Gudrun Maierhof

deutsche Sozialarbeitswissenschaftlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Gudrun Ingrid Maierhof (* 1962 in Fulda) ist eine deutsche Sozialarbeitswissenschaftlerin und Hochschullehrerin.

Leben

Gudrun Maierhof absolvierte von 1984 bis 1988 ein Studium der Sozialpädagogik an der Gesamthochschule Kassel, das sie mit Diplom abschloss. Sie war langjährig im Archiv der deutschen Frauenbewegung – heute Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung – wissenschaftlich tätig, womit sie bereits während ihrer Studienzeit begann. Nach einem zweijährigen Ergänzungsstudium an der Gesamthochschule Kassel erlangte sie Ende 1990 die Promotionsberechtigung. Ab Ende 1996 war sie Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung.[1] Sie wurde 2001 am Fachbereich Sozialwesen der Universität Kassel über Frauen in der Jüdischen Selbsthilfe zur Zeit des Nationalsozialismus zur Dr. phil. promoviert.

Nach zwischenzeitlichen Forschungsaufenthalten in den Vereinigten Staaten folgte 2002 kurzzeitig eine Verlagstätigkeit. Ab 2002 wirkte sie mehrjährig bei der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, wo sie von 2003 bis 2005 unter anderem das Projekt Aus Kindern wurden Briefe. Die Rettung jüdischer Kinder aus Nazi-Deutschland kuratierte und 2006 das Projekt Kicker, Kämpfer und Legenden. Juden im deutschen Fußball pädagogisch betreute. Ab März 2006 übernahm sie vertretungsweise für drei Semester eine Professur an der Fachhochschule Erfurt im Fachbereich Sozialwesen und betreute danach wissenschaftlich Projekte. Ab März 2008 übernahm sie zunächst vertretungsweise und ab Februar 2010 endgültig an der Frankfurt University of Applied Sciences am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit eine Professur für Geschichte und Methodenkompetenz.

Maierhofs Forschungsschwerpunkte sind insbesondere die Geschichte der Sozialarbeit, insbesondere der jüdischen Sozialarbeit im Nationalsozialismus, Frauen- und Geschlechterforschung sowie soziale Gruppenarbeit.

Schriften (Auswahl)

  • zusammen mit Michael Behnisch und Walter Lotz: Soziale Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen : Theoretische Grundlage – methodische Konzeption – empirische Analyse, Beltz Juventa, Weinheim 2013, ISBN 978-3-7799-4047-0.
  • Selbstbehauptung im Chaos : Frauen in der jüdischen Selbsthilfe 1933–1943, Campus-Verlag, Frankfurt/Main / New York 2002, ISBN 978-3-593-37042-2 (zugleich Dissertation an der Universität Kassel 2001).
  • zusammen mit Sabine Hering: Die unpäßliche Frau: Sozialgeschichte der Menstruation und Hygiene, Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 978-3-933050-99-1.
  • zusammen mit Katinka Schröder: Sie radeln wie ein Mann, Madame: wie die Frauen das Rad eroberten, Unionsverlag, Zürich 1998, ISBN 978-3-293-20111-8.

Einzelnachweise

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