Grugaturm

Aussichtsturm im Essener Grugapark From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Grugaturm ist ein 29 Meter hoher Aussichtsturm im Grugapark im Essener Stadtteil Rüttenscheid und ein Baudenkmal der klassischen Moderne. Dem Turm aufgesetzt ist das Logo des Parks in Form einer stilisierten Tulpe.

Schnelle Fakten
Grugaturm
Bild des Objektes
Grugaturm
Grugaturm
Basisdaten
Ort: Grugapark, Essen-Rüttenscheid
Land: Nordrhein-Westfalen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 108 m ü. NHN
Verwendung: Aussichtsturm
Zugänglichkeit: Aussichtsturm öffentlich nicht zugänglich
Turmdaten
Bauzeit: 1928–1929
Architekt: Paul Portten
Baustoffe: Stahl, Außenwände teilweise verkleidet
Letzter Umbau: 1938
Gesamthöhe: 29 m
Weitere Daten
Mit Aufzug und zwei Aussichtsplattformen
Früher auch Rundfunkturm und Kino
Anzahl an Treppenstufen: ca. 100 Stufen

Positionskarte
Grugaturm (Nordrhein-Westfalen)
Grugaturm (Nordrhein-Westfalen)
Grugaturm
Lokalisierung von Nordrhein-Westfalen in Deutschland
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Geschichte

Der ursprünglich 26 Meter[1] hohe Grugaturm aus Eisen und Glas wurde 1928 vom Architekten Paul Portten (* 1. Dezember 1887 in Krefeld; † 1961) in Anlehnung an den Bauhausstil in Stahlskelettbauweise als Aussichts- und Funkturm (Radioturm)[1] entworfen und im Rahmen der Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung (Gruga) 1929 in 19 Tagen Bauzeit fertiggestellt.[2][3] Eigentlich war er nur für eine Standzeit von zwei bis fünf Jahren ausgelegt.[4] Seine Seiten- und Rückwände waren mit Heraklith-Leichtbauplatten ausgefacht.[1] Er verfügt über eine leicht auskragende Aussichtsplattform von 30 m² Grundfläche, die über eine Treppe mit etwa 100 Stufen erreichbar ist.[1] Damals wurden vom Turm aus über Lautsprecher musikalische Radiosendungen auf das Grugaparkgelände für dessen Besucher ausgestrahlt, als Radio noch nicht alltäglich war. Zudem gab es im Sockel des Turmes Filmvorführungen, die nach 1930 auch mit Ton gezeigt wurden. Es gab zudem zeitweise eine sich bewegende Leuchtschrift, die abends Tagesnachrichten auf den Turm projizierte.[5]

Zur Reichsgartenschau 1938 wurde dem Turm eine zweite, oval gestaltete Aussichtsplattform aufgesetzt und ein Aufzug angebaut, wodurch er die heutige Gestalt erhielt. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde der Grugaturm restauriert. Zur Zweiten Gruga-Ausstellung 1952 wurde ihm die stilisierte Tulpe nach einem Entwurf von 1929 des Essener Künstlers Jo Pieper aufgesetzt. Im Jahr 1953 wurde das Turmbauwerk im Zuge einer Einbettung in die neue Freiraumplanung durch eine Toilettenanlage im Untergeschoss ergänzt.

Der Sohn des Architekten Paul Portten, Wolfgang Portten (* 29. Januar 1921 in Essen; † 23. November 2007 ebenda) setzte sich 1983 vehement für den Erhalt des Wahrzeichens der Gruga ein, da zu dieser Zeit ein Abriss des in schlechtem Zustand befindlichen Turmes in Erwägung gezogen wurde.

Das seit 1986 unter Denkmalschutz stehende Bauwerk ist das einzige erhaltene Baudenkmal aus der Gründungszeit des Grugaparks.

Der Grugaturm war ab 1987 wegen schlechter Bausubstanz der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Seit im Jahre 2000 begonnener Renovierung, finanziert mit Sponsorengeldern, kann der Grugaturm derzeit nicht mehr als Aussichtsturm genutzt werden und bleibt gesperrt. Nach durchgeführten Ersteinschätzungen von Sachverständigen wurde im zweiten Quartal 2024 ein Ingenieurbüro mit der Erarbeitung eines Instandsetzungskonzeptes beauftragt. Zu den schadhaften Stellen zählen unter anderem eine altersbedingte Korrosion des Stahlgerüstes.[6][7] Zusätzlich wird die Stahlkonstruktion durch chlorhaltige Emissionen der im Turmkeller installierten Elektrolyseanlage beeinträchtigt, die der Desinfektion des Badewassers der Grugatherme dient. Diese wurde beim Umbau des ehemaligen Blumenhofs zur Therme Kur vor Ort im Jahr 2006 im Grugaturm eingebaut. Die Elektrolyseanlage soll aus dem Grugaturm ausgebaut und in derzeit ungenutzte, an den Turm angrenzende Toilettenräume verlegt werden, die zu einem Technik- und Lagerraum umgestaltet werden. So sollen künftig Emissionen in den Turm verhindert werden. Diesen ersten Bauabschnitt der Instandsetzung des Grugaturms mit einem Kostenrahmen von rund 251.000 Euro netto hat der Rat der Stadt Essen in seiner Sitzung am 25. März 2026 beschlossen.[4]

Einzelnachweise

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