Grels Teir

finnischer Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Grels Olof Teir (* 26. Februar 1916 in Lappfjärd, Österbotten; † 23. Juni 1999 in Helsinki) war ein finnischer Beamter und Politiker der Schwedischen Volkspartei (SFP), der unter anderem zwischen 1951 und 1975 Mitglied des Parlaments und mehrmals Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft der Schwedischen Reichstagsgruppe sowie Minister war. Er fungierte zudem zwischen 1973 und 1983 als Generaldirektor der Staatskasse.

Grels Teir (1965)

Leben

Grels Teir war Finnlandschwede und stammte aus dem überwiegend schwedischsprachigen Teil Ostbottniens. Er war Bruder des Bankmanagers und Kommunalpolitikers Tor-Erik Teir (1908–1988) sowie des Professors für Pathologische Anatomie und Krebsforscher Harald Gustav Teir (1914–1992).

Teir absolvierte nach dem Schulbesuch ein Studium der Rechtswissenschaften, das er 1944 mit dem Juristischen Staatsexamen beendete. Bereits zuvor war er zwischen 1941 und 1942 Bezirksinspektor des Wohlfahrtsbezirks Vasa und nach Abschluss seines Studiums zwischen 1944 und 1959 als Rechtsanwalt in Gamlakarleby tätig. Zugleich fungierte er 1944 als amtsführender Bezirksrichter und Staatsanwalt des Bezirks Kronoby und zudem in Gamlakarleby 1945 als Justizbeamter des Militärbezirks sowie zwischen 1945 und 1946 als Notar des dortigen Gerichts, ehe er dort von 1946 bis 1947 kommissarischer Bezirksrichter sowie Bezirksrichter von Salo war. Darüber fungierte er 1946 kurzzeitig als kommissarischer Stadtschreiber von Gamlakarleby.

Am 21. Juli 1951 wurde Teir für die finnlandschwedische Schwedische Volkspartei SFP (Svenska folkpartiet) erstmals Mitglied des Parlaments (Riksdagen) und vertrat in diesem bis zum 19. Februar 1962 zunächst den Bezirk Nord im Wahlkreis Vasa sowie im Anschluss von 20. Februar 1962 bis zum 26. September 1975 den Wahlkreis Vasa.

1953 löste er Christoffer Schildt als Vorsitzender von Svensk Ungdom (SU) ab, der Jugendorganisation der Schwedischen Volkspartei, und behielt dieses Funktion bis zu seiner Ablösung durch Hans W. Hansson 1957. Er war außerdem zwischen 1954 und 1975 Parlamentarischer Korrespondent der schwedischsprachigen Zeitung Vasabladet und fungierte vom 22. Juli 1958 bis zum 9. Februar 1959 als Vorsitzender des Rechtsausschusses des Reichstages.

Neben seiner Parlamentszugehörigkeit war er zwischen 1959 und 1971 als Direktor der Filiale der Helsinkier Aktienbank HAB (Helsingfors Aktiebank) in Gamlakarleby und bekleidete im Kabinett Virolainen vom 12. September 1964 bis zum 27. Mai 1966 als Minister für Verkehr und öffentliche Arbeiten (Kulkulaitosten ja yleisten töiden ministeri) erstmals ein Ministeramt.[1] Zugleich war er als Nachfolger von Sven Högström[2] zwischen 1964 und seiner Ablösung durch Kurt Nordfors[3] 1965 zum ersten Mal Vorsitzender von Svenska riksdagsgruppen („Schwedische Reichstagsgruppe“), eine am 22. Mai 1907 gegründete finnlandschwedische Fraktionsgemeinschaft, die aus den Abgeordneten der Schwedischen Volkspartei und des rein schwedischsprachigen Wahlkreises Åland besteht.

Als Nachfolger von Kurt Nordfors übernahm Grels Teir 1966 wieder den Posten als Vorsitzender der „Schwedischen Reichstagsgruppe“ und verblieb in dieser Funktion bis 1968, woraufhin Carl Olof Tallgren[4] neuer Vorsitzender dieser Fraktionsgemeinschaft wurde. Daneben bekleidete er zwischen dem 5. April 1966 und dem 1. Februar 1971 wieder die Funktion als Vorsitzender des Rechtsausschusses. Ferner wurde er am 22. März 1968 in das Kabinett Koivisto I berufen und war in diesem bis 14. Mai 1970 Minister für Handel und Industrie (Handels- och industriminister).[5]

Er war als Nachfolger von Carl Olof Tallgren von 1970 bis zu seiner eigenen Ablösung durch Carl Olof Tallgren 1972 noch einmal Vorsitzender der „Schwedischen Reichstagsgruppe“ sowie zwischen dem 22. Januar 1972 und dem 26. September 1975 abermals Vorsitzender des Rechtsausschusses.

Am 4. September 1972 übernahm er im Kabinett Sorsa I wieder den Posten des Ministers für Handel und Industrie und bekleidete diesen bis zum 31. Dezember 1972, woraufhin sein Parteifreund Jan-Magnus Jansson[6] neuer Minister wurde.[7]

1973 wurde er als Nachfolger von Esa Kaitila[8] zum Generaldirektor der Staatskasse (Statskontoret) ernannt, eine Zentralbehörde, die dem Finanzministerium untersteht, und hatte dieses Amt zehn Jahre lang bis zu seiner Ablösung durch Jaakko Vihmola 1983 inne. Im Kabinett Liinamaa fungierte er zudem zwischen dem 13. Juni und dem 30. November 1975 Minister im Ministerium für Soziales und Gesundheit und war damit in dieser Zeit Stellvertreter von Ministerin Alli Lahtinen.[9][10]

1983 wurde Teir als Anerkennung für seine gesellschaftlichen Verdienste der Titel Minister verliehen, ein Ehrentitel in der zweithöchsten Stufe dieser Auszeichnung.

Teirs Tochter Carola Teir-Lehtinen (* 1952) war als Direktorin für nachhaltige Entwicklung beim Energieversorgungsunternehmen Fortum tätig.

Auszeichnungen

Commons: Grels Teir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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