(657) Gunlöd

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(657) Gunlöd ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 23. Januar 1908 vom deutschen Astronomen August Kopff an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,5 mag entdeckt wurde.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(657) Gunlöd
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Mittlerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 2,613 AE
Exzentrizität 0,113
Perihel – Aphel 2,318 AE  2,907 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 10,240°
Länge des aufsteigenden Knotens 297,5°
Argument der Periapsis 244,0°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 18. Oktober 2026
Siderische Umlaufperiode 4 a 81 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 18,37 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 39,4 km ± 0,1 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,04
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 15 h 40 min
Absolute Helligkeit 11,3 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker August Kopff
Datum der Entdeckung 23. Januar 1908
Andere Bezeichnung 1908 BK, 1927 SC, 1929 AM, 1936 YJ
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt nach Gunnlöd, in der Nordischen Mythologie Tochter des Riesen Suttung, die sich um den Skaldenmet kümmerte. Odin verführte sie und stahl drei Schlucke des Honigweins. Suttung, in einen Adler verwandelt, verfolgte Odin vergeblich.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (657) Gunlöd, für die damals Werte von 42,5 km bzw. 0,04 erhalten wurden.[1] Mit dem Satelliten Midcourse Space Experiment (MSX) wurden 1996 bis 1997 im Rahmen der Infrared Minor Planet Survey (MIMPS) Daten gewonnen, aus denen Werte von 40,0 km bzw. 0,05 bestimmt wurden.[2] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 42,4 km bzw. 0,03.[3] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 39,4 km bzw. 0,04 korrigiert.[4] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 33,9 oder 34,4 km bzw. 0,05 oder 0,04 angegeben[5] und dann 2016 korrigiert zu 33,7 oder 37,3 km bzw. 0,05 oder 0,04, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.[6]

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (657) Gunlöd eine taxonomische Klassifizierung als C-Typ.[7]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 17. Februar bis 18. März 1980 am Walter H. Balcke Observatory in Illinois. Während vier Beobachtungsnächten bewegte sich die Helligkeit des Asteroid immer knapp über oder unter der Beobachtungsgrenze von 15 mag. Aus den Beobachtungen wurde auf eine Rotationsperiode von etwa 11 oder 15 h geschlossen, es konnte aber keine Entscheidung zwischen diesen beiden Alternativen getroffen werden.[8] Weitere Beobachtungen erfolgten am 8. und 9. Februar 1984 am McDonald-Observatorium in Texas. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von etwa 15,7 h abgeleitet.[9] Die Periode konnte dann auch durch weitere photometrische Messungen vom 1. Dezember 2008 bis 1. Januar 2009 während neun Nächten am Hamanowa Astronomical Observatory in Japan mit einem Wert von 15,6652 h bestätigt werden.[10]

Im Jahr 2019 wurde mit einer Auswertung photometrischer Daten des Lowell-Observatoriums in Arizona und des Gaia DR2-Katalogs erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 15,92858 h berechnet.[11]

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (657) Gunlöd, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 15,9287 h berechnet wurde.[12]

Aus einer Auswertung von archivierten Lichtkurven aus den Jahren 1984 bis 2022 wurden in einer Untersuchung aus 2023 zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation bestimmt. In Verbindung mit den Beobachtungsdaten einer Sternbedeckung vom 9. Februar 2022 konnte dabei eine der Rotationsachsen präferiert werden. Diese korrespondiert mit einem mittleren Durchmesser von 39 ± 1 km und einer Rotationsperiode von 15,92870 h.[13]

Siehe auch

Commons: (657) Gunlöd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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