Glycidaldehyd

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Glycidaldehyd ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Epoxide und Aldehyde und das einfachste Epoxidaldehyd.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Glycidaldehyd
Allgemeines
Name Glycidaldehyd
Andere Namen
  • 2,3-Epoxypropionaldehyd
  • Oxirancarboxaldehyd
Summenformel C3H4O2
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit starkem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 765-34-4
EG-Nummer 212-143-8
ECHA-InfoCard 100.011.039
PubChem 13002
Wikidata Q2307855
Eigenschaften
Molare Masse 72,06 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

1,14 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−62 °C[1]

Siedepunkt
Dampfdruck

27 mmHg (25 °C)[1]

Löslichkeit

mischbar mit Wasser[1] und den meisten organischen Lösungsmitteln[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Glycidaldehyd kann durch Epoxidierung von Acrolein mit alkalischem Wasserstoffperoxid gewonnen werden.[4]

Eigenschaften

Glycidaldehyd ist ein farblose Flüssigkeit mit starkem Geruch, die mischbar mit Wasser ist.[1] Es dimerisiert leicht zu einem weißen, kristallinen Feststoff.[2] Mit Acetylaceton und Ethylacetoacetat kondensiert es unter Bildung von Furanderivaten.[4] Wenn die Verbindung mit Alkoholen, Carbonsäuren, Phenolen und anderen Reagenzien mit aktiven Wasserstoffatomen reagiert, öffnet sich der Epoxidring und bildet β-substituierte Derivate des Lactaldehyds. Primäre Amine bilden durch Wechselwirkung mit der Carbonylgruppe epoxidierte Imine.[2] Die durch OH-Radikale eingeleitete Photooxidation von Glycidaldehyd führt zu CO, CO2, Ameisensäure, Ameisensäureanhydrid, Formaldehyd und Hydroperoxymethylformiat[S 1] als Hauptprodukte.[5]

Verwendung

Glycidaldehyd wird bei der Verarbeitung von Wolle und Leder sowie bei der Herstellung von chirurgischem Nahtmaterial verwendet.[1] Es wurde als Vernetzungsmittel für die Zurichtung von Wolle, für die Ölgerbung und Fettverflüssigung von Leder eingesetzt.[6]

In der Veterinärmedizin wird der Stoff als Inaktivierungsmittel gegen das Maul- und Klauenseuchevirus eingesetzt.[7]

Sicherheitshinweise

Glycidaldehyd wurde bei Mäusen durch Auftragen auf die Haut und durch subkutane Injektion und bei Ratten durch subkutane Injektion auf Karzinogenität getestet. Bei beiden Tierarten entstanden an der Applikationsstelle bösartige Tumore.[6][8] Glycidaldehyd ist Berichten zufolge nach einmaliger Exposition durch Verschlucken, Einatmen oder perkutane Absorption mäßig toxisch und reizt das Oberflächengewebe und den Lungentrakt.[9]

Regulierung

Über den Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act of 1986 besteht in Kalifornien seit 1. Januar 1988 eine Kennzeichnungspflicht für Produkte, die Glycidaldehyd enthalten.[10]

Einzelnachweise

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