Rogoźnica (Strzegom)
Dorf in Polen
From Wikipedia, the free encyclopedia
Rogoźnica [] (deutsch: Groß Rosen, vormals auch Rosen bei Striegau) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Strzegom (Striegau) im Powiat Świdnicki, der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es liegt auf halbem Wege zwischen Strzegom (Striegau) und Jawor (Jauer), jeweils sieben Kilometer von beiden Städten entfernt.
| Rogoźnica Groß Rosen | ||
|---|---|---|
| ? Hilfe zu Wappen |
||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Niederschlesien | |
| Powiat: | Świdnica | |
| Gmina: | Strzegom | |
| Geographische Lage: | 51° 1′ N, 16° 17′ O | |
| Einwohner: | 780 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 74 | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Strzegom – Jawor | |
| Eisenbahn: | Jaworzyna Śląska–Legnica | |
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |
Geschichte

„Rogozen“, das zum Herzogtum Schweidnitz gehörte, wurde erstmals im Jahre 1271 urkundlich erwähnt.[1] Die damals erwähnte Scholtisei lässt auf die Deutschem Recht des Ortes schließen. Im Breslauer Zehntregister Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis aus den Jahren 1295–1305 des Päpstlichen Nuntius Galhardus von 1335 wird die „ecclesia de Roznow“ erstmals erwähnt.[2] In der Reformationszeit wurde die Kirche protestantisch und 1653 den Katholiken zurückgegeben. Eine eigene evangelische Kirche besteht seit 1768. Letztere wurde von 1870 bis 1872 neu erbaut. Grundherren von Groß Rosen waren: 1618 Konrad von Nimptsch, 1677 Friedrich von Moll, 1742 Samuel von Richthofen, schließlich Karl Ludwig von Richthofen, dem das Patronatsrecht über beide Kirchen von Groß Rosen zustand. Bis 1641 gehörte Johann von Hentschel Klein Rosen, der dort auch starb. Später gelangte dieser Besitz an die gleiche Herrschaft wie Groß Rosen.[3]
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Groß Rosen 1741/42 mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Die alten Verwaltungsstrukturen wurden aufgelöst und Groß Rosen zunächst in den Kreis Striegau eingegliedert. 1785 zählte Groß Rosen eine evangelische und eine katholische Kirche, zwei Pfarr- und zwei Schulhäuser, zwei Vorwerke, sechs Bauern, einen Häusler, eine Wassermühle, einen Fleischer, einen Kramer, einen Bäcker, eine Brauerei und 207 meist evangelische Einwohner. In Klein Rosen befanden sich ein Vorwerk, elf Gärtner, eine Wassermühle und 55 evangelische Einwohner. Nach der Auflösung des Kreises Striegau wurde die Landgemeinde Groß Rosen 1932 dem Landkreis Schweidnitz zugeschlagen. 1933 lebten in dem Dorf 1783 Einwohner; 1939 waren es 1852. Haupterwerb der Bewohner war die Landwirtschaft und der Abbau von Granit. Zur Zeit des Nationalsozialismus errichtete das Deutsche Reich im März 1941 an der Eisenbahnstrecke Jauer–Schweidnitz, in der Nähe des Dorfes, das Konzentrationslager Groß-Rosen mit seinen Außenlagern. Das Lager diente als Nebenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen.
Infolge des Zweiten Weltkriegs und der Übernahme 1945 durch die Rote Armee und polnische Administration wurde Groß Rosen in Rogoźnica umbenannt. Die deutschen Einwohner wurden, soweit sie nicht vorher geflohen waren, weitgehend vertrieben und durch Polen ersetzt. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.
Nach 1990 wurden die Granitsteinbrüche von Rogoźnica stillgelegt und wegen ihrer Bedeutung als Zwangsarbeitsstätte der KZ-Häftlinge zu einem Denkmal erklärt.
Sehenswürdigkeiten
- Die Römisch-katholische Kirche mit dem Patrozinium Simon und Thaddäus (polnisch Kościół św. Szymona i Tadeusza) aus dem Ende des 15. Jahrhunderts wurde 1675 umgebaut
- Die Römisch-katholische Kirche (nach 1945 Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz) wurde 1870–1872 umgebaut, sie war ein evangelisches Gotteshaus
- Das Mausoleum der Herren von Richthofen entstand in den Jahren 1860–1870
- Schlosspark Klein Rosen
- Kirche der hll. Simon und Thaddäus
- Kirche Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz
- Schloss Klein Rosen auf einer Lithographie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts
