Glättender Operator
glättender Operator einen linearen Operator
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In der Analysis bezeichnet ein glättender Operator einen linearen Operator, der Distributionen auf glatte Funktionen abbildet. Solche Operatoren treten insbesondere in der Theorie partieller Differentialgleichungen und der Mikrolokalen Analysis auf, etwa bei der Konstruktion einer Parametrix elliptischer Differentialoperatoren oder im Zusammenhang mit Pseudodifferentialoperatoren. Sie besitzen die Eigenschaft, dass sie die Regularität von Funktionen oder Distributionen beliebig stark verbessern.
Glättende Operatoren lassen sich durch ihren Schwartz-Kern charakterisieren: Ein stetiger linearer Operator ist genau dann glättend, wenn sein Kernel eine glatte Funktion ist. Dadurch können glättende Operatoren Distributionen beliebiger Regularität auf glatte Funktionen abbilden und verbessern damit die Regularität eines Objekts beliebig stark.
In der Theorie der Pseudodifferentialoperatoren spricht man von glättenden Pseudodifferentialoperatoren. Dies sind die Pseudodifferentialoperatoren der Ordnung . Diese besitzen Symbole, die schneller als jede Potenz von gegen null gehen.
Definition
Seien offene Teilmengen. Ein linearer Operator heißt glättender Operator. Der Operator bildet also jede Distribution auf auf eine glatte Funktion auf ab.
Häufig betrachtet man allerdings nur Operatoren , also Operatoren auf dem Raum der Distributionen mit kompaktem Träger .[1]
Charakterisierung durch den Schwartz-Kern
Nach dem Schwartz-Kern-Theorem besitzt jeder stetige lineare Operator einen Distributionenkern . Der Operator ist genau dann ein glättender Operator, wenn dieser Kern eine glatte Funktion ist.[2]
In diesem Fall lässt sich für jede Distribution durch definieren, wobei die Paarung zwischen Distributionen und Testfunktionen bezeichnet. Ist eine lokal integrierbare Funktion, so reduziert sich diese Darstellung auf die klassische Integralformel .[3]
Beispiel
Ein Beispiel für einen glättenden Operator ist die Faltung mit einer glatten Funktion. Sei dazu eine glatte Funktion mit kompaktem Träger. Dann definiert
einen linearen Operator auf geeigneten Funktionen oder Distributionen. Der zugehörige Schwartz-Kern ist
Da eine glatte Funktion ist, ist auch . Nach der Charakterisierung glättender Operatoren ist daher ein glättender Operator. Insbesondere bildet dieser Operator Distributionen auf glatte Funktionen ab. Ein Beispiel ist die Wirkung auf die Dirac-Distribution , für die gilt. Die Faltung mit glatten Funktionen wird in der Analysis häufig verwendet, um Distributionen oder integrierbare Funktionen durch glatte Funktionen zu approximieren.
Zusammenhang mit Pseudodifferentialoperatoren
In der Theorie der Pseudodifferentialoperatoren treten glättende Operatoren als Operatoren der Ordnung auf. Ein Pseudodifferentialoperator gehört genau dann zur Klasse , wenn sein Symbol in der Symbolklasse liegt. Operatoren mit solchen Symbolen besitzen glatte Schwartz-Kerne.
Umgekehrt kann gezeigt werden, dass ein Operator mit glattem Schwartz-Kern lokal als Pseudodifferentialoperator der Ordnung dargestellt werden kann.[1] Für Operatoren auf ganz benötigt man zusätzlich eine Trägerbedingung, etwa dass der Operator eigentlich getragen ist. In diesem Fall definiert ein eigentlich getragener Operator aus eine Abbildung .
Eigenschaften
Glättende Operatoren besitzen eine Reihe einfacher struktureller Eigenschaften.
Stabilität unter Verkettung
Sind und glättende Operatoren, so ist auch ihre Verkettung
ein glättender Operator.[2]
Dies folgt unmittelbar aus der Definition, da jede Distribution auf eine glatte Funktion abbildet und glatte Funktionen wiederum auf glatte Funktionen abbildet.
Wirkung auf Sobolev-Räumen
Ein Operator mit Schwartz-Kern heißt eigentlich getragen, wenn die Projektionen des Trägers von auf beide Faktoren eigentliche Abbildungen sind.
Ist ein eigentlich getragener glättender Operator auf einer offenen Menge , so gilt für alle
- .
Ein glättender Operator verbessert also die Regularität beliebig stark. In der Theorie der Pseudodifferentialoperatoren entspricht dies der Aussage, dass glättende Operatoren genau die Operatoren der Ordnung sind.[4]
Kompaktheit auf
Sei der Kern eines glättenden Operators und beschränkt. Dann gilt und der Operator definiert
einen kompakten Operator
- .
Dies ist eine Folgerung aus dem Satz von Rellich-Kondrachov. Insbesondere ist ein Hilbert-Schmidt-Operator.
Verallgemeinerung
Die Definition lässt sich ohne weiteres auf glatte Mannigfaltigkeiten übertragen, indem Distributionen und glatte Funktionen auf Mannigfaltigkeiten betrachtet werden. Auch dort sind glättende Operatoren genau diejenigen Operatoren, deren Schwartz-Kern eine glatte Funktion auf dem Produktraum der Mannigfaltigkeiten ist.[2] Auch die weiteren im Artikel genannten Objekte wie Sobolev-Räume und Pseudodifferentialoperatoren können auf Mannigfaltigkeiten definiert werden. Die hier genannten Aussagen gelten dann analog.[1][4]