Gröninger Glocke
Kirchenglocke in Magdeburg in Sachsen-Anhalt
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Die Gröninger Glocke ist eine Kirchenglocke in Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Sie befindet sich im Kulturhistorischen Museum.

Geschichte
Die Glocke wurde nach ihrer niederländischen Inschrift 1552 in den Niederlanden vermutlich für ein Kloster bei Franeker gegossen. Bei dem Kloster könnte es sich um das nahe dem inschriftlich erwähnten Franeker gelegene Kloster Bloomkamp gehandelt haben. Vermutlich nach der Aufgabe des Klosters 1579 gelangte die Glocke unter unbekannten Umständen in die Schlosskapelle des Schlosses Gröningen in Gröningen, woraus sich der heute gebräuchliche Name ableitet.

Die Glocke sollte dann gemeinsam mit einer weiteren Glocke von Gröningen nach Berlin gebracht werden. Die Deutsch-reformierte Gemeinde Magdeburgs besaß zu diesem Zeitpunkt keine Glocken und bat, nach dem sie von dem beabsichtigten Transport erfahren hatte, König Friedrich I. um die Überlassung der Glocken. Am 18. Mai 1707 willigte Friedrich I. ein, so dass beide Glocken des Schlosses an die Deutsch-reformierte Gemeinde in Magdeburg gelangten, die 1698 die leerstehende St. Paulskirche des ehemaligen Dominikanerklosters, spätere Taufkirche Friedrich Wilhelm von Steubens, am Breiten Weg übernommen hatte. Der König schenkte der Gemeinde, auf deren Bitte hin, auch das für den Glockenstuhl benötigte Holz. Die Baukosten in Höhe von 312 Talern, 21 Groschen und einem Pfennig übernahm die Gemeinde.
Am 28. August 1707, dem zehnten Sonntag nach Trinitatis, wurden die Glocken erstmals in der Paulskirche geläutet.[1]
Die größere der Glocken zersprang 1757 und wurde umgegossen, die Gröninger Glocke blieb jedoch bis 1895 in der Paulskirche erhalten.[2]
Die Paulskirche wurde 1895 zugunsten des neuen Hauptpostamts Magdeburg abgerissen. Die Gemeinde bezog die neu errichtete Deutsch-reformierte Kirche, für die ein neues Geläut angeschafft wurde. Letztmalig wurde die Glocke am 17. Februar 1895 geläutet. Die alte Gröninger Glocke gelangte dann zur Aufbewahrung[3], in das Kaiser-Friedrich-Museum, das heutige Kulturhistorische Museum.
Dort blieb sie trotz der Glockenablieferungskampagnen und Zerstörungen der beiden Weltkriege erhalten und befindet sich im Depot des Museums.
Gestaltung

Der untere Durchmesser der Glocke beträgt 50 Zentimeter. Am oberen Rand befindet sich eine Zierleiste. Zwischen zwei Bändern steht darunter in deutschen Minuskeln in niederländischer Sprache die Inschrift
Unter dem Beginn der Inschrift befindet sich ein erhabener Wappenschild mit einem Kreuz mit vier gleich langen Armen. Abgesehen von einer Rillung des Glockenmantels und verschiedenen Bändern besteht kein weiterer Schmuck.
Literatur
- Ernst Neubauer: Magdeburger Glocken. In: Geschichts-Blätter für Stadt und Land Magdeburg. 51./52. Jahrgang 1916/17, S. 119.