Grosser Rat (Wallis)

From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Grosse Rat des Kantons Wallis (französisch Grand Conseil du canton du Valais) ist das Kantonsparlament des Kantons Wallis.

In diesem Gebäude in Sion tagt der Grosse Rat des Kantons Wallis (2013)
Schnelle Fakten Basisdaten, Aktuelle Legislaturperiode ...
Grosser Rat der Republik und des Kantons Wallis
Basisdaten
Sitz: Sitten
Legislaturperiode: 4 Jahre
Erste Sitzung: 1839
Abgeordnete: 130
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl: 2025
Vorsitz: Muriel Favre-Torelloz
8
19
1
7
42
27
26
8 19 1 7 42 27 26 
Sitzverteilung:
  • Mitte 49
  • FDP 27
  • SVP 26
  • SP 19
  • Grüne 8
  • Entremont Autrement 1
  • Website
    www.vs.ch
    Schließen

    Allgemeines

    Der Walliser Grosse Rat wurde 1839 geschaffen. Aufgrund der historischen Bedeutung der Zenden im früheren Landrat der Republik Wallis wurde die zenden- bzw. bezirksweise Wahl der Abgeordneten trotz unterschiedlicher Grösse der Wahlkreise beibehalten.

    Zwischen 1839 und 1909 kam ein Grossratsmandat auf 1000 Bezirkseinwohner. Dieser Wert wurde bei den Grossratswahlen von 1913 auf 1100 Bewohner angehoben. Die Verkleinerung des Grossrates auf höchstens 130 Mitglieder erfolgte bei der Wahl von 1953.

    In den Jahren 1839 bis 1847 wurden die Grossräte durch Wahlmänner gewählt, die die Gemeinden auf die Wahlversammlung des Zenden abordneten. Auf 100 Einwohner einer Gemeinde kam ein Wahlmann. Zwischen 1847 und 1852 wählten die Bezirkseinwohner ihre Abgeordneten direkt auf der Wahlversammlung. Die Listenwahl wurde 1852 ermöglicht. Die Wahl der Grossräte findet seit 1857 in den Gemeinden statt. Damit wurde die Urnenwahl mit dem Stimmzettel eingeführt. Der Proporz kam 1921 erstmals zur Anwendung.

    Die Amtsdauer betrug zunächst zwei Jahre und wurde 1847 auf fünf Jahre verlängert. Seit 1857 beträgt die Legislaturdauer vier Jahre.

    Eine Besonderheit ist die gleichzeitige Wahl von Ersatzleuten, den sogenannten Suppleanten. 1847 kam ein Suppleant auf zwei Grossräte. Seit 1852 werden gleich viele Suppleanten wie Grossräte gewählt.

    Im Jahr 1986 wurde Monique Paccolat als erste Frau Präsidentin des Walliser Grossen Rates und in den Stuhl der Landeshauptfrau gewählt.[1]

    Wahlkreise

    Die vormaligen Wahlkreise, die den Bezirken entsprechen, sind seit 2017 Unterwahlkreise, die einem übergeordneten Wahlkreis angehören. Für die Sitzverteilung massgeblich ist das Listenergebnis auf Wahlkreisebene. Mittels des Verfahrens «doppeltproportionales Zuteilungsverfahren» werden die erhaltenen Sitze auf die Unterwahlkreise verteilt.

    Der Staatsrat legt die Zahl der Sitze pro Bezirk jeweils vor der Erneuerungswahl anhand der amtlichen Bevölkerungsstatistik fest.[2]

    Weitere Informationen Wahlkreis, Unterwahlkreis ...
    WahlkreisUnterwahlkreis 2025202120172013200920052001
    Brig Goms 2 222223
    Östlich Raron 1 112222
    Brig 11 111112121212
    Visp Visp 10 111112131313
    Westlich Raron 3 344444
    Leuk 5 556666
    Siders Siders 17 171717181818
    Sitten Sitten 18 181817171717
    Ering 5 555555
    Gundis 11 111110101010
    Martinach Martinach 18 181716151515
    Entremont 6 666666
    Monthey Saint-Maurice 6 555555
    Monthey 17 171716151514
    Schließen

    Wähleranteile letzte Wahlen

    Wahl zum Walliser Grossrat vom 2. März 2025[3]
    Wahlbeteiligung: 45,60 %
     %
    50
    40
    30
    20
    10
    0
    40,3
    19,5
    18,1
    12,5
    6,0
    2,4
    1,1
    keine
    Gewinne und Verluste
    im Vergleich zu 2021
     %p
       4
       2
       0
      −2
      −4
    +2,1
    +2,6
    −1,6
    +2,4
    −3,5
    +1,8
    +0,2
    −4,0
    Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang

    Parteien – Wahlergebnisse seit 1905

    Sitzverteilung seit 1905

    Nachfolgend sind die Sitzverteilungen der Parteien jeweils nach den Grossratswahlen seit 1905 dargestellt.[4][5]

    Sitzverteilung nach Parteiallianzen

    Weitere Informationen Sitzverteilung 2025, Richtung ...
    Sitzverteilung 2025 Richtung 202520212017201320092005200119971993
    28
    49
    27
    26
    28 49 27 26 
    Insgesamt 130 Sitze
    • Linksallianz: 28
    • Mitte: 49
    • FDP: 27
    • SVP: 26
    Mitte-Konservativ-christlichsozial (Centre-Mitte-Neo) 494855616873747175
    Freisinnig-liberal (PLR-PRD-PL-FDP) 272726282830353839
    Linke (PS-SP-PCS-Les Verts-Entremont Autrement) 283326202221192116
    Nationalkonservativ (UDC-SVP-Freie Wähler) 26222321126200
    Schließen

    Sitzverteilung nach sprachregionalen Parteien

    Weitere Informationen Partei ...
    Partei 20252021201720132009
    Französischsprachige Listen
    8
    16
    1
    29
    26
    18
    32
    8 16 1 29 26 18 32 
    Insgesamt 130 Sitze
    • Verts: 8
    • PSVr: 16
    • EA: 1
    • Centre Vr: 29
    • PLRVr: 26
    • UDCVr: 18
    • (Oberwallis): 32
    Deutschsprachige Listen
    98
    3
    7
    13
    1
    8
    98 3 7 13 1 8 
    Insgesamt 130 Sitze
    • (Unterwallis): 98
    • SPO: 3
    • neo: 7
    • Mitte: 13
    • FDP: 1
    • SVPO: 8
    Die Mitte Unterwallis (Centre Vr) 2927323338
    FDP.Die Liberalen (PLRVr / FDP) 2727262828
    Schweizerische Volkspartei Unterwallis (UDCVr) 181516157
    Sozialdemokratische Partei Unterwallis (PSVr) 161291013
    Die Mitte Oberwallis 1313131616
    Grüne Wallis[6] (Les Verts / Grüne) 813822
    Schweizerische Volkspartei Oberwallis (SVPO) 87763
    Neo – Die sozialliberale Mitte Oberwallis (neo) 78101214
    Sozialdemokratische Partei Oberwallis (SPO) 33444
    Entremont Autrement 11110
    Christlich-soziale Partei Unterwallis[7] (PCSVr) 04433
    Freie Wähler[8] 00002
    Schließen

    Sitzverteilung nach Regionen

    Weitere Informationen Oberwallis ...
    Oberwallis 202520212017201320092005
    Mitte/CVPO 131313161617
    neo/CSPO 7810121415
    SVPO 877651
    SPO 334444
    FDP 110002
    Grüne 010000
    Schließen
    Weitere Informationen Mittelwallis ...
    Mittelwallis20132009
    CVP1822
    FDP1413
    SP911
    SVP84
    Schließen
    Weitere Informationen Unterwallis ...
    Unterwallis20132009
    CVP1516
    FDP1415
    SP77
    SVP73
    Schließen

    Siehe auch

    Literatur

    • Jean-Marc Biner: Walliser Behörden 1848–1977/79. Kanton und Bund. Jahrbuch der Walliser Kantonsbibliothek, des Staatsarchivs und der Museen von Valeria und Majoria, Sitten 1982.
    • Alois Grichting: Das Oberwallis 1840 bis 1990. 150 Jahre Walliser Bote. 3. Auflage. Mengis Druck und Verlag, Visp 1994.
    • Website des Grossen Rates des Kantons Wallis

    Einzelnachweise / Anmerkungen

    Related Articles

    Wikiwand AI