Gullfaks C
Bohrinsel in der Nordsee
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Gullfaks C ist eine Bohrinsel von Equinor (bis 2018 Statoil genannt) bei Block 34/10 (Gullfaks-Ölfeld) in der Nordsee zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa.
Gullfaks C hat ein Gesamtgewicht von ca. 870.000 Tonnen und ist die größte Öl-Bohrinsel Norwegens und zählt zu den größten Öl-Plattformen der Welt. Die Plattform (Länge 142 Meter, Breite 40 Meter – über Wasser) steht auf vier Stützpfeilern aus Hochleistungsbeton und liegt 217 Meter tief im Wasser. Die 27 m hohen Betonfundamente dringen 22 Meter in den weichen Meeresboden ein.[1] Die Gesamthöhe der Struktur beträgt 380 Meter. Es wurden 75.000 Tonnen Stahl und 246.000 m³ Beton verbaut.[1]
Auf acht Stockwerken befinden sich insgesamt 330 Betten, davon 220 in Einzelkabinen. Rund 10 % der Bewohner von Gullfaks C sind weiblich. Gearbeitet wird auf Gullfaks C im Rhythmus: 14 Tage Arbeit, darauf folgen drei Wochen frei, nach weiteren 14 Tagen Arbeit vier Wochen frei. Dann wiederholt sich dieser Kreislauf wieder. Gullfaks C war auf eine Förderung von 245.000 Barrel Öl pro Tag ausgelegt.[1] In der zweiten Hälfte der 2010er Jahre sank die Produktivität der Gullfaks-Bohrtürme; durch Einpumpen von Wasser soll sie unterstützt werden.[2] In der Nordsee wurde Erdgas 1959 und Öl 1970 entdeckt. Die Tankkapazität beträgt 300.000 m³.[3]
Das norwegische Festland ist 174 km entfernt und somit sind Helikopter das wichtigste Personen-Transportmittel. Gullfaks C wurde 1990 fertiggestellt. Es verarbeitet und exportiert auch Öl und Gas vom naheliegenden Tordis-Ölfeld.[4]
Zwischenfälle
Am 19. Mai 2010 kam es zu einem plötzlichen Druckverlust im Bohrloch, und das Bohrteam aktivierte den Blowout-Preventer.[5] Am nächsten Tag versagte eines der Sicherheitsventile, und Gas trat aus.[5] Daraufhin wurden 89 Arbeiter vorsorglich von der Plattform evakuiert,[5] 140 Mitarbeiter blieben dort.[6] Durch Einpumpen vieler Tonnen Schlamm und Zement konnte die verbleibende Besatzung das Bohrloch verschließen.[5] Mitte Juli 2010 wurde die Produktion wieder aufgenommen, nachdem drei Verschlüsse aus Zement und ein mechanischer angebracht worden waren.[7] Wie die Untersuchungen des als ernsthaft eingestuften Zwischenfalls zeigten, hätte es zu einem größeren Unfall oder gar zum Desaster kommen können.[8]
2024 kam es zu einem kleineren Zwischenfall, die Situation normalisierte sich innerhalb von Tagen.[4]
Geplante Betriebszeit
Weblinks
- Gullfaks C. In: Structurae Datenbank für Bauwerke
- Norwegian Contractors: Gullfaks C. In: equinor. (englisch, Broschüre zum Aufbau von Gullfaks C).