Goldbüste des Mark Aurel
Darstellung des römischen Kaisers Mark Aurel
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Die Goldbüste des Mark Aurel ist eine Büste des römischen Kaisers Mark Aurel, der einen Schuppenpanzer (Lorica plumata) trägt. Sie wurde 1939 in der Schweiz gefunden und befindet sich heute aus Sicherheitsgründen in einem Tresor der Banque Cantonale Vaudoise, die Büste im Musée romain d’Avenches ist eine Kopie. Sie ist das größte erhaltene Bildnis eines römischen Kaisers aus Gold.

Fundort und Fundgeschichte
Material und Masse

Die Goldbüste des Mark Aurel ist das größte erhaltene Bildnis eines römischen Kaisers aus Gold; die Büste des Mark Aurel und die Goldbüste des Septimius Severus sind die beiden einzigen erhaltenen, größeren Büsten von römischen Kaisern, die aus Gold gefertigt sind.[1]
Die Büste wurde durch einen Toreuten aus einer Scheibe Goldblech getrieben. Das Material besteht zu ca. 92 % aus Gold (22 Karat) sowie 2–3 % Silber und 2–3 % Kupfer. Die Gesamthöhe der Büste beträgt 33,5 cm, ihre Breite liegt bei 29,46 cm. Die Wandstärke beträgt 0,24–1,4 mm. Das Gewicht liegt bei 1,589 kg (dies entspricht fast fünf römischen Pfund). Zum Vergleich des damaligen Wertes und der Kaufkraft: das Gewicht entspricht ungefähr 219 Aurei mit einem Gewicht von jeweils 7,25 g, wobei im 2. Jahrhundert n. Chr. ein Pferd 16 Aurei kostete und ein Landgut 1300 Aurei.[1]
Die Goldbüste wurde möglicherweise lokal oder in der Region angefertigt; im 2. Jahrhundert n. Chr. sind aus Aventicum zwei Goldschmiede namentlich bekannt. Aufgrund von stilistischen Merkmalen wird auch vermutet, dass es sich bei der Büste um eine Umarbeitung des Porträts eines früheren Kaisers handeln könnte.[1]
Identifikation des Dargestellten
Recht früh nach Auffindung der Büste wurde der Dargestellte als Kaiser Mark Aurel (regierte 161–180) identifiziert. Diese Annahme und die damit verbundene Datierung haben sich in der Forschung seitdem weitgehend durchgesetzt. Eine 1980 vorgeschlagene Deutung als Porträt des Kaisers Julian (regierte 361–363) konnte sich nicht durchsetzen. Alternativ wurde 2025 eine Identifikation des abgebildeten Kaisers mit Tetricus I. vorgeschlagen, der 271–274 als Kaiser des Gallischen Sonderreiches regierte.[2]
Funktion
Alle bekannten Kaiserbüsten aus Edelmetall stellen den jeweiligen Kaiser in Rüstung dar. Als Verwendungszweck dieser Büsten wurden vorgeschlagen, dass sie entweder als Kultbild, als offizielles Bildnis des Kaisers im öffentlichen Bereich, als Besitz eines lokalen Würdenträgers oder aber als Aufsatz eines Feldzeichen (imago militaris) dienten. Aufgrund des Fundortes im Cigognier-Heiligtum lässt sich für die Goldbüste des Mark Aurel eine Verwendung als Kultobjekt annehmen; es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass sie zuvor in der Armee genutzt wurde.[1]
Möglicherweise war das Innere des Kopfes zur Stabilisierung mit einer leichten, organischen Masse gefüllt; in den Büstenteil war vermutlich ein angepasster und möglicherweise angeklebter Montagebock eingefügt, an dem dann zum Beispiel die Stange eines Feldzeichens oder ein Sockel befestigt werden konnte.[1]
Darstellungen
Weblinks
Literatur
- Anne de Pury-Gysel: Die Goldbüste des Kaisers Septimius Severus. Librum, Basel 2017, ISBN 978-3-9524542-6-8, DOI:10.19218/3952454268 (Open Access).
