Gruds in Space
1983 veröffentlichtes Textadventure mit grafischen Elementen
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Gruds in Space ist ein 1983 veröffentlichtes Textadventure mit grafischen Elementen, das von Chuck Sommerville und Joseph Dudar entwickelt und von Sirius Software herausgegeben wurde. Es erschien für den Apple II, die Atari 8-Bit-Computer und den Commodore 64. Das Spiel gilt als eines der frühen Beispiele für eine gelungene Kombination aus rein textbasierter Spielmechanik und statischen Illustrationen, die das Geschehen visuell unterstützen.[1][2][3]
| Gruds in Space | |
| Entwickler | Sirius Software |
|---|---|
| Publisher | Sirius Software |
| Leitende Entwickler | Chuck Sommerville |
| Veröffentlichung | 1983 |
| Plattform | Apple II, Atari-Heimcomputer, Commodore 64 |
| Genre | Text-Adventure |
| Steuerung | Tastatur |
Handlung
Der Spieler übernimmt die Rolle eines Piloten des Raumschiffs USAC 9400, das den Auftrag erhält, einem gestrandeten Raumschiff in der Nähe des Planeten Pluto Treibstoff zu liefern. Auf der Reise durch das Sonnensystem müssen verschiedene Planeten wie Saturn, Venus, Erde und der Mond Titan besucht werden. Dabei begegnet der Spieler unterschiedlichen Charakteren, so auch den titelgebenden Gruds, einer Händlerrasse, die über den benötigten Treibstoff verfügen.[4] Er muss verschiedene Hindernisse überwinden und Entscheidungen treffen, die den Fortschritt beeinflussen. Das Spiel setzt stark auf logisches Denken und Problemlösungsfähigkeiten, wobei die Rätsel thematisch in eine Science-Fiction-Welt eingebettet sind.
Spielprinzip und Technik
Gruds in Space kombiniert die klassischen Elemente eines Textadventures mit einfachen grafischen Darstellungen aus der Egoperspektive. Die Spielwelt unterteilt sich in einzelne Räume, die textlich beschrieben und durch ein Bild ergänzt werden. Zwischen den über 100 Räumen kann sich der Spieler hin- und herbewegen.[5] Die Steuerung erfolgt über Zwei-Wort-Kommandos (z. B. „VERLASS RAUM“, „NIMM SCHLÜSSEL“), die der Parser des Spiels interpretiert. Die grafischen Elemente bestehen aus statischen Bildern, die die aktuelle Umgebung des Spielers visualisieren. Die Rätsel sind überwiegend logisch gestaltet, beispielsweise müssen farbige Kugeln korrekt in ein Alien-Raumschiff eingesetzt werden, um Mechanismen zu aktivieren. Das Spiel verzichtet auf komplexe Labyrinthe oder unlogische Mechaniken, die in anderen Adventures der Zeit häufig vorkommen. Die Kombination aus Parser und Grafik macht das Spiel zugänglicher, da Spieler sofort visuelles Feedback auf ihre Aktionen erhalten.
Entwicklungs- und Veröffentlichungsgeschichte

Gruds in Space wurde von Chuck Sommerville geschrieben und programmiert. Nach dem Ende von Sirius Software heuerte er bei Epyx an, wo er Chip’s Challenge verantwortete und unter anderem an Summer Games II und California Games mitarbeitete. Die Grafiken in Gruds in Space wurden von Joseph Dudar erstellt. Sommerville studierte zu dieser Zeit am Georgia Institute of Technology, und Dudar war sein Mitbewohner im Studentenwohnheim.[6]
Die Atari-Portierung des Spiels hat einen hohen Sammlerwert, da sie Ende 1984 kurz vor der Pleite von Sirius Software erschien und nur kurze Zeit erhältlich war - mit der Liquidierung des Unternehmens verschwanden alle Sirius-Spiele aus den Regalen der Händler.[7]
Rezeption
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Rombachs C64-Spieleführer notierte eine „wie bei Sirius üblich ziemlich gut(e)“ Grafik und hob die eingebaute Hilfefunktion des Spiels sowie die aus deutscher Sicht notwendigen fortgeschrittenen Englischkenntnisse hervor. In Summe sei Gruds in Space ein „empfehlenswertes Grafikadventure“.[8]
Das US-Magazin Electronic Fun with Computers and Games wertete, Gruds in Space sähe großartig aus, der Spielspaß reiche aber nicht an den vorheriger Sirius-Adventures wie Kabul Spy oder Critical Mass heran. Der Parser sei rückständig; einen Großteil der Zeit sei man damit beschäftigt, nach Wortkombinationen zu suchen, die das Spiel akzeptiere. Auch von der Story zeigte sich Redakteur Michael Blanchet nicht begeistert.[4] Das britische Atari-Magazin Page 6 bezeichnete Gruds in Space als „in jeder Hinsicht exzellentes Spiel“. Redakteur Garry Francis lobte den Umfang des Spiels, die wendungsreiche Story, eine gelungene Mischung aus einfachen und schweren Rätseln sowie die „großartigen“ Grafiken.[7] Kim Schuette, US-amerikanischer Autor mehrerer Sachbücher über Computerspiele, hob die „schrulligen“ Grafiken des Spiels, insbesondere die comicartigen Charaktere, sowie die Soundeffekte positiv hervor. Er kritisierte den „grauenvollen“ Parser und die häufigen unvermittelten Tode im Spiel.[9]
Weblinks
- Gruds in Space bei MobyGames (englisch)
- Gruds in Space im C64-Wiki
- Gruds in Space in der Lemon64 Datenbank (englisch)
- Gruds in Space in der Interactive Fiction Database (englisch)
- ThisIsPete: Gruds in Space: an early take on the immersive graphic adventure auf YouTube, 9. November 2024.