Guntram Koch
deutscher Klassischer und Christlicher Archäologe
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Guntram Koch (* 23. Januar 1941 in Naumburg (Saale)) ist ein deutscher Christlicher Archäologe.
Leben
Nach dem Abitur am Ratsgymnasium in Hannover studierte Koch in Göttingen und Athen Klassische Archäologie, Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte sowie Klassische Philologie. 1970 wurde er in Göttingen in Klassischer Archäologie promoviert. 1970/71 erhielt er das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts. Seit 1971 war er Assistent an der Christlich-archäologischen Abteilung der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen, wo er sich 1977 für Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte habilitierte. Von 1981 bis zu seiner Pensionierung 2006 war er Professor für Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Marburg.
Kochs Hauptforschungsgebiet bilden die Sarkophage der römischen Kaiserzeit, seit 1989 war er Mitherausgeber des Corpus der antiken Sarkophagreliefs. Hinzu kommen die frühchristlichen Sarkophage.
„Da gilt er heute als der profundeste Kenner. Die Standardwerke zum Thema stammen von ihm, und es gibt wohl niemanden, der die rund 20.000 im Mittelmeerraum erhaltenen, oft prachtvollen Stücke besser kennt.“
Ein weiteres Spezialgebiet Kochs war die Archäologie Albaniens. Er bereiste das Land zwischen 1982 und 1990 mehrmals und publizierte ausgiebig. Viele Kulturdenkmäler wurden dadurch erstmals in westeuropäischer Literatur beschrieben. Eine Fotoausstellung in Marburg 1985 gilt als erste Ausstellung zur albanischen Archäologie im Westen.[1][2]
Er war mit der Iranistin Heidemarie Koch (1943–2022) verheiratet.
Schriften
- Die mythologischen Sarkophage. Teil 6: Meleager. Mann, Berlin 1975, ISBN 3-7861-2221-0 (zugleich Dissertation, Universität Göttingen 1975).
- mit Hellmut Sichtermann: Griechische Mythen auf römischen Sarkophagen (= Bilderhefte des Archäologischen Instituts Rom. Heft 5 und 6). Wasmuth, Tübingen 1975, ISBN 3-8030-1453-0.
- mit Hellmut Sichtermann: Römische Sarkophage (Handbuch der Archäologie). C. H. Beck, München 1982, ISBN 3-406-08709-4.
- mit Wolfgang A. Bienert: Kirchengeschichte I / Christliche Archäologie (= Grundkurs Theologie. Band 3). Kohlhammer, Stuttgart 1989, ISBN 3-17-010555-8.
- Albanien. Kunst und Kultur im Land der Skipetaren. DuMont, Köln 1989, ISBN 3-7701-2079-5.
- Roman Funerary Sculpture. Catalogue of the Collections. J. Paul Getty Museum, Malibu 1988, ISBN 0-89236-085-2 (online).
- Sarkophage der römischen Kaiserzeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-10401-3 (türkische Übersetzung 2001).
- Frühchristliche Kunst. Eine Einführung. Kohlhammer, Stuttgart 1995, ISBN 3-17-011400-X (englische Übersetzung 1996).
- Frühchristliche Sarkophage (Handbuch der Archäologie). C. H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-45657-X.
- mit Johannes G. Deckers: Repertorium der christlich-antiken Sarkophage. Band 5: Konstantinopel, Kleinasien – Thracia, Syria, Palaestina – Arabia. Reichert, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-95490-340-5.