Griselda Cheape

schottisch-britische Adelige, Aktivistin gegen das Frauenwahlrecht From Wikipedia, the free encyclopedia

Lady Griselda Johanna Helen Cheape (* 20. Dezember 1865 in Cortachy Angus; † 12. Februar 1934 in London) war eine schottisch-britische Adelige und Aktivistin gegen das Frauenwahlrecht.[1]

Leben

Cheape war das sechste Kind von Henrietta Blanche Stanley and David Graham Drummond Ogilvy, 10. Earl of Airlie. Sie wuchs in der paternalistischen Tradition des britischen Landadels mit starkem Pflichtbewusstsein auf. Am 23. Dezember 1897 heiratete sie James Cheape of Strathtyrum. Das Paar hatte drei Kinder. Der Überlieferung nach kam die Verbindung dadurch zustande, dass sie ihn in einen „Ladies Only“-Eisenbahnwaggon am Bahnhof Strathmiglo zog.[1]

Cheape galt als freundlich und gastfreundlich, allerdings auch als exzentrisch und mit festen Ansichten über eine disziplinierende Erziehung von Kindern.[1]

Cheape interessierte sich für Kinderpflege und meldete sich zur Krankenpflege am Royal Hospital for Sick Children in Edinburgh an. Sie half außerdem im Pendlebury Sick Children’s Home in Manchester, im Dundee Royal Infirmary und im National Temperance Hospital in London.[1]

Die Frage der Abstinenz war ein Anliegen, das sie förderte, und sie war aktiv innerhalb der British Women’s Temperance Association (BWTA).[2]

Sie war eine prominente Persönlichkeit in der Scottish National Women’s Anti-Suffragette League (WASL) und gründete 1909 die Zweigstelle in St Andrews.[3] Obwohl die BWTA für das Frauenwahlrecht insgesamt war, war die Zweigstelle in St Andrews unter ihrer Präsidentin Cheape (1909–1912) dagegen.[4][5] Cheape war Präsidentin der St Andrews-Zweigstelle der Scottish League for Opposing Women’s Suffrage.[6] Im Jahr 1913 gründete sie Beehive, eine weitere Anti-Suffrage-Gesellschaft mit Sitz in St Andrews.[5]

Cheapes Reden galten als so provokativ, dass sie Unruhen auslösten. Die WASL fusionierte 1910 mit der Men’s National League for Opposing Women’s Franchise, um die National League for Opposing Women’s Suffrage (NLOWS) zu bilden. Die NLOWS bestand zusammen mit ihrer Zeitschrift, der Anti-Suffrage Review, bis 1918 und der Einführung des Frauenwahlrechts. Die NLOWS wurde stark vom britischen Adel unterstützt und für Cheape und ihre privilegierten aristokratischen Zeitgenossinnen wie Katharine Stewart-Murray, Duchess of Atholl, und Violet Graham, Duchess of Montrose, hielt die politische Gleichberechtigung von Frauen für undenkbar:[1]

„Lady Cheape believed that direct political representation would undermine, rather than amplify, the idea of feminine moral superiority. Her opinions may be traced to her strongly evangelical approach to temperance reform that emphasised moral, rather than legal, «suasion».“

„Lady Cheape glaubte, dass direkte politische Repräsentation die Idee der weiblichen moralischen Überlegenheit eher untergraben als verstärken würde. Ihre Ansichten lassen sich auf ihren stark evangelikalen Ansatz zur Abstinenzreform zurückführen, der die moralische, nicht die rechtliche ‚Überredung‘ betonte.“

Megan Smitley: Women’s History Review[2]

Cheape starb 1934 in London.[1]

Einzelnachweise

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