Gruneliusschule

Grundschule im Stadtteil Oberrad von Frankfurt am Main From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Gruneliusschule (kurz: Gruni) ist eine Grundschule im Stadtteil Oberrad von Frankfurt am Main. An der Schule werden rund 470 Schüler von etwa 45 Lehrkräften unterrichtet. Namensgeberin der Schule ist die Frankfurter Bankiers- und Unternehmerfamilie Grunelius, die Geld für den Bau gespendet hatte.

SchulformGrundschule
Gründung1889
AdresseOffenbacher Landstraße 231
60599 Frankfurt am Main
LandHessen
Schnelle Fakten Schulform, Gründung ...
Gruneliusschule
ausgelagerte Gruneliusschule Dezember 2025
ausgelagerte Gruneliusschule Dezember 2025
Schulform Grundschule
Gründung 1889
Adresse Offenbacher Landstraße 231
60599 Frankfurt am Main
Land Hessen
Staat Deutschland
Träger Stadt Frankfurt am Main
Schüler 472 (2025/26)
Lehrkräfte etwa 45
Leitung Anne Gernoth
Website www.gruneliusschule-frankfurt.de
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Geschichte

Vorläufer der Gruneliusschule war eine Schule für evangelische Mädchen, die 1889 am heutigen Standort in Oberrad gebaut wurde. Ab 1904 waren auch Jungen zugelassen. Drei Jahre später, 1907, entstand das Hauptgebäude, der sogenannte Turm. Im gleichen Jahr erhielt die Schule ihren heutigen Namen.

Bei zwei schweren Luftangriffen auf Frankfurt am Main am 3. Oktober 1943 und am 18. März 1944 wurde Oberrad weitgehend zerstört, darunter auch die Gruneliusschule. Bei Kriegsende 1945 waren für 12 Klassen nur noch sieben Räume nutzbar. Der Schulbetrieb musste zum Teil in die Gemeindesäle der evangelischen Erlöserkirche und der katholischen Herz-Jesu-Kirche sowie eine Fabrikhalle ausgelagert werden.

1959 wurden neue Schulgebäude eingeweiht. Der renovierte Turm wurde um zwei Anbauten ergänzt, außerdem entstand eine neue Turnhalle. Da in den folgenden Jahren der Platz zunehmend knapper wurde, entstand 1972 auf dem Schulhofgelände zwischen Hauptgebäude und Turnhalle ein freistehendes zweigeschossiges Gebäude mit acht Klassenräumen, der sogenannte Pavillon.

Bis 1986 war die Gruneliusschule eine Grund- und Hauptschule. Der Hauptschulzweig wurde im Sommer dieses Jahres aufgegeben; die Fachräume, etwa für Chemie, Physik und Biologie wurden in den folgenden Jahren zurückgebaut.

Im September 2001 ging die Gruneliusschule als Sieger aus einem stadtweiten Wettbewerb zum Energiesparen hervor. Weil die Schule die Kosten für Heizung und Strom am deutlichsten senken und damit den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß verringern konnte, erhielt sie ein Preisgeld von rund 13.300 DM.[1]

Seit 2003 gibt es für die Kinder der Gruneliusschule Nachmittagsangebote, wie etwa Mittagessen, Arbeitsgruppen und Hausaufgabenbetreuung. Seit 2010 nimmt die Schule am Förderkonzept „Offene Frankfurter Ganztagsschule“ teil. Es sieht unter anderem vor, dass es von Montag bis Freitag ein verlässliches (Betreuungs-)Angebot von 7.30 Uhr bis 17 Uhr gibt. 2011 war die Gruneliusschule einer der Vorreiter beim Thema Inklusion in Frankfurt. Seitdem werden Kinder mit unterschiedlichsten Einschränkungen gefördert, etwa Seh- und Körperbehinderte, Autisten und Lernschwache.

Gebäudeschäden, Auslagerung und Umbau

Gebäude der Gruneliusschule bis Herbst 2025

Die Gebäude der Gruneliusschule galten schon seit den 1980er Jahren in Teilen als nicht mehr zeitgemäß. So waren etwa die Toiletten für Jungs in einem Anbau untergebracht, der nur über den Hof zu erreichen war. Unterschiedliche Geschosshöhen in Turmgebäude und Anbau machten zusätzliche Treppen nötig. Eine grundlegende Sanierung und ein Neubau der Gruneliusschule wurden seit den 2010er Jahren verschärft diskutiert. Das Stadtparlament hatte 2014 einen mit 150 Millionen Euro ausgestatteten Sonderetat für die Frankfurter Schulen aufgelegt. In dessen Rahmen sollte auch die Gruneliusschule für 15,1 Millionen Euro umfassend erweitert und saniert werden.[2] Der Magistrat teilte allerdings mit, die Entwicklungen zur Ganztagsschule und notwendige Maßnahmen zur Inklusion machten es erforderlich, von Beginn an neu zu planen.[3] In den Jahren 2016 und 2017 arbeiteten unter anderem Schulleitung, Eltern, Architekten und Vereine in Stadtteil ein Konzept aus, der den kompletten Abriss und Neubau der Schule vorsah. Die Planungen wurden allerdings von Baudezernent Jan Schneider und Bildungsdezernentin Sylvia Weber verworfen. Sie präsentierten stattdessen einen Entwurf, der den Erhalt des Turmgebäudes von 1907 und einen verkleinerten Neubau vorsah.[4]

Die frühere Turnhalle (September 2025)

Von Mai bis November 2022 war die Mensa der Schule wegen eines Wasserschadens und nicht auszuschließenden Schimmelbefalls vom Stadtgesundheitsamt gesperrt.[5][6]

Errichtung der Grunelius-Containerschule (Mai 2025)

Im Januar 2023 stellte Bildungs- und Baudezernentin Weber einen Zeitplan für die Neugestaltung der Gruneliusschule vor. Er sah ab Herbst 2023 erste Arbeiten vor, um die Schule vorübergehend auf den sogenannten Pfaffenacker gegenüber der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen auszulagern. Geplant war, dass die Schule ab Herbst 2024 in dort zu errichtende Containergebäude umziehen kann. Die Bauarbeiten auf dem Gelände begannen allerdings erst im Frühjahr 2025. In den Herbstferien 2025 zog die Gruneliusschule in die Interimsgebäude um.[7] Da der Pfaffenacker im Frankfurter Grüngürtel liegt, darf die Containeranlage dort nicht dauerhaft stehen. Die Baugenehmigung wurde nur für fünf Jahre erteilt, anschließend soll das städtische Grundstück renaturiert werden.[8] Die Kosten für das Provisorium gibt die Stadt mit 25 Millionen Euro an.

Mit der Sanierung und Erweiterung der alten Schulgebäude an der Wiener Straße soll im Frühjahr 2026 begonnen werden.[9] Der Turmbau bleibt nach den Planungen zwar erhalten, soll aber von den Schulgebäuden abgetrennt und künftig anderweitig genutzt werden.[10]

Schulprofil

Die Gruneliusschule ist fünfzügig, das heißt, es gibt fünf Klassen pro Jahrgangsstufe. Der Internationale Bund bietet ein Betreuungsangebot im Rahmen des hessischen Pakt für den Ganztag an.

Seit dem Schuljahr 2025/26 wird die Gruneliusschule über das Startchancen-Programm von Bund und Ländern gefördert, mit dem Bildungserfolg von der sozialen Herkunft entkoppelt werden soll.

Einzelnachweise

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