Wikiwand AI

Gustav Hübener

deutscher Anglist From Wikipedia, the free encyclopedia

Gustav Hübener (geboren 4. Juli 1889 in Hamburg; gestorben 30. September 1940 in Kanada) war ein deutscher Anglist.

Leben

Gustav Hübener war ein Sohn des Rohgummiwarenhändlers und Versicherungsunternehmers Gustav Hübener und der Emma Hotte, er hatte eine Schwester, die den Kunsthistoriker Georg Poensgen heiratete. Er besuchte das Gymnasium in Hamburg und studierte Philologie, Anglistik, Volkswirtschaft, Geschichte, Philosophie und Psychologie in Berlin, Edinburgh, Paris und Göttingen. Er wurde 1913 in Göttingen mit einer Dissertation über John Miltons Paradise Lost promoviert. Von 1916 bis 1918 war er Soldat. Er heiratete 1917 Carmen Möring. Hübener war Privatdozent in Göttingen und Marburg und erhielt 1922 einen Ruf an die Albertus-Universität Königsberg. Von 1925 bis 1930 war er Professor an der Universität Basel und danach in Bonn.

1937 ließ er sich für eine Gastprofessur an der Mount Allison University in Kanada beurlauben, kehrte aber nicht mehr nach Deutschland zurück, sondern zog stattdessen nach New York. Die Gründe für seinen Verbleib in Nordamerika sind nicht eindeutig geklärt. Raymond Klibansky rechnet Hübener zu den Wissenschaftlern, die Deutschland aus Abneigung gegen Hitler freiwillig verließen. Andere Autoren wie Frank-Rutger Hausmann gehen demgegenüber von persönlichen Gründen (Krankheit) aus.[1]

In der „junggrammatisch“ orientierten zeitgenössischen sprachwissenschaftlichen Diskussion stießen Hübeners Arbeiten auf schroffe Ablehnung.

Schriften (Auswahl)

  • Die stilistische Spannung in Miltons „Paradise lost“. Halle a.S.: Niemeyer, 1913
  • England und die Gesittungsgrundlage der europäischen Frühgeschichte : Studien zur Englandkunde. Frankfurt a. M., Diesterweg, 1930

Literatur

  • Hübener, Gustav F., in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band II, 1. München: Saur, 1983, ISBN 3-598-10087-6, S. 545.
  • Hübener, Gustav, in: Frank-Rutger Hausmann: Anglistik und Amerikanistik im „Dritten Reich“. Frankfurt: Klostermann, 2003, ISBN 3-465-03230-6, S. 472.

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks