Grundschule an der Marie
Kulturdenkmal in Berlin
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Die Grundschule an der Marie ist eine Grundschule in der Christburger Straße 7 im Ortsteil Prenzlauer Berg des Berliner Bezirks Pankow. Sie ist benannt nach dem Stadtplatz Marie.
10405 Berlin
| Grundschule an der Marie | |
|---|---|
| Gebäude | |
| Schulform | öffentliche Grundschule |
| Schulnummer | 03G04 |
| Gründung | 1999 (Gebäude 1907/1908) |
| Adresse | Christburger Straße 7 10405 Berlin |
| Ort | Prenzlauer Berg |
| Land | Berlin |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 52° 32′ 10″ N, 13° 25′ 32″ O |
| Träger | Land Berlin |
| Schüler | 473 (Schuljahr 2025/26)[1] |
| Lehrkräfte | 33 Lehrer + 1 Lehramtsanwärter (Schuljahr 2025/26)[1] |
| Leitung | Gunnar Beyer[1] |
| Website | schule-an-der-marie.de |

Geschichte
Die Schule entstand 1908 als 239. katholische Gemeindeschule für Mädchen und 1909 als 296. katholische Gemeindeschule für Knaben,[2] weshalb zwei Eingänge von der Christburger Straße vorhanden sind. Während des Ersten Weltkriegs diente das Gebäude als Reservelazarett.
Im Jahre 1908 entstand das Lehrerwohnhaus. Im April 1932 löste sich die katholische Knabenschule auf. Drei Jahre später zog 1935 eine gemeinsame Schule für katholische Knaben- und Mädchenklassen in das Gebäude. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Schule 1945 wiederum als Lazarett und Behelfskrankenhaus genutzt. In der Zeit der DDR entstand im Gebäude eine Poliklinik, die bis 1992 abgewickelt wurde. Danach stand das Gebäude leer.
Von 1994 bis 1999 wurde das Schulgebäude im Zuge eines Infrastrukturprojekts für 25 Millionen Mark einer umfassenden Sanierung unterzogen,[3] und der Schulhof wurde angelegt.[4] Nach dem Umbau zog zum Beginn des Schuljahres 1999/2000 die 5. Grundschule Prenzlauer Berg in das Gebäude,[3] die heute den Namen Grundschule an der Marie trägt.
Schulprofil
Die Grundschule an der Marie ist eine Ganztagsschule in offener Form. Sie bietet eine Schulanfangsphase mit jahrgangsübergreifendem Lernen (JüL) und ist seit dem Schuljahr 2013/14 Berlins erste offizielle „Kinderrechteschule“ und dafür mit einem Zertifikat des Kinderhilfswerks ausgezeichnet worden.[5] Kooperationen mit verschiedenen Kindertagesstätten, Schulhorten, dem angrenzenden Jugendclub Gartenhaus, dem Sportverein Alba und der Humboldt-Universität ermöglichen eine Erweiterung und Vertiefung des Unterrichts und eine Ergänzung der Freizeit- und Arbeitsgemeinschaftsangebote der Schule.[6] Zudem wird durch die Schulstation „Rettungsboot“ seit 2001 Unterstützung für Kinder und Eltern angeboten.[7] Im Erdgeschoss befindet sich ein Förderraum für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Störung.
Als Grundvoraussetzung für die Inklusion Aller ist das komplette Gebäude barrierefrei und mit zwei Fahrstühlen erschlossen. Sanitäre Anlagen befinden sich auf allen Etagen.
Im Schuljahr 2025/26 hat die Schule 473 Schüler. Von ihnen haben 19,7 % eine nichtdeutsche Herkunftssprache.[1]
Förderverein
Der Förderverein der Grundschule an der Marie e. V. „unterstützt und fördert die Erziehungsarbeit der Grundschule an der Marie“,[8] meist durch finanzielle Mittel, die durch Mitgliedsbeiträge der Mitglieder gesammelt werden. Der Verein unterstützt verschiedene Aktivitäten im Schulalltag, wie z. B. den Medienworkshop, die Schülerzeitung, Lizenzen für Lernprogramme usw.[9]
Gebäude

Das Gebäude wurde 1907–1908 nach Entwürfen des Stadtbaurats Ludwig Hoffmann errichtet und ist ein gelistetes Baudenkmal.[10] Das 90 m lange Hauptgebäude der Schule entstand als Blockrandbebauung in einer bereits mit Wohnhäusern bebauten Straße. Es ist rund drei Meter von der Baufluchtlinie abgesetzt und durch einen massiven Zaun begrenzt. Dazwischen befindet sich ein Grünstreifen, der mit Koniferen bepflanzt ist. Das Gebäude stellt den strengsten Typ der Hoffmannschen Schulbauten dar. Das dreiflügelige Gebäude ist durch die Fassade aus roten Klinkersteinen und hohen Fenstern charakterisiert, die in fünf Abschnitte unterteilt sind und die Fassade gliedern. Die Fenster mit Rundbogen sind in Dreiergruppen angeordnet und die gliedernden Abschnitte der Fassade in jeweils drei Gruppen durch Lisenen unterteilt. Die Rückseite der Schule öffnet sich zu einem mit Bäumen bepflanzten Schulhof. Angegrenzt steht auch das 1908 entstandene Lehrerhaus, das im gleichen Stil wie das Hauptgebäude gestaltet wurde. Ein Eingang vom Schulhof in das Gartenhaus an der Marie ist vorhanden.[11]
Zwei Korbbogendurchfahrten lassen sich auf die damalige Unterteilung in Knaben- und Mädchenschule zurückführen. Die Zaunpfosten der Eingangstore sind mit einem Hund und einer Katze geschmückt. Über den Bogenfenstern befinden sich Kinderfiguren aus Terrakotta.
Hoffmann zitiert bei seinem Bau durch die vertikale Gliederung und die Verwendung von Backstein die Backsteingotik, bzw. Neugotik sowie mit den Dreierfenstern und Rundbögen die Renaissance. Entwurf und Ausführung entstanden gemeinsam mit den Magistratsbauräten Matzdorff und Neumann sowie den Architekten Rohmeyer und Gerecke. Die Skulpturen und der Zaun mit Tor sind Werke des Bildhauers Ignatius Taschner, der auch die Figuren des Märchenbrunnens im Volkspark Friedrichshain gestaltet hat.[12]
Das Lehrerhaus verfiel nach seinem Leerstand Anfang der 1990er Jahre zunächst, wurde aber ab 2003 saniert. Im Jahr 2005 konnte es als Freizeithaus eröffnet werden. Es wird unter freier Trägerschaft als Hort und gemeinsam mit dem Jugendamt als Kinder- und Jugendklub genutzt.[3]
- Historische Bilder von 1912
- Eingangstor
- Frontansicht
- Grundriss
- Detail
Literatur
- Hans Fritsche, Hans-Joachim Kadatz: Architektur von Ludwig Hoffmann (1852–1932) in Berlin. Bauinformation DDR, Berlin 1987, S. 20, 123–124.
- Kollektiv der Abteilung Forschung – Gesamtredaktion Heinrich Trost: Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR – Hauptstadt Berlin I. Henschelverlag, Berlin 1983, S. 411–412.
- Berlin und seine Bauten. In: V. C. Verlag Ernst & Sohn, Berlin 1991, ISBN 3-433-02205-4, S. 360.
- Berliner Architekturwelt. Sonderheft 14, 1914, S. 48–49.