Gustav-Adolf-Jubiläumskirche (Bingerbrück)

Kirchengebäude in Bingen am Rhein, Rheinland-Pfalz From Wikipedia, the free encyclopedia

Die evangelische Gustav-Adolf-Jubiläumskirche ist ein denkmalgeschütztes,[1] im Stil der Neugotik errichtetes Kirchengebäude in Bingerbrück, einem Stadtteil von Bingen am Rhein in Rheinland-Pfalz. Die Kirchengemeinde gehört zur Gesamtkirchengemeinde Nahe an Rhein und Wißberg im Dekanat Ingelheim-Oppenheim der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Außenansicht der Gustav-Adolf-Jubiläumskirche in Bingerbrück von Westen

Geschichte

Die Gustav-Adolf-Jubiläumskirche in Bingerbrück wurde von 1894 bis 1895 mit finanzieller Unterstützung des Gustav-Adolf-Werks anlässlich dessen 50-jährigen Bestehens erbaut.[2] Am 23. Mai 1894 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt, die nach eineinhalbjähriger Bauzeit am 7. November 1895 eingeweiht werden konnte.[3]

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche schwer beschädigt. 1948 begann der Wiederaufbau.[2] Umfassende Renovierungsarbeiten fanden 1986 und 2018 statt.[3]

Baubeschreibung

Die Gustav-Adolf-Jubiläumskirche wurde als Zentralbau nach Plänen des Geheimen Regierungsbaurats Hermann Cuno im Stil der Neugotik errichtet.[2] Das Gotteshaus erhebt sich auf kreuzförmigem Grundriss und gliedert sich in ein von Nordost nach Südwest ausgerichtetes Mittelschiff sowie ein von Nordwest nach Südost ausgerichtetes Querschiff. Der Chor liegt im Südwesten, der Glockenturm mit seinem oktogonalen Spitzhelm im Nordosten. Der Dachstuhl ist nach unten offen und bietet einen Blick auf die nach schwedischem Vorbild vielfältig ausgemalte Deckenkonstruktion.[3]

Ausstattung

Innenansicht der Kirche

Von der ursprünglichen Innenausstattung der Kirche sind heute nur noch die massiven, aus Eichenholz gefertigten Sitzbänke erhalten. Die ehemalige hölzerne Kanzel und der ehemalige hölzerne Hochaltar wurden im Zuge von Renovierungsarbeiten in den 1960er-Jahren durch schlichtere, aus Stein gefertigte Exemplare ersetzt. Die ebenfalls schlichten bleiverglasten Fenster stammen aus den 1950er-Jahren. Ihre Fensterrosetten stellen verschiedene christliche Symbole dar, die verschiedene Feste im Kirchenjahr repräsentieren. An der südwestlichen Wand des Querschiffes sind zwei große Bilder angebracht, die an die Bingenbrücker Gemeindemitglieder erinnern, die während des Ersten und Zweiten Weltkriegs ums Leben kamen. Ein Bild stellt Jesus Christus als Gekreuzigten dar, das andere zeigt ihn als den Auferstandenen.[3]

Glocken

Das heutige Geläut der Kirche setzt sich aus sieben verschiedenen Glocken zusammen. Drei Glocken aus Gussstahl wurden nach Ende des Ersten Weltkriegs als Ersatz für drei Bronzeglocken angeschafft, von denen zwei zur Metallgewinnung eingeschmolzen wurden. In den 1960er-Jahren wurde das Geläut um vier weitere Glocken ergänzt.[3][4]

Weitere Informationen Nr., Glockenname ...
Nr. Glockenname Gewicht Durchmesser Schlagton Gussjahr Glockengießerei
1 Gefallenen-Gedächtnisglocke 1580 kg 1574 mm cis′ 1922 Bochumer Verein
2 Martin-Luther-Treueglocke 1090 kg 1381 mm e′ 1922 Bochumer Verein
3 Gustav-Adolf-Dankbarkeitsglocke 0720 kg 1167 mm fis′ 1922 Bochumer Verein
4 Betglocke 0440 kg 1045 mm gis′ 1963 Bochumer Verein
5 Glaubensglocke 0300 kg 0920 mm h′ 1963 Bochumer Verein
6 Liebesglocke 0220 kg 0818 mm cis′′ 1963 Bochumer Verein
7 Hoffnungsglocke 0165 kg 0743 mm dis′′ 1963 Bochumer Verein
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Orgel

Oberlinger Orgel mit 22 Registern

Die heutige Orgel der Kirche wurde von der Windesheimer Orgelbaufirma Oberlinger gebaut. Das Instrument verfügt über 22 Register auf zwei Manualen und Pedal.[3] Die Disposition lautet:[5]

I Hauptwerk C–g3
1.Holzpommer16′
2.Principal08′
3.Rohrflöte08′
4.Octave04′
5.Gedacktflöte04′
6.Superoctave02′
7.Mixtur IV113
8.Trompete08′
II Schwellwerk C–g3
9.Gedackt8′
10.Salicional8′
11.Principal4′
12.Spitzflöte4′
13.Schwiegel2′
14.Nassard223
15.Terz135
16.Scharff IV1′
17.Hautbois8′
Tremulant
Pedal C–f1
18.Subbass16′
19.Principalbass08′
20.Gedacktbass08′
21.Choralbass04′
22.Posaune16′
Commons: Gustav-Adolf-Jubiläumskirche – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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