Grevea
Gattung der Familie Montiniaceae
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Grevea ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie Montiniaceae. Die drei oder vier Arten sind in Afrika und Madagaskar verbreitet.
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Männlicher Blütenstand von Grevea madagascariensis | ||||||||||||
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Beschreibung
Vegetative Merkmale
Grevea sind laubabwerfende Sträucher oder Bäume, die Wuchshöhen von bis zu 5 Meter erreichen. Nur selten wächst Grevea bosseri auch lianenförmig. Oftmals werden durch Wurzelschösslinge dichte Dickichte gebildet. Die Äste sind korkig. Die oberirdischen Pflanzenteile sind mit Ausnahme von Haarbüscheln in den Blattachseln kahl.
Es sind keine Nebenblätter vorhanden. Die gegenständigen oder manchmal auch nahezu gegenständigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die einfachen, ganzrandigen Blattspreiten sind fiederförmig geadert und verbreiten beim Zerreiben einen starken pfeffrigen Geruch. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 3,5 bis 23,5 Zentimetern sowie einer Breite von 1,4 und 14,0 Zentimetern elliptisch bis eiförmig mit stark zugespitztem oberen Ende und eingeengter bis breit-keilförmiger Basis. Beim Trocknen verfärben sich die Blätter oftmals schwarz.
Blütenstände und Blüten
Die Grevea-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). In den Achseln junger Laubblätter stehen bis zu acht männliche Blüten in zymösen Blütenständen zusammen. Die weiblichen Blüten stehen endständig und einzeln. Die Blüten sind drei- oder vier-, selten auch fünfzählig. Die Kelchblätter sind zu einem Kelch verwachsen, der bei männlichen Blüten becherförmig und bei weiblichen Blüten lang röhrenförmig ist. Die Kelchzipfel sind abgeschnitten bis zahnförmig. Die Kronblätter stehen frei, sind dachziegelartig überlappt und setzen unterhalb des Randes des kreisförmigen, Nektar produzierenden Blütenbodens an.
Es ist nur ein Kreis von freien, fertilen Staubblättern in gleicher Zahl wie die Kronblätter vorhanden und sie stehen zwischen ihnen, sie setzen unterhalb des Randes des Blütenbodens an. Die Staubfäden sind kurz. Die zweilappigen Staubbeutel weisen nach außen und öffnen sich durch Längsschlitze. In den weiblichen Blüten werden statt der Staubblätter nur Staminodien ausgebildet. Der unterständige Fruchtknoten ist komplett oder nur teilweise zweikammerig und enthält vier bis zwölf Samenanlagen. Der Griffel steht endständig und ist am oberen Ende zweigelappt, die Narben befinden sich auf der Innenseite dieser Lappen.
Früchte und Samen
Die großen, trockenen Kapselfrüchte sind brüchig aber nicht aufspringend. Der Fruchtknoten mit den zwei Narbenlappen ist beständig und steht an der zugespitzten Spitze der Frucht. Die Basis ist eingeengt, Reste des Kelchs und des Blütenbodens bleiben bestehen. Die Oberfläche der Frucht ist schwach gerippt und glatt oder mit weißen Höckerchen versehen. Die kugelförmigen oder eingedrückten, rötlich oder gelblich braun gefärbten Samen enthalten reichlich Endosperm.
Systematik und Verbreitung
Die Gattung Grevea wurde 1884 von Henri Ernest Baillon in Bulletin Mensuel de la Société Linnéenne de Paris, Band 1, Seite 420 mit der Art Grevea madagascariensis aufgestellt. Der Gattungsname Grevea ehrt den französischen Naturforscher Grevé († 1895), der in Madagaskar lebte.[1]
Die Gattung Grevea kommt im tropischen Afrika sowie auf Madagaskar vor.
Es gibt etwa drei Arten:
- Grevea bosseri Letouzey: Sie kommt in Liberia und Republik Kongo vor.
- Grevea eggelingii Milne-Redh.: Die drei Varietäten kommen im östlichen Afrika in Kenia, Mosambik, und Tansania vor.[2]
- Grevea madagascariensis Baill.: Sie gedeiht in Madagaskar im trockenen, laubabwerfenden Wald in einem Gebiet nördlich von Morondava bis nach Antsiranana. Besonders häufig ist die Gattung dort im Ambongo-Gebiet südlich von Mahajanga.
Literatur
- George E. Schatz: Generic Tree Flora of Madagascar. Royal Botanic Gardens u. a., Kew 2001, ISBN 1-900347-82-2.
- Bernard Verdcourt: Montiniaceae (= Flora of Tropical East Africa.). Royal Botanic Gardens u. a., Kew u. a. 1973, ISBN 0-85592-026-2.
- Bernard Verdcourt: A Reappraisal of the Grevea (Montiniaceae) Growing on the Kenya Coast. In: Kew Bulletin, Volume 51, Issue 4, 1996, S. 771–773. JSTOR:4119730