Glitterhouse
deutsches Independent-Label aus Beverungen
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Glitterhouse Records ist ein deutsches Independent-Label und ein Mailorder-Vertrieb mit Sitz in Hamburg. Mitte der 1980er Jahre in Beverungen, Nordrhein-Westfalen gegründet, war es bis Anfang der 1990er die europäische Dependance des amerikanischen Labels Sub Pop. Einmal jährlich wird im Garten des ehemaligen Firmensitzes das Orange Blossom Special Festival veranstaltet. 2018 gründete sich das Label als Inhouse Label des Vertriebs Indigo Musikproduktion + Vertrieb GmbH und Yellow Media GmbH in Hamburg neu.[1] Mit der Firmenübernahme übernahm Jörn Heinecker 2018 die Geschäftsführung, seit 2023 ist auch Malin Heinecker in der Geschäftsführung.[2]
| Glitterhouse Records | |
|---|---|
| Mutterunternehmen | Indigo Musikproduduktion + Vertrieb GmbH |
| Aktive Jahre | seit 1984 |
| Gründer | Reinhard Holstein, Rembert Stiewe |
| Sitz | Hamburg, Deutschland |
| Website | glitterhouse.com |
| Labelcode | 08323 |
| Vertrieb | Indigo Musikproduktion + Vertrieb GmbH / 375 Media GmbH / UK: Shellshock Distribution / CH: Irascible u. a. |
| Genre(s) | Pop, Avantgarde, Indie-Rock, Folk, Singer-Songwriter, Rock |
Label-Geschichte
Die Anfänge
1981 gegründet von Reinhard Holstein und Rembert Stiewe, legte das Fanzine „The Glitterhouse“ den Grundstein für das gleichnamige Record Label. Das Magazin beinhaltete hauptsächlich 60’s Garage und Psychedelia, Ausläufer des Punk, Weirdo-Folk und ähnliche Genres. Nach einem Australienurlaub importierte Holstein eine Anzahl von Singles von Citadel Records, die im parallel gegründeten Mailorder-Versand vertrieben wurden. Die erste eigene Veröffentlichung war eine Musikkassette deutscher Garage-Bands mit dem Titel „Battle of the Bands“. 1983 wurden mit der „Hipster’s“ 7″-Single – „Sound Of The Young Soul“ und der Compilation-LP „The Declaration of Fuzz“ die ersten Vinyls veröffentlicht. Es folgten Veröffentlichungen deutscher Künstler, wie Surfin’ Dead, The Strangemen oder den Shiny Gnomes. Durch Gewerbeanmeldung wurde Glitterhouse Records 1984 schließlich von einem reinen Hobby- zu einem Gewerbebetrieb.
Label-Entwicklung 1980er bis 2018
(Quelle: Labelhomepage[3])
Sub Pop
1987 startete eine Lizenzkooperation mit dem Musiklabel Sub Pop aus Seattle. Sub Pop hatte unter anderem Nirvana und Soundgarden unter Vertrag und wird später auch als Auslöser und Wegbereiter für den Erfolg der Grunge-Musik bezeichnet. Diese Kooperation verschaffte Glitterhouse gesteigerte Aufmerksamkeit und eine verbesserte Marktposition. Zu den in Europa vermarkteten Bands zählten zunächst Green River, Mudhoney, The Walkabouts, Tad, Supersuckers und Seaweed, später dann The Afghan Whigs, Spinanes, Codeine, Big Chief, Pond und viele weitere Bands des Labels in Seattle. Die Kooperation mit Sub Pop währte, zuletzt als gemeinsame transatlantische GmbH, sieben Jahre und wurde im Jahre 1995 in beiderseitigem Einvernehmen beendet.
Amphetamine Reptile
Parallel vermarktete Glitterhouse von 1988 bis 1995 auch die Produkte des Labels Amphetamine Reptile, wie etwa Helmet, Cows oder God Bullies. Diese Kooperation endete, als sich Glitterhouse nicht mehr mit den musikalischen Inhalten des amerikanischen Noise-Labels identifizieren konnte. Außerdem wurden weiterhin unter dem Label Glitterhouse eigene Signings veröffentlicht, darunter Monster Magnet, Sylvia Juncosa, Sister Double Happiness oder Bitch Magnet.
1990er – Internationale Ausrichtung (Rock, Americana)
Ab circa 1994 wurde dem Label eine eigene Richtung gegeben. Neben Alternative Rock und diversen amerikanischen Musikern wurden viele neue Bands skandinavischer oder englischer Herkunft von Glitterhouse unter Vertrag genommen. Pop (Midnight Choir, The White Birch), Indie-Electronica (Lilium, Ai Phoenix), Avantgarde (David Thomas & Two Pale Boys, Pere Ubu), Singer-Songwriter (Ben Weaver, Scott Matthew), „düsterer Contemporary“ (Wovenhand, 16 Horsepower, Chris & Carla, The Walkabouts, Dakota Suite, Savoy Grand, Willard Grant Conspiracy), Boheme-Rock (BigBang, The Great Crusades), swampy ElectroBluesNoise (Hugo Race & The True Spirit) und Indie-Rock (Lampshade, Mount Washington, Seachange).[4] 2010 wurde die ehemalige Personengesellschaft in eine GmbH & Co. KG umgewandelt. Bis 2023 hatte Glitterhouse über 1000 Veröffentlichungen vorzuweisen.[5]
Das Orange Blossom Special (1997–2025)
Seit 1997 findet jährlich das dreitägige Orange Blossom Special als Open-Air-Festival im Garten des (ehemaligen) Firmensitzes statt. Etwa 3300 Besucher und etwa 30 Bands schaffen eine familiäre Atmosphäre, die ganz bewusst im Gegensatz zu stark kommerzialisierten Großveranstaltungen steht.
Zum 1. August 2018 übernahm Indigo als Mehrheitsgesellschafter der neu gegründeten Glitterhouse Records GmbH die Rechte des Labels und den Glitterhouse-Mailorder[6][7]; im September 2025 trennten sich die Glitterhouse Records GmbH vom Orange Blossom Special Festival.[8]
Seit 2018
Mit der Neugründung fokussierte das Label das eigene Roster auf die Key-Artists, deren Kern aus langjährigen internationalen Glitterhouse-Künstler vor allem des Singer-Songwriting einerseits (u. a. Scott Matthew, Nive Nielsen, Chris Eckman, 16 Horsepower) und Signings aus dem deutschsprachigen Indie, Postpunk und Avant-Pop Bereich (Stoppok, Steiner & Madlaina, Die Nerven, Alicia Edelweiss) andererseits besteht.[9]
Bands
- Steiner & Madlaina
- The Walkabouts
- Wovenhand
- Stoppok
- Alicia Edelweiss
- Nive Nielsen
- Die Nerven
- Scott Matthew
Aktuelle Künstler
- Alicia Edelweiss
- all diese gewalt
- alowan
- Cash Savage and the Last Drinks
- Die Nerven
- Distance, Light & Sky
- Nive Nielsen & The Deer Children
- The Jeffrey Lee Pierce Sessions
- Trixsi
- The Walkabouts
- Scott Matthew
- 16 Horsepower
- Wovenhand
- Chris Eckman
- Steiner & Madlaina
- Stoppok
- Kay & Funky von TON STEINE SCHERBEN feat. Birte Volta
Ehemalige Künstler
- Ben Zabo
- Adele & Glenn
- Lobi Traore
- Bambi Molesters
- Great Crusades
- Michael J. Sheehy
- L/O/N/G
- Dirtmusic
- Elva Snow
- Timesbold
- Tamikrest
- Dakota Suite
- Willard Grant Conspiracy
- Hobotalk
- Midnight Choir
- BigBang
- White Birch
- Boy Omega
- Seachange
- David Thomas
- Friends of Dean Martinez
- Ai Phoenix
- Pere Ubu
- Rainer
- Ben Weaver
- David Munyon
- Lampshade
- Locust Fudge
- Hip Young Things
- The Melvins
- Codeine
- Helmet
- Afghan Whigs
- Mark Lanegan
- Tad
- Velocity Girl
- Mudhoney
- Green River
- Shiny Gnomes
- Broken Jug
- Miracle Workers
- Monster Magnet
- Chokebore
- Larry Barrett
- Gary Floyd
- Richard Buckner
- The Minus 5
- The Shivers
- Go to Blazes
- Kim Salmon
- Jacobites
- Steve Westfield
- Nikki Sudden
- Neal Casal
- Jon Dee Graham
- Nadine
- Buddy & The Huddle
- Tilman Rossmy
- Johnny Dowd
- Steve Wynn
- Mark Olson
- Howe Gelb
- Hazeldine
- Granfaloon Bus
- The Hitchin’ Post
- Wolfgang Michels
- Sea + Air
- The White Birch
- Rocky Votolato
- Keston Cobblers' Club
- Museé Mecanique
- Christine Owman
- Caroline Keating
- Boy Division
- Penelope Houston
- Golden Kanine
- Mount Washington
- Savoy Grand
- Lilium
- Got No Chains
- Hugo Race & True Spirit
- Carla Torgeson
- Chris & Carla
Weblinks
- https://www.glitterhouse.com/
- https://www.orangeblossomspecial.de/ – Offizielle Website zum Festival