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Großblütige Elfenblume

Art der Gattung Elfenblumen (Epimedium) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Großblütige Elfenblume (Epimedium grandiflorum), auch Großblütige Sockenblume genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Elfenblumen (Epimedium grandiflorum) innerhalb der Familie der Berberitzengewächse. Sie kommt auf japanischen Inseln und auf der Koreanischen Halbinsel vor.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Großblütige Elfenblume

Großblütige Elfenblume (Epimedium grandiflorum)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)
Gattung: Elfenblumen (Epimedium)
Art: Großblütige Elfenblume
Wissenschaftlicher Name
Epimedium grandiflorum
C.Morren
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Beschreibung

Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, Tafel 3745

Vegetative Merkmale

Bei der Großblütigen Elfenblume handelt es sich um eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 40 Zentimetern erreicht.[1] Als Überdauerungsorgane sind kurze kriechende Rhizome vorhanden. Die Stängel besitzen an ihrer Basis wenige Schuppen.[1]

Die Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die gefiederte Blattspreite besitzt zwei bis vier Fiederblätter.[1] Die Fiederblätter sind bei einer Länge von 3 bis 6 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 4 Zentimetern eiförmig bis dreieckig-eiförmig mit herzförmiger Basis, etwas spitzem oberen Ende und stachelspitzigen Blattrand.[1] Die seitlichen Fiederblätter sind asymmetrisch, wobei die äußeren unteren Fiederblätter länger als die inneren sind. Die Blattoberseite ist kahl und die -unterseite ist blaugrün sowie kahl.[1]

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht in den japanischen Heimatgebieten von März bis Mai.[1] In endständigen traubigen Blütenständen befinden sich die Blüten. Die Blüten sind vierzählig. Die weißen bis purpurfarbenen Blüten besitzen einen langen Sporn.[1] Es sind zwei Kreise mit je vier Kelchblättern vorhanden. Es sind vier Kronblätter vorhanden. Es sind vier Staubblätter vorhanden. Im oberständigen, einkammerigen Fruchtknoten sind die Samenanlagen in zwei Reihen und parietaler Plazentation enthalten.

Die schmalen Früchte öffnen sich mit zwei ungleichen Klappen und enthalten wenige Samen.[1]

Ökologie

Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch Insekten, insbesondere durch Bienen und andere Bestäuber, die von den Blüten mit Nektar angelockt werden.

Vorkommen

Epimedium grandiflorum kommt auf den japanischen Inseln Honshū (Chugoku-Region), Shikoku sowie Kyūshū und in Nordkorea vor.[2] Epimedium grandiflorum gedeiht in den Berg-Mischwäldern. Die Vorkommen in Nordkorea wurden meist als eigene Art Epimedium koreanum Nakai angesehen.

Sorte ‘Rose Queen’
Epimedium grandiflorum var. thunbergianum in weiß
Epimedium grandiflorum var. thunbergianum in violett
Epimedium grandiflorum mit gelben Blüten
Laubblätter in Frühlingsfärbung

Hybriden und Chromosomenzahl

Wie alle Arten der Gattung weist Epimedium grandiflorum eine Chromosomenzahl von 2n = 12 auf. Wo sich die Verbreitungsgebiete verschiedener Epimedium-Arten überschneiden, entstehen Naturhybriden (Epimedium × youngianum Fisch. & C.A.Mey., Syn.: Epimedium ×kitamuranum Yamakawa, Epimedium ×trifoliatobinatum Koidz., Epimedium ×youngianum var. niveum Stern aus Epimedium diphyllum × Epimedium grandiflorum).

Epimedium grandiflorum var. koreanum

Taxonomie und Systematik

Die Erstbeschreibung von Epimedium grandiflorum erfolgte 1834 durch den belgischen Botaniker Charles François Antoine Morren[2] in L'Horticulteur Belge, Journal des Jardiniers et Amateurs Band 2 Seite 141 Tafel 35 Figur A anhand von in Gent kultivierten Exemplaren, die Philipp Franz von Siebold aus Japan mitgebracht hatte. Diese Pflanzenart wurde auch unter verschiedenen anderen Namen beschrieben: Endoplectris tricolor Raf., Epimedium grandiflorum f. flavescens Stearn, Epimedium grandiflorum f. heterochroum Y.Hayashi, Epimedium grandiflorum f. violaceum (C.Morren) Stearn, Epimedium grandiflorum var. higoense T.Shimizu, Epimedium macranthum C.Morren & Decne., Epimedium pumilum Baker, Epimedium violaceum var. grandiflorum Siebold & de Vriese.[3]

Man kann zwei Varietäten unterscheiden:

  • Epimedium grandiflorum var. grandiflorum: Sie kommt im westlichen Honshu vor.[4]
  • Epimedium grandiflorum var. thunbergianum (Miq.) Nakai: Sie kommt im nördlichen und zentralen Honshu vor.[4]

Nicht mehr hierher wird gerechnet:[4]

  • Epimedium grandiflorum var. koreanum (Nakai) K.Suzuki => Epimedium koreanum Nakai

Kultivierung und Gartenbau

Die Großblütige Elfenblume ist in gemäßigten Gebieten eine pflegeleichte Staude mit zarten Blüten. Die „Großblütige Garten-Elfenblume“ verträgt Temperaturen bis −26 °C; damit gilt sie als frosthart. Sie ist bodendeckend, immergrün und „schneckenunempfindlich“. Sorten teils mit rötlichen Stängeln und herzförmigen an der Unterseite leicht behaarten Laubblättern, die anfänglich kupferfarben sind. Je nach Sorte sind die Blüten rosafarbene, weiße, gelbe oder violett. Die Standorte in Parks und Gärten können halbschattig bis schattig sein. Die Sorten wachsen meist auf humusreichen, kalkarmen Böden, die einen hohen Anteil an grobem mineralischem Material haben. Der Stickstoffbedarf ist mäßig, der pH-Wert kann schwach alkalisch bis sauer sein.[5][6][7] Zahlreiche Sorten wurden für die Verwendung im Garten ausgewählt, von denen ‘Akagi-Zakura’[8] und ‘Circe’[9] mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society ausgezeichnet wurden.[10]

Klassische Züchtungen sind Kreuzungen mit anderen Epimedium-Arten; bekannte Hybride sind Epimedium ×rubrum C.Morren (Epimedium alpinum × Epimedium grandiflorum) und Epimedium ×versicolor C.Morren (Epimedium grandiflorum × Epimedium pinnatum).

Nutzung als Heilpflanze

Aus der Beobachtung, dass Ziegen nach dem Fressen von Epimedium grandiflorum vermehrt sexuell aktiv werden, leitet sich der englische Trivialname „horny goat weed“ ab.[11]

In der Traditionellen chinesische Medizin (TCM) wird Epimedium grandiflorum, auch „Yin Yang Huo“ genannt, vor allem als Aphrodisiakum, zur Stärkung von Yang und Vitalität, bei hormonellen Beschwerden, zur Unterstützung von Leber und Nieren sowie zur Linderung von Gelenkschmerzen eingesetzt.

Der Hauptwirkstoff der Großblütigen Elfenblume ist Icariin, ein prenyliertes Flavonol-Glykosid. Es wurden östrogen- wie testosteronähnliche Effekte festgestellt. Icariin ist ein natürlicher PDE-5-Hemmer und hat antioxidative und antientzündliche Wirkungen. Dieser Substanz wird ein großes pharmakologisches Potential für die verschiedensten Indikationen zugesprochen, belastbare klinische Studien gibt es aber zurzeit nicht.[12][13][14]

Quellen

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