Gomortega keule
Art der Gattung Gomortega
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Gomortega keule oder Queule, Keule, ist die einzige Art der Gattung Gomortega innerhalb der monotypischen Pflanzenfamilie der Gomortegaceae. Sie kommt endemisch nur in einem kleinen Gebiet im mittleren Chile vor.
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Gomortega keule | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Familie | ||||||||||||
| Gomortegaceae | ||||||||||||
| Reiche | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Gomortega | ||||||||||||
| Ruiz & Pav. | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Gomortega keule | ||||||||||||
| (Molina) Baill. |
Beschreibung


Habitus und Stamm
Gomortega keule wächst als immergrüner, recht großer Baum und erreicht Wuchshöhen von bis 30 Metern bei einem Stammdurchmesser von bis zu 1 Meter. Die Knoten sind unilakunär mit zwei Blattspursträngen. Das sekundäre Dickenwachstum erfolgt normal. Die Plastiden der Siebröhren sind vom P-Typ.
Blätter
Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ kurz. Die einfache, ganzrandige, glänzende und lederige Blattspreite ist bei einer Länge von 5–12 Zentimetern sowie bei einer Breite von 2–4,5 Zentimetern schmal-eiförmig bis lanzettlich oder verkehrt-eiförmig mit rundspitzigem bis spitzem oberen Ende. Die Stomata sind paracytisch. Im Mesophyll befinden sich runde Zellen mit ätherischen Ölen; dadurch hat Gomortega keule einen aromatischen Geruch. Die Nervatur, mit leicht eingeprägter Mittelader, ist gefiedert mit undeutlichen Seitenadern. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.
Blütenstände und Blüten
Die Blütezeit liegt im März und April. Gomortega keule ist protogyn, also vorweiblich. Wenige kurz gestielte Blüten sind über zwei Tragblättern in einem end- oder achselständigen traubigen Blütenstand angeordnet.
Die stets zwittrigen und mit einer Größe von 5–9 Millimetern, relativ kleinen Blüten sind regelmäßig, teilweise azyklisch, das heißt spiralförmig angeordnet. Die einfache, weißliche Blütenhülle (Perianth) ist kronblattartig und besteht aus meist sieben (fünf bis neun) unverwachsenen, bis 3,5 Millimeter langen Tepalen, die spiralig stehen und zum Zentrum hin kleiner werden.
Das kurze Androeceum ist meist neun- (sieben bis dreizehn)-zählig. Die freien Staubblätter sind spiralig angeordnet, zur Mitte hin kürzer und weder mit dem Perianth noch untereinander verwachsen. Die äußeren, längeren Staubblätter sind tepalenartig sowie manchmal mit Öldrüsen an der Basis, die inneren besitzen an der Basis meist Öldrüsen. Zwischen den fertilen Staubblättern und dem Fruchtknoten befinden sich meist drei (ein bis vier) reduzierte, sterile Staminodien. Die Zahl der fertilen Staubblätter beträgt fünf bis zehn, oft acht. Die Staubbeutel öffnen sich mit Längsklappen. Der Pollen wird in Einzelkörnern verbreitet, diese sind non-aperturat.
Das Gynoeceum besteht aus zwei (drei) Fruchtblättern. Der kurze Stempel hat demnach zwei (drei) Fächer. Der Fruchtknoten ist synkarp und unterständig, mit einem kurzen sowie dreinarbigen Griffel. Die Plazentation ist apikal, pro Fach gibt es eine hängende, anatrope Samenanlage.
Früchte

Gomortega keule bildet gelbe, essbare Steinfrüchte mit hartem Endokarp, Steinkern. Sie enthalten meist einen Samen mit reichem öligem Endosperm. Die Frucht ist bei einer Länbe von 3,5–7 Zentimetern sowie einem Durchmesser von 2–5 Zentimetern ei- bis kugelförmig. Die Fruchtreife ist im April und Mai.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42.
Verbreitung
Gomortega keule ist in Chile endemisch und kommt nur in den Regionen VII (Región del Maule) und VIII (Región del Bío-Bío) vor.
Die IUCN stuft Gomortega keule als „gefährdet“ ein. Gründe sind der Lebensraumverlust durch Landwirtschaft, Abholzung und Feuer.[1]
Systematik
Die Schwestersippe innerhalb der Ordnung Laurales sind die Atherospermataceae. Die gemeinsamen Merkmale sind das Vorhandensein von Knospenschuppen; Siebröhrenplastiden mit Fibrillen; die äußeren, nicht die inneren Staubblätter sind zu Staminodien umgewandelt; und ein kurzer Griffel.
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1782 unter dem Namen (Basionym) Lucuma keule durch Giovanni Ignazio Molina in Saggio sulla Storia Naturale del Chili del Signor Abate Giovanni Ignazio Molina Seite 187 und 382. Die Neukombination zu Gomortega keule (Molina) Baill. wurde 1869 durch Henri Ernest Baillon in Histoire des Plantes (Baillon), Band 1, Seite 325 veröffentlicht. Synonyme für Gomortega keule (Molina) Baill. sind: Lucuma keule Molina; Gomortega nitida Ruiz & Pav.; Adenostemum nitidum (Ruiz & Pav.) Pers. und Keulia chilensis Molina.[2]
Verwendung
Die Früchte sind essbar und werden zu Marmelade und Likör verarbeitet.
Blätter und Blüten dienen der Dekoration. Das Holz wurde früher wegen seiner leichten Bearbeitbarkeit zu Möbeln verarbeitet.
Literatur
- Tonya Lander, Stephen A Harris, David Boshier: Producción de flores y frutas y polinización por insectos de Gomortega keule en bosque nativo y en terrenos agrícolas, un árbol chileno en peligro de extinción. In: Revista chilena de historia natural. 82(3), 2008, S. 403–412, doi:10.4067/S0716-078X2009000300007.
- Diego Muñoz-Concha, Michael Raymond Davey: Gomortega keule, the neglected and endangered Chilean fruit tree. In: European Journal of Forest Research. Volume 130, 2010, S. 677–693, doi:10.1007/s10342-010-0465-1.
- Diego Muñoz-Concha: Gomortega keule: micropropagation and germplasm. Dissertation, Univ. Nottingham, 2010, online (PDF; 7,3 MB).
Weblinks
- Gomortegaceae auf der APWebsite (engl.)
- Gomortegaceae in L. Watson and M.J. Dallwitz (1992 onwards), The families of flowering plants.
- Gomortega keule in der Flora von Chile (Weitere Bilder unten bei Fotos).
- Bilder und Verbreitungskarte bei Chilebosque (in Spanisch).
- Gomortega keule bei Fundación RA Philippi.