Günther Paal
österreichischer Kabarettist
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Günther „Gunkl“ Paal (* 23. März 1962 in Wien[1]) ist ein österreichischer Kabarettist und Musiker.

Leben und Wirken
Günther Paal besuchte von 1972 bis 1975 das Bundesrealgymnasium Waltergasse.
Seinen Künstlernamen Gunkl verdankt er seinem Bruder, der Günther nicht aussprechen konnte. Er ist gelernter Reprofotograf und arbeitete zwölf Jahre als Kellner in Wiener Lokalen. Über sein Saxophonspiel kam er zu Alfred Dorfers Auftrittsband und fand dabei heraus, dass auch er Kabarett machen könne. Erstmals machte sich Günther Paal seinen Namen als Mitglied der Gruppe Wiener Wunder, die 1986 mit Loretta einen Top-10-Hit in den österreichischen Charts hatte und 1994 den Soundtrack zum österreichischen Kinoerfolg Muttertag – Die härtere Komödie beisteuerte. Neben Soloprogrammen spielt Paal seit 1993 Saxophon und E-Bass in Alfred Dorfers Auftrittsband. Von 2004 bis 2011 trat er in dessen Fernsehsatireshow Dorfers Donnerstalk regelmäßig als „Experte für eh alles“ bzw. „Spezialist für eh alles“ auf.
1997 war Paal Moderator der ORF-Kultursendung Kunst-Stücke. Für den Kunstpreis der Giordano-Bruno-Stiftung „Der freche Mario“ war Gunkl 2013 Schirmherr.[2]

Seit 2014 spielt Günther Paal zusammen mit Manuel Rubey, Cathi Priemer, Clara Luzia, Gerald Votava und Boris Fiala in der Gruppe Familie Lässig.
Paal ist Teil der Kabarettist:innen for Future und unterstützte im Mai 2023 eine Straßenblockade der Letzten Generation. Zwar befinde man sich mit der gewählten Protestform an der „Kante“ der Zulässigkeit, man würde es aber nicht machen, wenn es nicht notwendig wäre.[3]
In seiner Freizeit schmiedet er Damastmesser bei einem Schmied in Hannover.[4] Er ordnet sich selbst im Spektrum des Asperger-Syndroms ein.[5]
Strafverfahren
Gegen Paal wurde im September 2026 Anklage der Staatsanwaltschaft Wien wegen sexuellen Missbrauchs eines 3-jährigen Mädchens[6] und des Besitzes von „zumindest 960 Bildern und 19 Videodateien von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial[s]“ erhoben. Laut Ausführungen Paals wurde er 2024 von der 42-jährigen Mutter mit dem Vorschlag kontaktiert, ein erneutes Dreiertreffen von Mutter und Großmutter zu vereinbaren. Beim Treffen in Paals Privatwohnung sei ihm das Kleinkind seinen Angaben zufolge „zugeführt“ worden.[7] In der Folge soll er von der Mutter und der Großmutter des Kindes erpresst worden sein und ihnen insgesamt 189.000 Euro gezahlt haben. Als die Geldforderungen nicht abrissen, folgte im Mai 2026 die Selbstanzeige Paals. Die mutmaßlichen Erpresserinnen kamen in Untersuchungshaft. Am Tag des Bekanntwerdens der Causa veröffentlichte Paal ein Video, in dem er im Wesentlichen die erhobenen Vorwürfe gegen ihn gestand. Er sei bereit, „jede Strafe, die kommt, unwidersprochen hinzunehmen“, so Paal.[8][9]
Programme
Kabarett Solo
- Grundsätzliche Betrachtungen – anschaulich gemacht an kuriosen Einzelleistungen der Tücke des Alltags, was als Programmtitel vermutlich ein bisschen zu lang ist, zumal darin eine, sei’n wir ’mal ehrlich, sehr unelegante Genitivkette enthalten ist. (1994)
- Das Beste aus den nächsten sechs Programmen mit Ausnahme des fünften (1995)
- Ich muss mich jetzt genug konzentrieren, damit ich diese quasimetasprachliche Geschichte halbwegs glaubwürdig und nachvollziehbar auf die Bühne stell’ (1997)
- (1998) Programm hat keinen Titel, also auch nicht „Ohne Titel“
- Ich laß mich gehen – Ein Abschied (2001)
- Glück – eine Vermutung (2002)
- Vom Leben – ein Entlebnisbericht[10] (2004)
- Wir – schwierig (Premiere 3. Oktober 2006)
- Verluste – eine Geschichte (Premiere 28. August 2008)
- Die großen Kränkungen der Menschheit – auch schon nicht leicht (Premiere 1. September 2011)
- So Sachen – ein Stapel Anmerkungen (Premiere 3. September 2014)[11]
- Zwischen Ist und Soll (Premiere 12. September 2017)
- So und anders – eine abendfüllende Abschweifung (Premiere im September 2020[12])
- Nicht nur, sondern nur auch – ein ziemlich ungeordneter Versuch, über Ordnung zu reden (Premiere 19. September 2023)[13]
- Apropos übrigens – Überleitungen mit Füllung ohne Anspruch auf Vollständigkeit (Premiere für 15. September 2026 in Wien geplant, "aus gesundheitlichen Gründen auf unbestimmt verschoben")[14][15]
Mit anderen Künstlern
- „2“ mit Titus Vadon (2002)
- Via Emilia – eine Erzählung mit Orchester; mit dem Johann Strauss Ensemble, Musik von Thomas Barth. (2005)[16]
- „Upper Austrian Jazz Orchestra mit Gunkl“ (2012)
- „Blade“ mit den Science Busters (2015)
- „Herz & Hirn“ mit Gerhard Walter (2015)[17][18]
Bücher
- Tip des Tages. zehn Jahre, Amalthea Signum Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-85002-742-7.
- (mit Harald Weinkum): Max und Moritz. in Schüttelreimen, Edition Va Bene, Wien-Klosterneuburg 2011, ISBN 978-3-85167-247-3.
- Harald Weinkum mit Vorwort von Günther Paal: Der Struwwelpeter. in Schüttelreimen, Edition Va Bene, Wien-Klosterneuburg 2010, ISBN 978-3-85167-239-8.
- Gute Omen und 333 noch bessere Wortspiele mit Georg Breinschmid, edition a, Wien 2022, ISBN 978-3-99001-599-5.
- Angehender Philosoph: Praktikant! 400 Wortspiele und Sprachüberdehnungen mit Georg Breinschmid, Carl Ueberreuter Verlag, 2026, ISBN 978-3-8000-7807-3.
Film und Fernsehen
- Müllers Büro (1986)
- Kaisermühlen Blues als Gast-Darsteller
- Muttertag – Die härtere Komödie (1992)
- Freispiel (1995)
- Ravioli (2003)
In der satirischen Late-Night-Show Dorfers Donnerstalk war er „dr. günther paal – spezialist für eh alles“.
Radio
- Die Blaue Stunde – zusammen mit Thomas Niesner moderiert
Auszeichnungen
- Freistädter Frischling 1995[19]
- Salzburger Stier 1996 für sein 2. Programm
- Deutscher Kleinkunstpreis 2005
- Prix Pantheon 2011, Jury-Kategorie „Frühreif & Verdorben“
- Ybbser Spaßvogel 2015[20]
- Österreichischer Kabarettpreis 2018[21]
Weblinks
- Homepage von Günther Paal mit täglichem Tipp und alten Soloprogrammen zum Nachlesen
- Literatur von und über Günther Paal im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Günther Paal bei IMDb
- Thomas Trenkler: „Das Dasein muss genügen“: Interview. In: derStandard.at. 31. August 2011.
- Sabine Hottowy: Gunkl privat: Urlaub auf der Autobahn. In: Die Presse. 21. August 2008, archiviert vom am 30. Juni 2018.