Gottberg (Märkisch Linden)
Ortsteil der Gemeinde Märkisch Linden
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Gottberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Märkisch Linden im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Land Brandenburg. Der Ort ist ein Straßenangerdorf. Im Dorf leben 227 Einwohner (Stand 31. Dezember 2019).[1]

Geschichte
1360 wird „Johannis Gotberch in Neuruppin“ urkundlich erwähnt. Der Ort selbst wird 1478 als Dorf „Gotberge“ erwähnt, es gehörte zur im Kern reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin der Grafen von Lindow-Ruppin, welche damals 4 Bauernhöfe (einer mit drei und drei mit zwei Hufen Land) samt Gericht und Diensten direkt besaßen. 1524 befand sich der größte Teil des Dorfes in Besitz der von Quitzow zu Eldenburg, Rühstädt und Kletzke, außerdem besaßen von Zernickow zu Kantow und das Gut Kerzlin je einen Hufen Land auf der Feldmark. Die Bauernhöfe des nunmehrigen Amtes Alt Ruppin gingen 1538 auch an die Quitzows, welche 1608 hier einen Wohnhof hatten. Genauere Angaben über die Größe des Ortes sind erst für das Jahr 1624 überliefert, es gab 22 Hüfner, 8 Kossäten, einen Schäfer, einen Schmied, 2 Paar Hausleute und einen Hirtenknecht. Die Ackerfläche umfasste 39 Bauerhufen und 4 Hufen der Herrschaft.
Im Dreißigjährigen Krieg wurden 1638 die Pfarre und ein Bauernhof niedergebrannt. 1652 wurden erfasst: 2 Schulzen, 20 Bauernhöfe, davon 9 wüst, und 8 Kossätenstellen, von denen 3 wüst waren. 1687 war wieder ein Rittersitz entstanden. Die beiden Schulzen besaßen je einen halben Hufen Land und lebten gemeinsam auf einem Hof. An Bauernstellen wurden 15 Zweihüfner (davon 4 wüst, einer von ihnen betrieb den Krug) und 6 Einhüfner (davon 1 wüst) registriert. 8 Kossäten besaßen zwischen 2 und 6 Morgen Land, auch davon war noch eine Stelle wüst. Der Müller der Schreymühle besaß 5 Morgen Land auf der Feldmark, hatte aber „keine Stelle“ im Dorf. Des Weiteren gab es 1 Schmied, 1 Kuhhirten, 1 Schäfer und Schweinehirt, 1 Leineweber und 1 Einlieger. Die Feldmark umfasste 4 Ritterhufen, 3 Pfarrhufen, 1 Kirchhufe und 39 Bauernhufen zuzüglich 49,5 Morgen Land. Eine weitere Einkommensquelle war die Fischerei auf der Temnitz.
Theodor Fontane erwähnte Gottberg 1862 in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg kurz:
„Eine Meile östlich von Ganzer liegt Gottberg. Seit Beginn des vorigen Jahrhunderts wechselten die Besitzer mannigfach, bis dahin aber, namentlich während der Zeit der Reformation und des Dreißigjährigen Krieges, war es ein Quitzowsches Gut.“
Sehenswürdigkeiten
Die Dorfkirche Gottberg stammt aus dem 13. Jahrhundert. In ihrem Kirchhof befindet sich ein Gefallenendenkmal.[3]
Verkehr
Das Dorf liegt an der Kreisstraße 6806, die im Ort als Gottberger Dorfstraße geführt wird. Sie führt südlich direkt zur Bundesstraße 167.
1902 erhielt Gottberg durch die Strecke der Ruppiner Kreisbahn von Neuruppin nach Neustadt Bahnanschluss. Der Bahnhof Gottberg liegt außerhalb des Ortes. Der Personenverkehr wurde zuletzt von der Prignitzer Eisenbahn GmbH abgewickelt.[4] Am 9. Dezember 2006 wurde der Schienenverkehr nach 104 Jahren auf der Strecke eingestellt.
Weblinks
- Offizielle Website des Amts Temnitz.
- Gottberg. In: RBB-Sendungsreihe „Der Landschleicher“, Beitrag von Thomas Heinloth, 30. Oktober 2016 (4:22 min-Film).