Grotta Gigante

Höhle in Italien nahe Triest From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Grotta Gigante (slowenisch Briška jama) ist eine Schauhöhle in der Nähe der italienischen Ortschaft Sgonico, rund 15 km von Triest entfernt.

Schnelle Fakten
Grotta Gigante
Blick über die Haupthalle der Höhle vom unteren Ende der hinab führenden Treppen
Blick über die Haupthalle der Höhle vom unteren Ende der hinab führenden Treppen
Blick über die Haupthalle der Höhle vom unteren Ende der hinab führenden Treppen
Lage: Triestiner Karst, Italien
Geographische
Lage:
45° 42′ 33,2″ N, 13° 45′ 49,8″ O
Grotta Gigante (Friaul-Julisch Venetien)
Grotta Gigante (Friaul-Julisch Venetien)
Katasternummer 2[1]
Typ Tropfsteinhöhle
Entdeckung 1840
Schauhöhle seit 1908
Beleuchtung elektrisch
Gesamtlänge 719 m
Niveaudifferenz −252 m
Länge des Schau-
höhlenbereichs
850 m
Mittlere jährliche Besucherzahl 100,000[2][3]
Website www.grottagigante.it
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Erforschungsgeschichte

Zwischen 1839 und 1841 bereiste Friedrich Anton Lindner den gesamten Karst von Škocjan bis zur Mündung des Timavo auf der Suche nach Wasserressourcen für die Versorgung von Triest.[4][5][6] Die Annahme, er habe die Grotta Gigante bereits 1840 entdeckt, stützt sich lediglich auf spätere, nicht belegte Überlieferungen.[7] In den 1850er Jahren wurde die Erkundung von Giovanni Sigon und Ingenieuren der k.k. Südlichen Staatsbahn fortgesetzt, jedoch ohne präzise Dokumentation.[8] Nach der Wiederentdeckung des oberen Eingangs im Jahr 1887 wurden ab 1890 wurden die Forschungen vom „Club Turisti Triestini“ erneut aufgenommen, wobei ein zweiter, leichter zugänglicher Schacht genutzt wurde. Bis 1890 wurde die Höhle vollständig befahren und vermessen. Eine erste gesicherte Veröffentlichung erschien 1891 durch den Direktor der Höhlenkommission der Alpinen Gesellschaft der Julischen Alpen Eduardo Taucer, der die Erforschung mehrerer Höhlen dokumentierte und ihre Lage auf einer topografischen Karte mit insgesamt 22 Höhlen verzeichnete, darunter auch die der Grotta Gigante.[5] 1892 entstand daraus die Idee eines systematischen Höhlenkatasters, als Taucer eine detaillierte Karte, Beschreibungen ausgewählter Höhlen und Vermessungsdaten veröffentlichte.[9] 1897 konnte von Andreas Perko ein kompletter Plan erstellt werden.

Am 5. Juli 1908 wurde der Führungsbetrieb aufgenommen, zunächst mit Kerzen und bengalischer Beleuchtung. Der Tourismus setzte jedoch erst nach 1957 ein, nachdem eine elektrische Beleuchtung installiert worden war.

Beschreibung

Blick vom Ausgangsbereich zurück auf zwei Horizontalpendel, im Hintergrund die Treppenanlage des Eingangs

Die maximale Tiefe der Grotta Gigante beträgt 252 m, die berühmte große Halle ist 98,5 m hoch, 76,3 m breit und 167,6 m lang; die konstant vorherrschenden 11 °C entsprechen dem lokalen Jahresmittel.[10] Von 1995 bis 2010 stand die Grotta Gigante im Guinness-Buch der Rekorde als „Größte Schauhöhle der Welt“. Dann öffnete in Frankreich Grotte de La Verna, eine Schauhöhle mit noch größerer Halle.[11] Das ganze ist zweifelhaft,[12] weil La Verna nur rudimentär als Schauhöhle ausgebaut wurde, und Grotta Gigante ist nach wie vor der größte Hohlraum, den man komfortabel besichtigen kann. Die übliche Besichtigung der Grotta Gigante erfolgt ausschließlich im Rahmen geführter Touren, die etwa eine Stunde dauern. Die Besucher werden in einem Einbahnsystem durch die Höhle geleitet, Ein- und Ausgang sind nicht ident. Ein- und Ausstiegt erfolgen über Treppenanlagen mit je rund 500 Stufen.[10] Endpunkt dieser „Standardtour“ ist ein Saal, der wegen eines Stalagmiten, der an eine Madonnenstatue erinnert, Sala dell'Altare genannt wird.

Palmenstammstalagmit

Typisch für nahe an der Oberfläche gelegene Hallen mit großer Fallhöhe das Wassers und zyklisch wechselnder Lösungszufuhr sind sogenannte Palmenstammstalagmiten,[13] die in der Grotta Gigante bis zu 12 m hoch werden.[14]

Ab dem Sala dell'Altare fällt die Höhle in mehreren Steilstufen ab. Dieser hintere Bereich kann im Rahmen einer anspruchsvolleren Tour mittels Leitern und Kletterausrüstung besucht werden.[15] Die Halle wurde mittels 15 cm aufgelöster Laserabtastung vermessen und ein interaktives 3D-Modell erstellt.[16]

In der Höhle befinden sich zwei 94 m lange geodätische Pendel zur Erforschung der Erdgezeiten. Vor dem Eingang befindet sich ein speleologisches Museum mit höhlenkundlichen, geologischen und paläontologischen Exponaten.

Commons: Grotta Gigante – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Website der Höhle. (mehrsprachig)
  • Franz Lindenmayr: Die Grotta Gigante im Triester Karst. In: Mensch und Höhle. 14. Juni 2003, abgerufen am 3. Februar 2026.
  • Regional Speleological Cadastre. Grotto Gigante. In: Central Directorate for Environmental Protection, Energy and Sustainable Development – Geological Service. Regione Autonoma Friuli Venezia Giulia, abgerufen am 3. Februar 2026 (italienisch, englisch, slowenisch): „Entdeckungsgeschichte, detaillierte Beschreibung, Vermessungspläne und 3D-Visualisierung“

Einzelnachweise

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