Ostenfelder Mark, heute Bahnhofstrasse (Lauwerth).

Glane gehörte bis zu den Napoleonischen Kriegen zum Amt Iburg des Hochstifts Osnabrück. Von 1807 bis 1810 gehörte Glane zum Kanton Iburg des napoleonischen Satellitenstaats Königreich Westphalen. Von 1811 bis 1813 gehörte der Ort unmittelbar zu Frankreich und war dort Sitz der Mairie Glane im Arrondissement Osnabrück des Departements der Oberen Ems. Glane kam Borgloh zum Königreich Hannover und gehörte dort wieder zum Amt Iburg. 1867 fiel Glane mit dem gesamten Königreich Hannover an Preußen. Dort bildete Glane zusammen mit der südlich angrenzenden Bauerschaft Visbeck die Gemeinde Glane-Visbeck, die seit 1885 zum Kreis Iburg gehörte. Der Kreis Iburg wurde 1932 in den Landkreis Osnabrück eingegliedert.

Im Landkreis Osnabrück war Glane Sitz der Samtgemeinde Glane, deren drei Mitgliedsgemeinden Glane-Visbeck, Ostenfelde und Sentrup waren. Am 1. Juli 1970 wurden die drei Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Glane zur Einheitsgemeinde Glane zusammengeschlossen. Die neue Gemeinde Glane hatte bei ihrer Gründung etwa 3200 Einwohner und am 27. Mai 1970, dem Tag der Volkszählung, 3237 Einwohner. Bereits am 1. Juli 1972 wurde die junge Gemeinde wieder aufgelöst und in die Nachbargemeinde Bad Iburg eingegliedert.[2]

Verkehr

Durch Glane verläuft die Landesstraße L 97 in West-Ost-Richtung von der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen bei Lienen nach Hilter am Teutoburger Wald und zur Autobahnauffahrt 12 der A 33. Die L 98 zweigt in Glane ab und führt nach Bad Laer.

Die Strecke Ibbenbüren–Hövelhof der Teutoburger Wald-Eisenbahn führte ab 1901 am westlichen Ortsrand von Glane entlang.

Sehenswürdigkeiten und Bauwerke

Ein markantes Gebäude im Ort ist die neugotische Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere. Zwischen Kirche und Friedhof steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, umrahmt von Gedenktafeln für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs.

Für Glane bzw. Glane-Visbeck sind noch die ehemaligen Wasserburgen Scheventorf und Schleppenburg zu erwähnen.

In Glane gibt es fünf ehemalige Meyerhöfe, Obermeyer, Niedermeyer (Eilers), Averbeck, Wiemann und Töniges.

Wassermühlen

In Glane gab es vormals vier Wassermühlen: die obere Klostermühle (jetzt Mühlmeyer), die untere Klostermühle (Höpken Mühle), Brockmeyers Mühle und schließlich noch die Mühle beim Hof Heringhaus. Die obere Klostermühle ist bereits urkundlich belegt seit dem Jahre 1538 (lt. Annalen Kloster Iburg), dürfte aber noch älter sein. Ihr Standort liegt kurz nach dem Zusammenfluss des Kolbaches mit dem Freedenbach an der Grenze zwischen Iburg und Glane beim Hofe Mühlmeyer. Sie ist in einem guten Zustand: das Mühlrad ist noch funktionstüchtig; auch ist der Mühlenteich noch vorhanden. Die Hökken Mühle wurde im Jahre 1979 abgebrochen und ihr Mühlenteich zugeschüttet. Man kann aber noch im Gelände, am Glaner Bach und am heutigen Gebäude Spuren der Nutzung erkennen. Die dritte Glaner Mühle stand zunächst am Glaner Bach unterhalb der Burg Scheventorf, wurde im Jahre 1853 auf Abbruch verkauft und südlich des Hofes Brockmeyer in Glane-Visbeck komplett wieder aufgebaut. Lange Jahre gab es hier einen regen Betrieb. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie schließlich wegen Unrentabilität im Jahre 1957 abgebrochen. Die Mühle bei Hof Heringhaus hingegen ist noch mitsamt Mühlenteich vorhanden. Sie hat früher nur für den eigenen Bedarf gearbeitet. Diese Wassermühle liegt am Siebenbach.

Heiligenhäuschen

Auf dem Gemeindegebiet finden sich – typisch für die katholisch geprägte Region des Südkreises Osnabrück so wie auch im umliegenden Münsterland – viele Heiligenhäuschen (auch Feldkapellen genannt).

Wegkreuze

Ergänzt werden die Heiligenhäuschen von einer Reihe von Wegkreuzen.

Tradition und Brauchtum

Glaner Trachten

Jährlich finden Jahresfeste statt, so z. B. Osterfeuer, Schützenfest, Glaner Markt. Ferner die Prozession zu Fronleichnam und die Jakobusprozession.

In Glane war die volkstümliche Bauerntracht im 19. Jahrhundert eine Fest- und Kirchgangskleidung der Bäuerinnen. Das charakteristische Schmuckstück war die Goldhaube mit dem geklöppelten weißen Strich. Zur Tracht gehörten weiter das dreieckige Umschlagtuch aus besticktem Tüll, das silberne Halsgeschirr und ein langer schwarzer Rock mit Halbschürze. Für die Männer galt: "Gehrock und Zylinder", damit nahmen z. B. die Mitglieder des Kirchenvorstands an den Prozessionen teil.

Das Glaner Platt ähnelt sowohl dem Münsterländer als auch dem Osnabrücker Platt. Dabei gilt folgende Besonderheit: Während sonst im niedersächsischen Platt der Laut ch aus Bequemlichkeitsgründen gern vermieden wird, spricht man ihn in Glane im Anlaut statt g, z. B. "In Chlane choet se chärn in'n Choarn" – "in Glane gehen sie gerne in den Garten".

Vereinsleben

In Glane sind u. a. ein Heimatverein, Schützenverein, Sportverein, Männergesangverein und die Katholische Landjugend-Bewegung tätig. Ferner gibt es die Ortsfeuerwehr Glane.

Natur

Nordöstlich von Glane auf dem ehemaligen Gemeindegebiet liegt das 220 ha große NaturschutzgebietFreeden“.[3]

Siehe auch

Literatur

  • Matthias Brinkmann: Glaner Heimatbuch, Schnell-Druck Warendorf, 1950.
  • Georg Pohlmann: Glaner Heimatbuch Band 2, Verlag Ernst Knoth GmbH Melle, 1989.
  • 900 Jahre Glane – eine Chronik in Bildern und Worten, hrsg. v.d. Katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus d. Ä. Glane, Grote Verlag GmbH Bad Iburg, 1988.
Commons: Glane – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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