Gollnowstraße

Straße in Berlin von 1708 bis 1963 From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Gollnowstraße war eine Straße im Berliner Zentrum. Sie wurde im Jahr 1705 angelegt, erhielt 1708 ihren Namen und wurde nach Kriegszerstörungen und Neubauten im Jahr 1963 entwidmet.

Gollnowstraße 12–15, 1890

Lage und Verlauf

Berlin 1914, mit Gollnowstraße (Mitte)

Die Gollnowstraße war eine Verlängerung der Linienstraße. Sie umfasste 43 Hausnummern, die in U-Form festgelegt waren. Der Beginn lag an der Neuen Königstraße (jetzt Otto-Braun-Straße) mit Hausnummer 1, dann setzte sich der Verkehrsweg in südöstlicher Richtung bis zur Landsberger Straße (Hausnummer 21/22) am Büschingplatz (jetzt Platz der Vereinten Nationen) fort, wo sie zurücklief. Letzte Hausnummer war die 43 an der Neuen Königstraße. Querstraßen waren die Georgenkirchstraße, die Fliederstraße (im Nordosten), die Landwehrstraße (Judengasse) sowie die Weinstraße. Die Straße setzte sich als Weberstraße nach Südosten fort. Bei ihrer Anlage gehörte die Gollnowstraße zum Bereich Berlin NO, danach zur Königsstadt. Erst nach der Eingemeindung weiterer Randorte nach Berlin und der Einführung neuer Verwaltungsgliederungen wurden die inneren Grenzen neu festgelegt. So gelangte der erste kurze nordwestliche Teil zum heutigen Bezirk Mitte, der restliche Teil zum Bezirk Friedrichshain. – Ihr Verlauf entspricht etwa dem südlichen Teil der jetzigen Mollstraße in diesem Bereich.

Geschichte

Mit dem Bau der Palisadenbefestigung im Jahr 1705 entstand eine Straße um die Wohngebiete außerhalb der Berliner Stadtmauer. Diese wurde 1748 auf einer Karte als Linienstraße bezeichnet, 1778 der nordöstliche Teil als Gollnows Gasse.[1] 1821 wurde diese Bezeichnung offiziell eingeführt, und 1836 Gollnows Straße. Diese war nach dem Maurermeister und Stadtverordneten Johann Gollnow benannt, durch dessen Grundstück an der Neuen Königstraße 1708 sie angelegt worden war.[2] Mit der Bevölkerungszunahme in Groß-Berlin entstanden in den folgenden Jahrzehnten an dieser Straße Wohn- und Geschäftsgebäude. In den 1890er Jahren legte die Stadt eine Neunummerierung der Parzellen (Hausnummern) fest.[3] Die Eckgebäude trugen oftmals auch die Adresse und Hausnummer der querenden Verkehrswege.

Im Zweiten Weltkrieg, 1943/1945 wurden einige Häuser beschädigt und zerstört. Nach Kriegsende, in den 1950er und frühen 1960er Jahren ließ der Magistrat von Berlin die gesamte historische Bausubstanz im Rahmen der Neugestaltung der nördlichen Stadtmitte abreißen und dort Neubauten an der verbreiterten nördlicher gelegenen Torstraße errichten. Im Jahr 1963 wurde die Gollnowstraße nach Einbeziehung in die Trasse der Mollstraße offiziell aufgehoben.[4]

Gebäude und Bewohner (Auswahl)

Gebäudekomplex Gollnowstraße 12 (links) und Georgenkirchstraße 44 (rechts)

In der Gollnowstraße standen viele Wohn- und Geschäftshäuser sowie ein Fabrik- und Gewerbekomplex, die meisten wurden im Laufe der Jahrzehnte um- und neugebaut.

  • Nr. 12 (alte Nr. 11) Heintze & Blanckertz, erste Firma für Stahlschreibfedern in Deutschland seit 1872; später Nutzung als Gewerbekomplex bis zur Georgenkirchstraße
  • Nr. 12 Lippmann-Tauß-Synagoge, 1893–um 1930, kleine Privatgemeinde, die sich vorher und nachher an anderen Standorten befand[5]
  • Nr. 13 (alte Nr. 11a) Oertel, Münzprägeanstalt
  • Nr. 30 (alte Nr.) Anton Friedrich Büsching (1724–1793), Gelehrter, sein Grabmal von Gottfried Schadow stand im Garten bis 1873.[6][7]
Commons: Gollnowstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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