Global Methodist Church
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Die Global Methodist Church (GMC) ist eine methodistische Kirchenvereinigung, die sich vorwiegend wegen unterschiedlicher Beurteilung von sexualethischen Fragen von der United Methodist Church (UMC) abgespalten hat und am 1. Mai 2022 gegründet wurde.
| Global Methodist Church (GMC) | |
|---|---|
| Gründung | 1. Mai 2022 |
| Gründer | Keith Boyette, Wesleyan Covenant Association, Asbury Theological Seminary[1] |
| Motto | The Global Methodist Church exists to make disciples of Jesus Christ and spread scriptural holiness across the globe (deutsch: Die Globale Methodistische Kirche will Jünger von Jesus Christus machen und biblische Heiligkeit rund um den Globus verbreiten) |
| Aktionsraum | weltweit |
| Personen | Mike Schafer, leitender Beauftragter für Verbindungsarbeit[2] |
| Mitglieder | über 7000 Kirchgemeinden (englisch: congregations, Februar 2026)[3] |
| Website | https://www.globalmethodist.org/ |
Geschichte
Ab Mitte des 20. Jahrhunderts kam es in der United Methodist Church vor allem im Westen zu größeren Auseinandersetzungen und zu zunehmendem Streit um das biblische Verständnis, Zeugnis und das Wesleyanische Erbe. Das führte nach langen Versuchen des Ausgleichs, der Schlichtung und der Mediation am 1. Mai 2022 zur Gründung der Global Methodist Church. Ungefähr ein Fünftel der Mitglieder der United Methodist Church, über 4.500 Kirchgemeinden mit über 650.000 Mitglieder waren nicht einverstanden mit dem liberalen Kurs in sexualethischen Fragen und den damit verbundenen Entscheidungen ihrer Kirche und schlossen sich der Global Methodist Church an.[4]
Vom 20. bis 26. September 2024 konnte die GMC in San José, Costa Rica, ihre erste Generalversammlung (englisch: General Conference) durchführen unter dem Motto: Damit die Welt es erfährt. Es trafen sich über 300 Delegierte und etwa 700 Stellvertreter, die 4.733 Ortsgemeinden aus 17 Ländern repräsentierten. Das Buch der Lehre und Disziplin (englisch: Book of Doctrine and Discipline), das Dogmatik und Ethik zusammenfasst und festlegt, und die Leitungsgremien wurden somit demokratisch bestimmt.
Die deutsche evangelisch-methodistische Kirche hat einen eigenen Weg gefunden, indem sie innerhalb der Kirche einen Gemeinschaftsbund gegründet hat, wo Personen mit traditionellen Positionen in sexualethischen Fragen Platz gefunden haben. International ist infolge der großen Unterschiede, der einschneidenden Ereignisse und Umwälzungen innert kurzer Zeit eine generelle Aussöhnung und gegenseitige Anerkennung von UMC und GMC noch ausstehend.[5]
Glaubensbekenntnis und Mission
Das Glaubensbekenntnis ist stark geprägt von den Anfängen und der Geschichte der Methodisten. Nach 1720 trafen sich John Wesley, Charles Wesley und ihre Freunde an der Universität Oxford, um ihren christlichen Glauben durch tägliche, praktische geistliche Übungen zu vertiefen. Von anderen wurden sie wegen ihrer methodischen Art, den Glauben zu praktizieren und sich gegenseitig Rechenschaft abzulegen, als neue Sekte der Methodisten verspottet. Die kleine Gruppe nahm die Beleidigung hin und hielt an ihrer Gemeinschaft fest. Seitdem sind sie und die Millionen, die ihnen folgten, als Methodisten bekannt.
Das im September 2024 von der Generalversammlung bestätigte Buch der Lehren und Disziplin (BDD) der Global Methodist Church soll als Ressource für alle dienen, die sich einem methodischen, praktischen und konkreten Glaubensweg anschließen wollen, um Gott zu lieben und anderen Menschen als Jünger von Jesus in dieser Welt zu dienen. Ausgehend von den alten apostolischen Glaubensbekenntnissen, die in der Heiligen Schrift wurzeln und von der Kirche als verbindliche Lehre anerkannt wurden, bietet das Buch der Lehren und Disziplin einen wichtigen Bezugsrahmen für die Global Methodist Church. Es ist eine wichtige Grundlage für einen Glaubensweg, der von Gebet getragen wird. Ziel ist es, dass kirchliches Leben gelingen möge, indem Jünger von Jesus Christus gemacht werden und die Heilige Schrift auf der ganzen Welt verbreitet wird.[6]
Im Zentrum der Global Methodist Church steht die Vision, sich dem einen wahren Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, hinzugeben und somit eine leidenschaftliche Hingabe zu leben. Das soll zu einer weltweiten Missionsbewegung von Jüngern führen, die Gott anbeten, Menschen lieben und mutig Zeugnis ablegen vom Evangelium als lebensrettende, verwandelnde Botschaft. Verwurzelt in der Heiligen Schrift und geleitet vom Heiligen Geist streben wir danach, den ganzen Ratschluss Gottes in jede Kultur und Gemeinschaft einzubringen und das Reich Gottes voranzubringen. Als globale Kirche schätzen wir die Gaben eines jeden Mitglieds und gehen in gegenseitiger Liebe, Demut und Dienstbereitschaft einen gemeinsamen Weg. Wir beteiligen uns an Gottes Mission, Menschen zu Jüngern von Jesus Christis zu machen und so die Welt zu verwandeln.[7]
Struktur und Organisation
Die Wesleyan Covenant Association unter der Leitung des Juristen und Pastors Keith Boyette sowie weitere Gruppierungen wie Personen des Asbury Theological Seminary haben bei der Gründung der GMC mitgewirkt und sie vorangetrieben.[8] Für Boyette war entscheidend, dass die UMC im Jahr 2016 eine lesbische Bischöfin zugelassen, obwohl das damalige Book of Discipline einen solchen Lebensstil und Praxis für Geistliche verboten hatte.[9]
Pastor Mike Schafer wurde zum ersten leitenden Beauftragten für Verbindungsarbeit (englisch: Connectional operations officer) ernannt. Er hat ein globales Komitee zusammengestellt, dessen Hauptaufgabe darin besteht, Bischöfe für verschiedene geographische Regionen einzusetzen und ein Funktionieren der globalen Strukturen für ein kirchliches Leben zu gewährleisten.[10]
Bis Anfang des Jahres 2026 wurden bereits folgende Bischöfe eingesetzt: John Pena Auta, Kimba Evariste (zuständig für Zambia), Jeff Greenway (Ruanda, Myanmar und Vietnam); Leah Gregory, Scott Jones (Kenia und Ostafrika), Eduard Khegay (Pakistan); Kenneth Levingston (Peru und Brasilien); Carolyn Moore (Fiji, Sri Lanka und Südostasien), Mark Webb (Angola und Mosambik). Daneben gibt es emeritierte Bischöfe wie Young Jin Cho, Bob Hayes, Jr., J. Michael Lowry, Edward Williamson und John Wesley Yohanna, die beim Aufbau der jungen Kirche mitwirken.[11]
Mitgliederzahlen
Kurz nach der Covid-Pandemie wurde am 1. Mai 2022 die Global Methodist Church gegründet. Im Jahr 2024, nach ungefähr zwei Jahren, zählte die Kirche bereits über 4.200 Kirchgemeinden. Im Oktober 2025 wurde die Marke von 6000 Gemeinden erreicht und im Februar 2026 waren es 7000 Kongregationen.[3]
Literatur
- Jessica LaGrone, Walter B. Fenton: For a Faithful Future. The Global Methodist Church, Seedbed Publishing, 2025, ISBN 979-8-8880-0193-6.
Weblinks
- Global Methodist Church, Website globalmethodist.org (2026, englisch).
- Michael Gryboski: Conservative alternative to UMC now has over 7,000 member congregations, Website christianpost.com (19. Februar 2026, englisch).
- Tom S. Rainer: The Global Methodist Church: These Things I Pray, Website churchanswers.com (29. Januar 2024, englisch).
- Timothy C. Tennent: Seven Next Steps for the Global Methodist Church, Website goodnewsmag.org (2022 und 2025, englisch).