Grüneiche (Golzow)
bewohnter Gemeindeteil der Gemeinde Golzow in Brandenburg
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Grüneiche ist ein bewohnter Gemeindeteil der Gemeinde Golzow im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.[1]
Grüneiche Gemeinde Golzow | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 18′ N, 12° 35′ O |
| Höhe: | ca. 40 m ü. NHN |
| Eingemeindung: | 1961 |
| Eingemeindet nach: | Golzow (Mittelmark) |
| Postleitzahl: | 14778 |
| Vorwahl: | 033835 |
Geografische Lage
Grüneiche liegt nordwestlich des Gemeindezentrums. Im Südosten befindet sich der Wohnplatz Pernitz, südlich der Wohnplatz Königsberg. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund 40 m ü. NHN. Der Ort bestand aus einem Vorwerk mit einer kurzen Gasse, wie auf einer Karte der Zauche sowie im Urmesstischblatt von 1842 dargestellt.[2]
Geschichte und Etymologie
16. und 17. Jahrhundert
Früheste Nennungen erschienen im 16. Jahrhundert: 1575 wurde ein Wohnhaus die Grüneiche genannt, 1598 das Gut Grüneiche. 1685 wurde Grüneiche als Rittersitz verzeichnet.[2] Gutsherrlich gehörte Grüneiche zum Gut Golzow. Der Name ist benannt nach „der Lage bei einer Eiche“.[3]
Ein Wohnhaus wurde im 16. Jahrhundert erwähnt. 1598 bestand ein Gut, 1608 ein Rittersitz derer von Rochow. 1624 wurden ein Pächtschäfer und Knechte genannt; 1628 erneut der Rittersitz, ebenso 1685.
18. und 19. Jahrhundert
Um 1714 wurde ein Kossät angesetzt, 1745 bestand das Dorf aus Vorwerk und Schäferei. 1722 wurden neun Kossäten genannt. Im Jahr 1801 bestand Grüneiche aus Dorf und Gut mit sieben Halbkossäten, vier Büdnern, zwei Einliegern und vier Morgen Weinbergen; insgesamt bestanden 1½ Bauernhufen und 25¾ Lehnhufen sowie 15 Feuerstellen. Anfang des 19. Jahrhunderts zählte der Ort 13 Wohnhäuser. 1858 besaß der Dorfteil 13 Wohn- und 26 Wirtschaftsgebäude. Der Gutsbezirk bestand als Schäferei mit einem Abbau und verfügte über drei Wohn- und vier Wirtschaftsgebäude. Grüneiche umfasste insgesamt 305 Morgen, darunter 19 Morgen Gehöfte, 1 Morgen Gartenland, rund 127 Morgen Ackerland, sieben Morgen Wiese, 65 Morgen Weide und 86 Morgen Wald. Der Ort bestand aus einem Dorf mit Vorwerk und Schäferei und erschien 1891 als Dorf, Schäferei und Vorwerk. Parallel dazu bestand ein Rittersitz bzw. Gutsbezirk, der im 19. Jahrhundert auch den Wohnplatz Grüneicher Weinmeister Etablissement umfasste.
20. Jahrhundert
Im Jahr 1900 wurden im Dorf 19 Häuser, im Gutsbezirk zwei Häuser verzeichnet. Die Fläche des Dorfes umfasste 99 Hektar, der Gutsbezirk war 252 Hektar groß. 1931 wurden 18 Wohnhäuser mit 22 Haushaltungen gezählt. 1928 wurde Grüneiche mit der Gemeinde Pernitz vereinigt. 1939 bestanden in Grüneiche vier land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit 20–100 ha, zwölf Betriebe mit 10–20 ha, zwei Betriebe mit 5–10 ha sowie ein Betrieb mit 0,5–5 ha. Im Jahr 1946 wurde eine Zuteilung unbekannter Größe auf einen Umsiedler, zwei landarme Bauern sowie 14 nichtlandwirtschaftliche Arbeiter, Angestellte und Kleinpächter verteilt. 1960 wurde die erste LPG Typ I gegründet und noch im selben Jahr an die LPG Typ III Golzow angeschlossen. Ebenfalls bestand eine weitere LPG Typ I mit 14 Mitgliedern und 57 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche; diese wurde 1964 an die LPG Typ I Golzow angeschlossen. Seit 1961 gehörte der Ort zu Golzow und bildete 1964 und 1973 einen Ortsteil der Gemeinde.
Bevölkerungsentwicklung
| Einwohnerentwicklung in Grüneiche von 1772 bis 1946 | ||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1772 | 1801 | 1817 | 1837 | 1858 | 1871 | 1885 | 1895 | 1905 | 1925 | 1939 | 1946 | ||||||
| Einwohner | 78 | 103 | 91 | 109 | Dorf 76 und Gut 58 | 82 und 23 und 9 (GWE) | 98 und 31 | 108 und 19 | 102 und 5 | 107 | 89 | 128 | ||||||
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 160 und 161)