Goudaea
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Die Pflanzengattung Goudaea gehört zur Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae).[1] Die nur zwei Arten kommen im westlichen Südamerika von Kolumbien bis ins zentrale Peru vor.
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Goudaea ospinae var. gruberi | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Goudaea | ||||||||||||
| W.Till & Barfuss |
Beschreibung und Ökologie



Vegetative Merkmale
Goudaea-Arten sind immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie wachsen als Epiphyten oder terrestrisch.[1] Es sind mittelgroße Trichterbromelien.[1] In den Trichtern („Zisternen“) werden Wasser und Nährstoffe gesammelt. Die Sprossachsen gestaucht bis etwas verlängert. Sie brauchen viele Jahre bis zur Bildung ihres Blütenstandes.
Die Laubblätter relativ dicht zusammen stehen und überdecken sich an ihrer Basis. Die mesomorphen, einfachen, parallelnervigen Laubblätter sind ganzrandig und meist zungenförmig. Sie wirken als ob sie kahl wären.[1]
Generative Merkmale
Die Blütenstände können unverzweigt oder einfach verzweigt sein.[1] Die lange haltbaren, gelben bis rötlichen Deckblätter der Blütenstände überdecken sich dachziegelartig, sind nicht gekielt und verbergen die Kelchblätter vollständig.[1] Meist sind die Blüten zweizeilig am Blütenstand angeordnet.[1]
Die zwittrigen Blüten sind dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Die drei Kelchblätter sind symmetrisch.[1] Die drei gelben oder weißlichen, aufrechten Kronblätter sind nur an ihrer Basis nur kurz zu einer Kronröhre verwachsen und bilden eine radiärsymmetrischen Krone, die nur wenig geöffnet ist und die oberen Enden kappenförmig.[1] Die Kronblätter besitzen an ihrer Basis zwei spatelförmige Schüppchen (Ligulae, Nektarschuppen) als Anhängsel, deren Enden ungeteilt und stumpf oder geteilt und spitz sind. Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden; sie sind kürzer als die Kronblätter und überragen die Blütenkrone nicht. Die Staubfäden sind kurz untereinander und mit der Kronröhre verwachsen. Die Staubbeutel sind subbasifix. Die sulcaten Pollenkörner besitzen eine netzartige Exine.[1] Drei Fruchtblätter sind zu einem halbunterständigen Fruchtknoten verwachsen.[1] Die Samenanlagen sind stumpf.[1] Der Griffel ist kürzer als die Blütenkrone und überragt diese nicht. Die Narbe ist einfach aufrecht und papillös.[1]
Die Kapselfrüchte öffnen sich septizid mit drei Fruchtklappen. Die Samen besitzen an ihrer Basis Flughaare und am oberen Ende auch eine Flugapparat.[1]
Systematik und Verbreitung
Taxonomie
Die Gattung Goudaea wurde 2016 durch Walter Till und Michael H. J. Barfuss in Michael H. J. Barfuss, Walter Till, Elton J. C. Leme, Juan P. Pinzón, José M. Manzanares, Heidemarie Halbritter, Rosabelle Samuel, Gregory K. Brown: Taxonomic revision of Bromeliaceae subfam. Tillandsioideae based on a multi-locus DNA sequence phylogeny and morphology. In: Phytotaxa, Volume 279, Issue 1, 2016 aufgestellt.[2][1] Der Gattungsname Goudaea ehrt den Niederländischen Botaniker Eric John Gouda (geboren 1957), der intensiv die Systematik der Bromeliaceae bearbeitet. Typusart ist Goudaea chrysostachys (E.Morren) W.Till & Barfuss.[3]
Äußere Systematik
Die Gattung Goudaea gehört zur Subtribus Cipuropsidinae W.Till & Barfuss der Tribus Vrieseeae W.Till & Barfuss in der Unterfamilie Tillandsioideae innerhalb der Familie der Bromeliaceae. Die Systematik der Unterfamilie Tillandsioideae ist wegen der Abgrenzungsproblematik der Gattungen und phylogenetischer Untersuchungen, nach denen die ursprüngliche Gattung Vriesea in drei Gattungen (Vriesea, Alcantarea und Werauhia) aufgeteilt wurde, steten Veränderungen unterworfen. Zur Subtribus Cipuropsidinae gehören seit 2016 die sieben Gattungen Goudaea, Werauhia, Jagrantia, Lutheria, Zizkaea, Cipuropsis sowie Mezobromelia.[1] Diese Taxa der Gattung Goudaea waren in der Gattung Vriesea eingegliedert.[1]
Taxa und ihre Verbreitung
Die Gattung Goudaea kommt im westlichen Südamerika von Kolumbien bis ins zentrale Peru vor.
Die Gattung Goudaea W.Till & Barfuss wurde 2016 mit nur zwei Arten, die aus der Gattung Vriesea ausgegliedert wurden, aufgestellt:
- Goudaea chrysostachys (E.Morren) W.Till & Barfuss (Syn.: Vriesea chrysostachys E.Morren): Es gibt zwei Varietäten:[1][3]
- Goudaea chrysostachys (E.Morren) W.Till & Barfuss var. chrysostachys
- Goudaea chrysostachys var. stenophylla (L.B.Sm.) W.Till & Barfuss: Sie gedeiht lithophytisch in Wäldern in Höhenlagen von 250 bis 270 Metern im kolumbianischen Departamento del Vaupés sowie Departamento de Amazonas.[1][3]
- Goudaea ospinae (H.Luther) W.Till & Barfuss (Syn.: Vriesea ospinae H.Luther): Es gibt zwei Varietäten in Kolumbien:[1][3]