Glasewald-Medaille

philatelistische Auszeichnung für besondere Verdienste im Bereich der Forschung zu Privatpostunternehmen, gestiftet 1928 From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Glasewald-Medaille ist eine Auszeichnung an Philatelisten für besondere Verdienste zur Erforschung der Geschichte der Privatpostunternehmen. Benannt ist sie nach dem Philatelisten Arthur Ernst Glasewald aus Gößnitz.[1]

Geschichte

Glasewald Medaille von 1928 aus dem Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Nach dem Ableben von Glasewald stiftete der dortige Verein 1928 eine Silbermedaille von 35 mm Durchmesser für besondere Verdienste. Graveur war Friedrich Wilhelm Hörnlein, die Prägung nahmen die Muldenhütten bei Freiberg vor.[2] Noch heute befindet sich ein Exemplar im Dresdner Münzkabinett.

Nach der Gleichschaltung des Vereinswesens im Dritten Reich sind weitere Verleihungen unterblieben. Fritz Lenig, der nach dem Zweiten Weltkrieg am 1. Dezember 1947 den MERKUR (Verein Deutscher Privatpostmarkensammler im Bund Deutscher Philatelisten) gründete, griff 1952 die Tradition dieser Medaille wieder auf. Durch Beschluss des Vorstandes am 9. Januar 1952 und der Generalversammlung am 26. Januar 1952 wurde die Schaffung einer neuen Glasewald-Medaille beschlossen, die die Erinnerung an den Altmeister der Deutschen Privatpostkunde aufrechterhalten soll.[3][4] Die vergoldeten Silbermedaillen von 60 mm Ø wurden von Adam Donner aus Wuppertal geprägt. Auf der Revers-Seite blieb Platz zur Eingravierung vom Namen und der Jahreszahl. Rückwirkend wurden 5 Medaillen verliehen. In den Jahren 1953, 1955 und 1956 wurden drei weitere noch unter dem Merkur-Vorsitz von Fritz Lenig (1905–1955) verliehen. Nach 1956 bestand der Kern aus Messing und auch der Text auf der Revers-Seite wurde leicht geändert. Höchstwahrscheinlich wurden diese Änderungen nach dem Ableben von Lenig vorgenommen. Heutige Medaillen haben einen Kern aus Zinkguss.

Glasewald Medaille von 2000

In den frühen 1960er Jahren nahm die Zahl der Merkur-Mitglieder stetig ab. Die Vereinsschrift „Merkur, Privatpostalische und postgeschichtliche Mitteilungen“ stellte mit Heft 132 im Dezember 1963 ihr Erscheinen ein.

Durch die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Privatpost unter der Federführung von Horst Müller am 18. Juni 1983 wurde das Sammelgebiet wieder belebt. Der Merkur wurde am 4. Mai 1996 mit der Arbeitsgemeinschaft Privatpost vereinigt zur heute noch aktiven Arbeitsgemeinschaft Privatpost-Merkur e.V. mit ca. 100 Mitgliedern und Sitz in Groß Kreutz (Havel). Es fanden weitere Verleihungen statt, zuerst unter dem Kapitelvorsitz von Emil W. Mewes, dann von Horst Müller und seit 2026 von Oswald Walter. Die Glasewald-Medaille wird regelmäßig vom Glasewald-Kapitel verliehen, zum Teil auch durch online-Abstimmungen. Von 1928 bis 2026 erfolgten 42 Verleihungen und es gibt mit Stand April 2026 12 lebende Mitglieder des Glasewaldkapitels. Der 100. Todestag des Philatelisten Arthur Ernst Glasewald wurde 2026 durch die Arbeitsgemeinschaft Privatpost-Merkur e.V. in seiner Heimatstadt Gößnitz mit einem Festakt gedacht. Bei dieser Veranstaltung wurde Oswald Walter zum neuen Kapitel-Vorsitzenden gewählt.

Preisträger

  • 1928 Alfred Naumann (1875–1936)
  • 1929 Hugo Krötzsch (1858–1937)
  • 1930 Otto Falck (1871–1944)
  • 1932 Wilhelm Herzog (1881–1944)
  • 1934 Kurt Zirkenbach (1895–1972)
  • 1947 Fritz Lenig (1905–1955)
  • 1948 Erich Schmidt (1882–1956)
  • 1949 Ernst Jasse (* 1877)
  • 1950 Heinrich Düsterbehn (1868–1954)
  • 1951 Georg Glasewald (1895–1972)
  • 1953 Kaspar Spälti-Schiesser
  • 1955 Paul F. Rampacher (1881–1972)
  • 1956 Emil W. Mewes (1913–2000)
  • 1958 Erich Schlaikjer (* 1901)
  • 1959 Werner Ahrens (1900–1983)
  • 1960 Wilhelm Ploenes (1911–1964)
  • 1961 Maurice Williams (1905–1976)
  • 1961 Leon Norman Maurice (1914–1999)
  • 1965 Joachim Frey (1927–1984)
  • 1969 Wilhelm Kähler (1902–1980)
  • 1982 Hans Meier zu Eissen (1930–2018)
  • 1994 Horst Müller (1937–2025)
  • 1995 Heinz Frost (1920–2010)
  • 1996 Hermann G. Neubauer (1927–2019)
  • 1997 Peter F. Rogers (* 1932)
  • 1998 Michael Ahrens (1949–2012)
  • 1999 Martin Erler (1920–2014)
  • 2000 Horst Liskien (1933–2026)
  • 2001 Horst Jaedicke (1924–2010)
  • 2003 Thomas Burger (* 1966)
  • 2006 Gernot Steinmüller (1938–2009)
  • 2009 Wolfgang Baldus (* 1954)
  • 2011 Rodney G. Jowett (1943–2019)
  • 2015 Oswald Walter (* 1953)
  • 2016 Ralph Phillips (* 1944)
  • 2018 Knuth Glasø (* 1954)
  • 2019 Klaus P. Schmidt (* 1949)
  • 2022 Ingo Anders (* 1958)
  • 2023 Hubert Tretner (* 1946)
  • 2024 Matthias Fibiger (* 1953)
  • 2025 Stefan Jacob (* 1982)
  • 2026 Frank Stuckel (* 1959)

Dem Kapitel gehört außer den Preisträgern der Vorstand der ArGe Privatpost-Merkur an, derzeit vertreten durch

  • Chris Rappaport (* 1952) - 1. Vorsitzender ArGe Privatpost-Merkur e.V.
  • Steve Schmidt (* 1987) - Vorstandsmitglied ArGe Privatpost-Merkur e.V. / Schriftführer des Glasewald-Kapitels

Literatur

  • Ullrich Häger: Großes Lexikon der Philatelie. Bertelsmann, Gütersloh 1973, ISBN 3-570-03229-9, S. 180.
  • Glasewald-Medaille. In: Wolfram Grallert, Waldemar Gruschke: Lexikon der Philatelie. 5., bearbeitete und ergänzte Auflage. Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, [Ost-]Berlin 1981, DNB 840241240, S. 184.

Einzelnachweise

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