Guregh II.
Armenischer Patriarch von Jerusalem
From Wikipedia, the free encyclopedia
Guregh II. Israelian (armenisch Կիւրեղ Իսրայէլեան; * 6. Januar 1894 in Dschulfa; † 28. Oktober 1949 in Beirut) war ein armenisch-apostolischer Geistlicher. Von 1944 bis 1949[1] amtierte er als Armenischer Patriarch von Jerusalem. In seine Amtszeit fielen das Ende des Britischen Völkerbundsmandats für Palästina und der Palästinakrieg.
Er wurde als Dikran Israelian im persischen Dschulfa geboren. Im Dezember 1921 wurde er zum Diakon geweiht und im Juli 1923 zum Priester mit dem Ordensnamen Guregh. Im Juli 1944, nach dem Tod des Patriarchen Mesrob III. Nishanian, wurde er zum Locum tenens des Patriarchats von Jerusalem, im Oktober 1944 zum Patriarchen gewählt, am 1. Juli 1945 in Etschmiadsin zum Bischof geweiht und am 16. Juli 1945 zum Erzbischof ernannt. Nach Zustimmung des britischen Königs Georg VI., Staatsoberhaupt der Britischen Mandatsmacht für Palästina, wurde er am 6. Dezember 1945 in der St.-Jakobus-Kathedrale im Armenischen Viertel der Altstadt von Jerusalem in sein Amt als Patriarch eingeführt.
Israelian starb 1949 in Beirut, kurz nach einer Operation, und wurde in der Jerusalemer St.-Jakobus-Kathedrale beigesetzt. Einer verbreiteten Ansicht zufolge hatte es ihm das Herz gebrochen, das Leiden seiner vom Palästinakrieg heimgesuchten Kirchenmitglieder mitzuerleben, die zwischen die Fronten geraten waren.[2] Nach seinem Tod wurde Yeghishe Derderian zum Locum tenens gewählt.[3] Unter jordanischer Hoheit blieb jedoch das Amt des Patriarchen von Jerusalem mehr als ein Jahrzehnt lang unbesetzt: von 1949 bis 1957 und von 1958 bis 1960 – mit einer kurzen Unterbrechung, als Tiran Nersoyan zum Patriarchen von Jerusalem zwar gewählt, aber nicht geweiht wurde.
Literatur
- Bedross Der Matossian: The Armenians of Palestine 1918–48. In: Journal of Palestine Studies 1/2011