Glasaal
Durchscheinende Aale im Jugendstadium
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Als Glasaal bezeichnet man das Jugendstadium der Aale (Anguillidae), das auf das Weidenblattlarven-Stadium folgt. Der Jungfisch wird als „Glasaal“ bezeichnet, weil er in diesem Stadium noch durchscheinend ist.

Glasaale ziehen durch das Meer und können in die Unterläufe (Potamal) der Flüsse zu den Lebensräumen der erwachsenen Aale einwandern oder sich im Bereich von Flussmündungen ansiedeln, insbesondere in kaltem Meerwasser.[1]
Glasaal und Mensch
Ausbeutung
Die Befischung von Glasaalen kann lokal oder regional erheblich sein. Am Arzal-Mündungsdamm in Vilaine, Bretagne, Frankreich wurden Fangausbeuten und Bestände 1996 bis 2000 analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass nur 0,3 bis 3,9 % der Glasaalpopulation den Fluss oberhalb des Dammes erreichte.[2] Diese Überfischung, so schlussfolgern die Untersucher, hat einen Bestandsrückgang zur Folge. Daher werden Glasaale in den Meeren gefangen und in Binnengewässern ausgesetzt.[3][4]
Es werden immer weniger Glasaale des Europäischen Aals gefangen, weil seine Bestände in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgegangen sind, sodass der Europäische Aal vom Aussterben bedroht ist.[5] Das führt zu sehr hohen Preisen für europäische Glasaale: So wurden kurz vor Weihnachten 2025 in Nordspanien Glasaale für 13.000 € pro Kilogramm versteigert.[6]
Glasaale sind nicht nur in spanischen Luxusrestaurants eine Weihnachts-Spezialität, auch in Asien gelten Glasaale als Delikatesse.[7][6] Inzwischen ist ein lukrativer illegaler Handel mit Glasaalen von Europa nach Asien entstanden.[8] Das Schweizer Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit bezifferte 2025 die Erträge der organisierten Kriminalität aus dem illegalen Handel mit europäischen Glasaalen auf etwa 400 Millionen Euro pro Jahr.[9] Von 2015 bis 2025 wurden über 850 Personen im Zusammenhang mit europäischem Glasaal-Schmuggel festgenommen (Europol Operation LAKE).[10]
Während Glasaale des Europäischen Aals in den letzten Jahrzehnten immer seltener geworden sind, nahm der Handel mit Glasaalen des Amerikanischen Aals stark zu (2004: 2 Tonnen, 2022: 157 Tonnen).[11] Dabei floriert besonders der illegale Handel, denn er ist ähnlich lukrativ wie der Kokain-Handel.[12][13]
Ersatzprodukt

Glasaale sind vor allem im Baskenland ein traditionell zu Weihnachten sehr beliebtes Gericht (Angulas). In den letzten Jahren hat man wegen der sehr hohen Preise einen „Angulas-Ersatz“ aus Surimi (Fischprotein mit Aromastoffen) entwickelt, genannt Gulas. Die Masse wird zuerst in Formen gepresst, danach erhält jedes Stück zwei mit Lebensmittelfarbe gemalte Pünktchen als Augen, um das Produkt wirklichkeitsnäher zu gestalten.
Rechtlicher Status
Als migrierende Population, soweit sie nationale Zuständigkeitsgrenzen überquert, unterliegen Glasaale dem Schutz der Bonner Konvention von 1983 (Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten).