Green Planet Energy

Energieversorger in Deutschland in Form einer eingetragenen Genossenschaft From Wikipedia, the free encyclopedia

Green Planet Energy eG (vormals Greenpeace Energy eG) ist ein bundesweiter Ökoenergieversorger.[2] Das Unternehmen versorgt rund 200.000 Strom- und Gaskunden, davon über 16.000 Geschäftskunden, und hat rund 44.000 Genossenschaftsmitglieder (Stand: April 2025).[3][1] Erklärtes Ziel der von Greenpeace Deutschland gegründeten eingetragenen Genossenschaft ist unter altem wie neuem Namen unter anderem die Bereitstellung möglichst umweltfreundlich gewonnener Energie, sowie die Förderung von und Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien – auch durch den Bau eigener Anlagen.[4] Der gelieferte Strom ist ausschließlich Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen (Wasser, Wind und Sonnenenergie).[5]

Schnelle Fakten
Green Planet Energy eG
Logo
Rechtsform Genossenschaft
Gründung 28. Oktober 1999
Sitz Hamburg
Leitung Nils Müller, Sönke Tangermann
Mitarbeiterzahl 216[1]
Umsatz 249,6 Mio. Euro,
505,2 GWh Ökostrom
360,7 GWh Gas[1]
Branche Energieversorgung
Website green-planet-energy.de
Stand: 31. Dezember 2023
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Tochtergesellschaften von Green Planet Energy sind die Green Planet Projects GmbH für Anlagenbau und die Green Planet Solutions GmbH & Co. KG für dezentrale Energiewendelösungen.[6][7]

Geschichte

Entstehung

Ehemaliges Logo 1998–2008
Ehemaliges Logo 2008–2010
Logo bis 2021
Logo ab 2021

Im Jahr 1998 startete die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Initiative „Stromwechsel“.[8] Dort konnten sich Verbraucher melden, die zu einem umweltfreundlichen Stromanbieter wechseln wollten.[9][10] Aufgrund des großen Interesses an der Aktion wurde über ein öffentliches Ausschreibungsverfahren ein geeigneter Stromanbieter gesucht.[11] Während sich immer mehr Verbraucher bereit erklärten, den Stromanbieter zu wechseln, fand Greenpeace jedoch keinen Anbieter, der alle Kriterien erfüllte.[12] Deshalb wurde am 28. Oktober 1999 die Einkaufgenossenschaft Greenpeace Energy eG gegründet, die sich diesen Kriterien verpflichtete.[11][13] Die Namensverwendung war vertraglich mit der Bedingung verknüpft, dass Greenpeace Energy die vom Greenpeace e. V. aufgestellten Qualitätskriterien für „sauberen Strom“ erfüllt. Die Umweltschutzorganisation und das Unternehmen sind wirtschaftlich und rechtlich voneinander unabhängig.[6]

2000 bis 2021

Am 1. Januar 2000 startete Greenpeace Energy mit 186 Kunden.[14] Seit dem 28. April 2000 gibt es das „Strombarometer“ auf der Website von Greenpeace Energy, das anzeigt, wie hoch der jeweilige Anteil von Wind- und Wasserenergie im Strommix war.[15] Im Jahr 2001 wurde die Tochtergesellschaft Planet energy GmbH gegründet, um neue Kraftwerke zu planen und zu betreiben.[16] In Schwäbisch Hall wurde eine 100-Kilowatt-Solaranlage in Betrieb genommen. Zum Jahresbeginn 2001 hatte die Genossenschaft bundesweit etwa 10.000 Kunden und 6.500 Mitglieder.[17]

Die Zahl der Kunden wuchs bis zum Jahresende 2002 weiter auf ca. 17.000, die Genossenschaft hatte zu diesem Zeitpunkt mehr als 10.000 Mitglieder. Im Januar 2003 startete die Aktion Atomstromfreies Internet.[18][19] 2004 wurde die Stromkennzeichnung mit Strommix und Umweltbilanz auf den Stromrechnungen eingeführt.[20] Der Windpark Parndorf 2, an dem die Planet energy GmbH mit 34 Prozent beteiligt ist, wurde in Betrieb genommen. Im Jahr 2005 hatte die Genossenschaft 11.000 Mitglieder und 22.000 Kunden.[21][22] Am 25. Oktober 2005 wurde die Übernahme aller Stromkunden der Marke unit[e] naturstrom bekannt.[23][24] Zum Jahresende stieg die Kundenzahl dadurch auf 55.000 und die Mitgliederzahl auf 12.000.[25] Im Dezember 2006 wurde im bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg eine 31.000 Quadratmeter große Photovoltaik-Aufdachanlage mit einer Leistung von 1,56 MWp in Betrieb genommen,[26] deren Baukosten 8,2 Millionen Euro betrugen. 2001 wurde Planet energy Teil eines Konsortiums für die Konzeptentwicklung eines neuen Weserkraftwerks in Bremen[27] und 2006 lag der Link Planfeststellungsbeschluss für das geplante Weserkraftwerk vor.[28][29] Zum Jahresende wurde die Genossenschaft von 14.000 Mitgliedern getragen und versorgte 60.000 Kunden mit Strom.[30] 2008 hatte das Unternehmen 86.000 Kunden und 16.000 Mitglieder.[28] Im Jahr 2010 stieg die Zahl der Kunden auf 95.000, die der Genossenschaftsmitglieder auf 18.000.[31] Ein neuer Windpark in Suderburg mit einer Windparkleistung von 6 MW (3 × 2 MW) wurde in Betrieb genommen.[31] 2011 stieg die Zahl der Kunden auf 110.000, die der Genossenschaftsmitglieder auf 23.000.[32]

Am Ende des Jahres 2014 hatte die Genossenschaft 110.715 Stromkunden, 9.280 Gaskunden und 22.841 Genossenschaftsmitglieder.[33] Zum Ende des Geschäftsjahres 2018 meldete die Genossenschaft 130.235 Stromkunden, 19.839 Gaskunden und 25.048 Genossenschaftsmitglieder.[34][35] Die Zahl der Mitarbeiter wurde mit 102 angegeben. Der Umsatz inklusive Stromsteuer betrug rund 102 Millionen Euro, die Bilanzsumme 62,8 Millionen Euro. Der Stromabsatz im Jahr 2018 wurde mit 387 Gigawattstunden angegeben.[35]

Die Bereiche Netzmanagement und Energieabrechnung wurden bis 2017 nicht von Greenpeace Energy selbst, sondern von den Stadtwerken Schwäbisch Hall als Dienstleister übernommen.[10][11] Seit dem Jahr 2018 werden diese Bereiche unternehmensintern von Hamburg aus geleitet.[36]

Umfirmierung und Weiterentwicklung

Im Herbst 2021 änderte das Unternehmen seinen Namen in Green Planet Energy.[37] Die Umfirmierung war bereits einige Monate zuvor von der Vertreterversammlung der Genossenschaft beschlossen worden. Der neue Name sollte die rechtliche, organisatorische und finanzielle Unabhängigkeit von Energiegenossenschaft und der Umweltschutzorganisation Greenpeace noch klarer erkennbar machen.[6][13] Im Jahr 2021 hatte das Unternehmen 210.000 Kunden und 26.321 Genossenschaftsmitglieder.[1]

Außerdem kam ein neuer Solarpark in Roigheim dazu.[38] Ebenso erwarb Green Planet Energy 2023 einen 20 prozentigen Anteil an einem neuen Batteriespeicher im fränkischen Haßfurt, der seit 2021 in Betrieb ist.[6][39]

Im Wärmesektor bietet Green Planet Energy Energiedienstleistungen an, die über die 2023 neu gegründete Tochtergesellschaft Green Planet Solutions GmbH vertrieben werden.[6][39] Die Tochtergesellschaft Planet energy GmbH wurde in Green Planet Projects GmbH umbenannt.[1]

Ende September 2024 erreichte die Genossenschaft 40.000 Mitglieder und ist damit neben der Prokon Regenerative Energien eG die mitgliederstärkste Bürgerenergiegenossenschaft Deutschlands.[13]

Die Genossenschaft

Green Planet Energy wählte bei der Gründung die Rechtsform einer eingetragenen Genossenschaft (eG). Ziel war es, von Banken und Großanteilseignern unabhängig zu sein und das Eigenkapital auf einer großen Basis von Anteilseignern aufzubauen sowie möglichst günstigen Strom anbieten zu können. Eine Rendite wurde erstmals für das Geschäftsjahr 2014 an die Anteilseigner ausgeschüttet. Die Genossenschaft ist Mitglied im Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften.[40] Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft ist formell abhängig vom Strombezug – laut Satzung, §9, (1), f) kann ein Genossenschaftsmitglied, das „seinen Bedarf an elektrischer Energie nicht durch Lieferungen der Genossenschaft deckt“ ausgeschlossen werden. Dieses Recht seitens der Genossenschaft wird jedoch ausdrücklich nicht wahrgenommen, was unter anderem damit begründet wird, dass manche Genossenschaftsmitglieder den Strom von Green Planet Energy nicht beziehen können. Ein Genossenschaftsmitglied muss sich mit mindestens einem Anteil, kann sich aber mit bis zu 399 weiteren Geschäftsanteilen an der Genossenschaft beteiligen. Für Beteiligungen mit mehr als 100 Anteilen kann der Vorstand im gemeinsamen Beschluss mit dem Aufsichtsrat allgemeine Beschränkungen vorsehen. Per Intervallzeichnung können Mitglieder die regelmäßige Aufstockung ihrer Anteile veranlassen. Wie üblich bei Genossenschaften hat unabhängig von der Anzahl der Anteile jedes Mitglied nur eine Stimme auf der Generalversammlung. Auf diese Weise ist eine Übernahme oder eine Einflussnahme durch Großinvestoren ausgeschlossen. Nach eigener Aussage verfolgt die Genossenschaft explizit nicht das Ziel der Gewinnmaximierung. Ab der Grenze von 1.500 Mitgliedern tritt eine Vertreterversammlung an die Stelle der Generalversammlung. Fünfzig von den Mitgliedern gewählte Vertreter vertreten dann die Rechte der Mitglieder. Da Green Planet Energy deutlich mehr Mitglieder hat, werden alle vier Jahre Vertreter gewählt. Die Auswahl der Vertreter erfolgt durch einen Wahlausschuss. Die Aufgaben der Vertreterversammlung entsprechen gemäß Genossenschaftsgesetz den Aufgaben der Generalversammlung: Sie kann über Anträge abstimmen, den Aufsichtsrat und Vorstand wählen bzw. entlassen sowie über dessen Entlastung abstimmen und über die Ausschüttung eines etwaigen Gewinns entscheiden.[41] Als Gründungsmitglied hält der Verein Greenpeace e. V. einen symbolischen Anteil an der Genossenschaft.[42] Green Planet Energy bietet bundesweit denselben Preis an.

„Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom“

Green Planet Energy arbeitet auf der Grundlage der „Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom“.[43] Die Festlegung dieser Kriterien erfolgte durch den Greenpeace e. V., eine Anpassung an die Marktgegebenheiten fand zuletzt im November 2017 statt.[44]

Strommix-Kriterien

Verbrauchsangepasste Versorgung

Der Strom wird zu jeder Zeit entsprechend dem Verbrauch eingespeist. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Versorgung für die Green Planet Energy-Kunden zu jeder Zeit ohne Strom aus Kern- oder Kohlekraftwerken auskommt (ohne Berücksichtigung der Netzverluste). Für die zeitgleiche Einspeisung muss immer eine Reservestrommenge vorgehalten werden, um auch den Ausfall einzelner Anlagen kompensieren zu können.

Bau von Neuanlagen

Jedes Jahr wird die abgenommene Strommenge der seit dem Vorjahr angeschlossenen Kunden ermittelt. Diese Menge muss spätestens im fünften Folgejahr aus Neuanlagen ins deutsche Stromnetz gespeist werden, die nicht älter als fünf Jahre sind oder deren Bau der Stromversorger initiiert hat. Dadurch wird der gelieferte Strom nicht nur durch Auskopplung aus dem Strommix gewonnen wie bei vielen anderen Anbietern, sondern es wird auch der Zubau von neuen umweltfreundlichen Anlagen gefördert.

Förderung der Photovoltaik

Bis zur Anpassung der „Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom“ zum 1. Januar 2008 sahen diese vor, dass Green Planet Energy spätestens nach fünf Jahren mindestens 1 Prozent der verkauften Strommenge aus Photovoltaikanlagen beziehen oder aus neu gebauten Photovoltaikanlagen ins Netz einspeisen musste, wobei auch hier die geförderten Tarife laut Erneuerbare-Energien-Gesetz in Anspruch genommen werden durften. Aufgrund der Entwicklung der Photovoltaikindustrie wurde vor dem Hintergrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen, dass eine zusätzliche Förderung der Photovoltaik durch einen Aufkauf von Solarstrom nicht mehr notwendig ist. Somit wurde das entsprechende Kriterium gestrichen.

Zukunftsfähigkeit

Das Gesamtkonzept des Energieversorgers muss so ausgelegt sein, dass auch große Nachfragemengen langfristig bedient werden können.

Transparenz und Verbraucherschutz

Wichtige Punkte der Kriterien werden durch die OmniCert Umweltgutachter GmbH und den TÜV überwacht.[45][46] Dazu gehören:

  • Überprüfung der Stromherkunft und der Einhaltung der Kriterien zum Strommix
  • Zeitgleiche Stromeinspeisung
  • Einhaltung der maximalen Emissionswerte
  • Einhaltung der Neubauverpflichtung

Beteiligungen

Direkte Beteiligungen

  • Green Planet Projects GmbH (100 %)
  • Green Planet Solutions GmbH & Co. KG (100 %)
  • Green Planet Energy Verwaltungsgesellschaft I mbH (100 %)
  • Planet Energy Verwaltungsgesellschaft I mbH (100 %)
  • Green Planet Energy Verwaltungsgesellschaft II mbH (100 %)
  • Ladegrün! eG (20 %)
  • Planet energy Kapitalverwatungsgesellschaft mbH (100 %)
  • Energie des Nordens GmbH & Co. KG (51 %)
  • Windgas Haßfurt GmbH & Co. KG (50 %)

Mittelbare Beteiligungen

Weitere Informationen Gesellschaft, Gesellschafter ...
Gesellschaft Gesellschafter Höhe der Beteiligung
Windgas Haurup Verwaltungsgesellschaft mbH Kommanditist: Energie des Nordens GmbH 100 %
Windgas Haßfurt Verwaltungsgesellschaft mbH Kommanditist: Windgas Haßfurt GmbH & Co. KG 100 %
Green Planet Energy Windpark Frickenhofer Höhe GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Green Planet Energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Green Planet Energy Windpark Frickenhofer Höhe II GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Green Planet Energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Green Planet Energy Windpark Drackenstein GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Green Planet Energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Green Planet Energy Windpark Gemeinschaftsstrom GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Green Planet Energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Windpark Drackenstein Infrastruktur GmbH Kommanditist: Green Planet Energy Windpark Drackenstein GmbH & Co. KG 100 %
Green Planet Anlageservice GmbH Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Weikersheim Verwaltungsgesellschaft mbH Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Strom aus Wind Betriebsgesellschaft mbH Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Windpark Soltau GmbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Dachfonds I GmbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Solar I GmbH & co.KG Kommanditist: Planet energy Dachfonds I GmbH & co.KG 100 %
Planet energy Windpark Ketzin GmbH & co.KG Kommanditist: Planet energy Dachfonds I GmbH & co.KG 100 %
Planet energy Kraftwerk I GmbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Windpark Langenbrügge GmbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Windpark Roydorf GmbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Windpark Buchhain I GmbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Windpark Buchhain II GmbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Windpark Suderburg GmbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Windpark Schwanewede GmbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Windpark Wundersleben GmbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Windpark Tomerdingen GmbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Verwaltungsgesellschaft II mbH & co.KG Kommanditist: Planet energy Windpark Sailershäuser Wald Beteiligungsgesellschaft mbH & co.KG 100 %
Planet energy Windpark Sailershäuser Wald Beteiligungsgesellschaft mbH & co.KG Kommanditist: Green Planet Energy eG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft II mbH & co.KG
100 %
Bürgerwindpark Sailershäuser Wald GmbH & Co. KG Kommanditist: Planet energy Windpark Sailershäuser Wald Beteiligungsgesellschaft mbH & co.KG
Komplementärin: Energiewende Haßberge Verwaltungs-GmbH
25 %
Energiewende Haßberge Verwaltungs-GmbH Kommanditist: Bürgerwindpark Sailershäuser Wald GmbH & Co. KG 100 %
Bürgerwind 2 Neubronn GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Kraftwerk XV GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Bürgerwindpark Rodewald GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Kraftwerk XIV GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Kraftwerk XIII GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Kraftwerk VIII GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Kraftwerk XVII GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Photovoltaikentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Kraftwerk XVIII GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Windpark Wilsickow GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Windpark Rinteln GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
GPP Bürgerwind Röte. Straße GmbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Planet energy Windpark Uetersen Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG Kommanditist: Green Planet Energy eG 100 %
Strom aus Wind Betriebsgesellschaft mbH & Co. Windpark Uetersen KG Kommanditist: Planet energy Windpark Uetersen Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG
Komplementärin: Strom aus Wind Betriebsgesellschaft mbH
68,06 %
oekostrom Produktions GmbH & Co. KG (i.L.) Kommanditist: Planet energy Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG 34 %
oekostrompark Parndorf 7 GmbH & Co. KG Kommanditist: Planet energy Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG 27 %
Bürgerwindpark Uetersen GmbH & Co. KG Kommanditist: Strom aus Wind Betriebsgesellschaft mbH & Co. Windpark Uetersen KG
Komplementärin: Strom aus Wind Betriebsgesellschaft mbH
82 %
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Quelle: Bundesanzeiger[1]

Stromerzeugung

Gemeinsam mit dem hundertprozentigen Tochterunternehmen Green Planet Projects erzeugt Green Planet Energy eigenen Strom.

Eigene Kraftwerke liefern an Netzbetreiber, Lieferantenkraftwerke an Green Planet Energy-Kunden.

Ein Großteil der Green Planet Projects Anlagen speisen den erzeugten Strom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ein. Dabei ist der Netzbetreiber dazu verpflichtet, den Strom zu der Höhe der für 20 Jahre staatlich garantierten Einspeisevergütung abzunehmen. Würde man an die Green Planet Energy-Kunden liefern, müsste man auf diesen staatlichen indirekten Fördermechanismus verzichten, der die Last der Energiewende auf die Schultern aller EEG-Umlage Zahlenden verteilt und könnte den Ausbau nicht so effizient vorantreiben. Daher liegen die Lieferantenkraftwerke, aus denen der Strom bezogen wird, außerhalb der Fördermöglichkeiten nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (z. B. Österreich und Deutschland), während mehrere der selbst betriebenen Kraftwerke häufig die EEG-Förderung nutzen.[47]

Eigene Anlagen

Weitere Informationen Anlage, Ort ...
AnlageOrtLeistungFertigstellung
ElektrolyseurHaurup1 MW2021
ElektrolyseurHaßfurt1,3 MW2016
PhotovoltaikanlageDasing1,5 MW2006
WindparkParndorf II, Österreich4 MW2004
WindparkSoltau3,9 MW2006
PhotovoltaikanlageStuttgart, Neue Messe3,8 MW2008
WindparkKetzin8 MW2009
WindparkRoydorf2,4 MW2009
WindparkLangenbrügge4 MW2010
WindparkSuderburg6 MW2010
WindparkWundersleben6 MW2011
WindparkBuchhain I+II14 MW2012
WindparkDrackenstein9,9 MW2020
WindparkRinteln4,8 MW2015
WindparkSailershäuser Wald6 MW2015
WindparkSchwanewede6,4 MW2015
WindparkTomerdingen7,2 MW2013
WindparkUetersen Bestand4,4 MW2001
WindparkUetersen Repowering12 MW2015
WindparkFrickenhofer Höhe I+II10,8 MW2016
Gesamt: 23Summe: 127,4 MW
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Quelle: Unternehmensregister[1]

Stromerzeugung durch Dritte

Da die Genossenschaft keinen ausreichend großen Anlagenpark besitzt, wird Strom zu einem großen Teil zugekauft, um die eigenen Kunden jederzeit versorgen zu können. Eine Liste dieser Kraftwerke ist auf der Website von Green Planet Energy veröffentlicht.[48] Der zugekaufte Strom wird von verschiedenen Lieferanten aus Österreich und Deutschland bezogen und stammt aus Wind-, Solar- und Wasserkraftanlagen. 2023 bezog Green Planet Energy Strom aus 113 Windkraftanlagen, 8 Photovoltaikanlagen und 4 Wasserkraftwerken.[45]

Die Genossenschaft nimmt nicht von allen Lieferantenkraftwerken den gesamten erzeugten Strom ab. Da es sich bei den Lieferantenkraftwerken zum Teil um Kraftwerke handelt, die Grundlast abdecken (Wasserkraftwerke) oder nicht steuerbar sind (Windkraftanlagen), kann die schwankende Nachfrage und Erzeugung nur durch ebenso schwankenden Zukauf aus den Grundlast-Kraftwerken ausgeglichen werden. Langfristig ist jedoch geplant, den Kraftwerkspark so auszubauen, dass die zeitgleiche Versorgung der Kunden gewährleistet werden kann, ohne den Ausgleich der Schwankungen Dritten überlassen zu müssen. Damit soll demonstriert werden, dass Stromversorgung ausschließlich auf Basis von erneuerbaren Energie möglich ist.

Green Planet Energy legt Wert darauf, keinen Strom an der Strombörse zu kaufen und keine RECS-Zertifikate zu verwenden.[49]

Strommix

Der Strommix besteht zur Hälfte aus Wind- und aus Wasserkraft.[50] Da die verfügbare Menge an Windenergie über das Jahr schwankt und so immer wieder von den Prognosen abweicht, muss das Unternehmen trotz langfristiger Lieferverträge zusätzliche Strommengen über kurzfristige Handelsverträge bei seinen Lieferanten beschaffen.[51]

Der aktuelle Strommix kann auf der Website abgelesen werden. Im Jahresdurchschnitt ergaben sich folgende Werte:

Weitere Informationen Energiequelle, bundesdeutscher Durchschnitt 2021 ...
Energiequelle bundesdeutscher
Durchschnitt 2021
Green Planet Energy
2008
Green Planet Energy
2009
Green Planet Energy
2010
Green Planet Energy
2011
Green Planet Energy
2021
Green Planet Energy
2022
Green Planet Energy
2023
Erneuerbare Energien 45,2 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 %
    Windenergie 0 % 73,7 % 78,0 % 98,4 % 98,3 % 60,1 % 60,1 % 59,5 %
    Wasserkraft 0 % 5,9 % 5,0 % 1,6 % 1,7 % 38,1 % 36,4 % 34,2 %
    Solarstrom 0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 1,8 % 3,5 % 6,3 %
    Biomasse 0,0 % 1,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0 % 0 %
    EEG-Strom 39,2 % 19,4 % 17,0 % 0,0 % 0,0 % 57,2 % 58,9 % -
Kernenergie 12,9 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0 % 0 %
Fossile Energieträger
+ Sonstiges
1,2 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0 % 0 %
Radioaktiver Abfall
(µg/kWh)
0,0003 0 0 0 0 0 0 0
CO2-Emissionen
(g/kWh)
310 0 0 0 0 0 0 0
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Zeitgleiche Einspeisung

Zwar gibt es auch andere Stromversorger, die 100 Prozent Ökostrom anbieten, doch Green Planet Energy ist einer der wenigen, die zu jedem Zeitpunkt jene Energiemenge einkaufen, die von ihren Kunden verbraucht wird. Für kleine Verbraucher wird hierzu ein gemitteltes Lastprofil angenommen, das die Gesamtleistungsaufnahme der kleinen Verbraucher zu jedem Zeitpunkt sehr genau wiedergibt (siehe Energiedaten-Management). Die zeitgleiche Einspeisung bewirkt gegenüber der mengengleichen, bei der nur im Durchschnitt über das ganze Jahr die verbrauchte Energiemenge eingespeist wird, folgendes:

Übergangsweise wird der Strom nur formell zeitangepasst eingekauft, der nicht-eingekaufte Strom wird in das allgemeine Stromnetz eingespeist und muss von den zuständigen Netzbetreibern durch Regelmaßnahmen stabilisiert werden. Dies kann zumindest auf Ebene der Geldströme der Green-Planet-Energy-Kunden ökologisch vorteilhaft sein. Jedoch ist das längerfristige Ziel, eine verbrauchsangepasste Versorgung des Gesamtmarkts mit regenerativer Energie zu ermöglichen. Dazu investiert Green Planet Energy in technische Entwicklungen zum physikalischen Ausgleich von Bedarfsschwankungen.

  • Beteiligung an Pilotprojekten zu virtuellen Kraftwerken, welche die Machbarkeit einer stabilen Versorgung mit regenerativen Energien und KWK-Anlagen demonstriert.[53][54]
  • Entwickeln von Windgas-Speichertechnologie: Überschüssiger Strom aus Windkraftanlagen wird zur elektrolytischen Erzeugung gut speicherbaren Wasserstoffs verwendet.[55]

Prinzipielle Zulässigkeit von Erdgas

Um den Ausstieg aus der Kernkraft- und der kohlebasierten Elektroenergieerzeugung zu beschleunigen, setzte Green Planet Energy anfangs noch in beschränktem Maße erdgasbetriebene KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) ein. Voraussetzung war jedoch, dass die Anlage einen energetischen Gesamtwirkungsgrad von mindestens 80 Prozent erreichte. Der KWK-Anteil darf seit 2017 nicht höher sein als der fEE-Anteil (Fluktuierende erneuerbare Energien, also Photovoltaik und Windkraft) am Strommix.[44] Im Jahr 2007 wurde der KWK-Anteil im Strommix durch Windenergie ersetzt. Damit liegt der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix von Green Planet Energy seit 2007 bei 100 Prozent.[50]

Windgaskonzept

Mit proWindgas bietet Green Planet Energy für Gaskunden einen Gastarif an, der die Windgas-Technologie fördert.[56][57] Der von Green Planet Energy angebotene Erdgas-/Windgasmix besteht (Stand 2023) zu 0,6 Prozent aus Windgas (Grüner Wasserstoff) sowie zu 34,9 Prozent aus Biogas und zu 64,5 Prozent aus fossilem Erdgas. Die Quote erneuerbaren Gases stieg von 0,86 Prozent im Jahr 2018 auf 34,92 Prozent im Jahr 2023[58] und bis 2027 soll der Gasmix ausschließlich aus erneuerbaren Gasen bestehen.[45]

Unter anderem fördert Green Planet Energy Windgas-Technologien durch einen Förderbeitrag pro Kilowattstunde und investiert in neue Windgas-Technologien und -Anlagen.[1] Dazu gehört die Anlage der Windgas Haßfurt GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen, welches Green Planet Energy zusammen mit dem Stadtwerk Haßfurt betreibt.[59] Die Windgas-Technologie ermöglicht die Nutzung überschüssigen Windstroms zur Elektrolyse von Wasser, wobei Wasserstoff erzeugt wird, der ins Gasnetz eingespeist werden kann. Dies soll die Integration erneuerbarer Energien in das bestehende Energiesystem fördern.[45]

Tests

Von der Stiftung Warentest wurde Green Planet Energy als einer von vier unabhängigen Ökostromanbietern in Deutschland bezeichnet, das Ergebnis der Untersuchung wurde im Februar 2012 veröffentlicht.[60] In der Januar-Ausgabe 2021 der Verbraucherzeitschrift Öko-Test wurde der Ökostrom-Tarif „Ökostrom aktiv“ von Green Planet Energy mit „sehr gut“ ausgezeichnet.[61]

Green Planet Energy ist zudem einer der vier empfohlenen Ökostromanbieter der ehemaligen Aktion „Atomausstieg selber machen“ der großen Umweltverbände Deutschlands, die Ende 2006 ins Leben gerufen wurde.[62]

Politisches Engagement und weitere Aktivitäten

Pilotprojekt Cambio (Carsharing) Elektrofahrzeug

Green Planet Energy engagiert sich an verschiedenen Initiativen und Projekten mit Bezug auf Umweltschutz. Hierbei arbeitet Green Planet Energy unter anderem mit dem Bündnis Bürgerenergie zusammen.[63]

Durch Green Planet Energy entstand die Initiative Atomstromfreies Internet. Hier werden Hoster vorgestellt, die ihre Server mit umweltfreundlich erzeugtem Strom betreiben.[18][19] Die Kunden des Ökostromtarifs nova naturstroum des luxemburgischen Stromversorgers Enovos werden von Green Planet Energy beliefert, sodass auch in Luxemburg ein Strombezug über Green Planet Energy möglich ist.[64]

2017 setzte Green Planet Energy sich mittels einer Klage gegen die Firma Stromnetz Hamburg für die Legalisierung von Minisolaranlagen für den Balkon ein, da diese sich mit Verweis auf die fehlenden Normen noch weigert, solche Module in ihrem Netz zuzulassen. Der von den Minisolaranlagen erzeugte Strom kann über die Steckdose einfach in das Stromnetz eingespeist werden, was in Deutschland bis dahin allerdings nicht erlaubt war.[65]

Ebenfalls seit 2017 bietet Green Planet Energy den Tarif Solarstrom plus an, bei dem der Nutzer pro Kilowattstunde verbrauchten Strom einen Fördercent extra zahlt, aus dem Photovoltaikanlagen für Privathaushalte, aber auch für öffentliche Einrichtungen wie Kirchen oder Kindertagesstätten speziell in den deutschen Braunkohlegebieten finanziert werden.[66]

Seit 2021 engagiert sich Green Planet Energy vermehrt für den Kohleausstieg und beauftragt Studien hinsichtlich der Energiesicherheit und des Umstiegs auf erneuerbare Energien.[67] Im Rahmen des Kohleausstiegs legte Green Planet Energy 2021 Beschwerde gegen das Beihilfeverfahren für die RWE ein.[68]

Zudem spricht sich Green Planet Energy gegen den Neubau von Atomkraftwerken aus, beispielsweise wurde gegen das Kernkraftwerk Hinkley Point vorgegangen, dessen Bau von diversen Zeitverzögerungen und Kostensteigerungen geprägt wurde.[69][70]

Weiterhin setzt sich Green Planet Energy für Initiativen aus dem Bereich Energy Sharing[63] sowie für Projekte für erneuerbare Energien in Braunkohlegebieten ein.[66]

Kritik

Die geschäftlichen Interessen von Green Planet Energy und seiner Anteilseigner, insbesondere der Bau großer Windräder, stießen schon auf Widerstand von Anwohnern und Naturschutzorganisationen. Im Landkreis Schaumburg im Weserbergland versuchte der Nabu Schaumburg über mehrere Jahre auch mit juristischen Mitteln, die Installation von zwei knapp 150 Meter hohen Rotoren im Naturpark Schaumburg-Hameln zu verhindern. Hier bedrohten die Planungen von Green Planet Energy den Fortbestand zweier Brutpaare von Fischadler und Seeadler. Das Natur- und Vogelschutzgebiet Auenlandschaft Hohenrode könnte angeblich ebenfalls massiv beeinträchtigt werden.[71]

Das Online-Magazin „Flugbegleiter“, das sich Vogelthemen widmet, kritisierte im September 2018, dass sich Green Planet Energy zwar aus diesem Windenergie-Projekt zurückgezogen hat, aber das Baurecht einer anderen Firma überließ.[72]

2020 wurde bekannt, dass das Erdgas, welches über proWindgas bereitgestellt wurde, nur zu 0,67 Prozent aus grünem Wasserstoff bestand. Der restliche Anteil bestand aus russischem Gas.[73]

Siehe auch

  • Ökostrom Zertifizierung und Anbieter von Ökostrom
Commons: Green Planet Energy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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