Gustav Siber (Bildhauer)
Schweizer Künstler
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Leben und Werk
Gustav Siber war ein Schüler von Richard Kissling. Zudem studierte er in München sowie in Paris bei Henri Chapu. Weitere Studienreisen führten ihn nach Carrara. Wieder in der Schweiz baute er auf dem väterlichen Weingut in Goldbach seine Bildhauerwerkstatt.
Siber gewann in jungen Jahren den Wettbewerb für das Telldenkmal in Altdorf. Jedoch wurde er für die Ausführung als zu jung und unbekannt befunden. Am zweiten Wettbewerb erreichte er den 4. Rang. Dieses Modell ist im Tell-Museum in Bürglen ausgestellt. 1890 erwarb die Eidgenossenschaft die Büste Edelweiss (Fierté). Wahrscheinlich stand Kisslings Tochter Modell.
1893 schuf Siber das Jonas-Furrer-Denkmal in Winterthur. 1897 nahm er mit Helvetia mit Kind am Wettbewerb für ein Wettstein-Denkmal in Basel teil; sein Beitrag erhielt den zweiten Preis. 1901 schuf er sechs Reliefs für den Palais de Justice in Lausanne. Im gleichen Jahr schuf Siber am Mythenquai 2 für die Zürich Versicherung eine riesige Statuengruppe für das Dach direkt über dem Eingang.
1910 schuf er für den Lindenhofbrunnen in Zürich die Brunnenfigur Lindenhöflerin (im Volksmund Hedwig genannt).[1] Zur 500-Jahr-Feier der Zürcher Schmiedezunft gestaltete er eine Skulptur, die einen Schmied an seinem Amboss darstellt. Sibers Schwiegervater Hans Gugolz war in dieser Zeit der Zunftpfleger der Schmiedezunft.
1913 starb Sibers Ehefrau Martha und hinterliess ihm drei Kinder im Alter von acht, sechs und drei Jahren. Wegen andauernden und heftigen Auseinandersetzungen mit seinen Schwiegereltern zog er mit seinen Kindern und Lilly Gull (1886–1942), mit der er sechs Jahre verheiratet war, nach Lugano, um ein neues Leben anzufangen. Zudem verkaufte er sein Landgut und versenkte alle seine Statuen und Modelle bei dem Schiffssteg Goldbach in den Zürichsee. In Lugano renovierte Gustav Siber Häuser.
1922 erbaute er in Goldbach «im Siller» auf einem Stück Land, das noch in seinem Besitz war, eine Villa im italienischen Stil. Dort lebte er mit seinen Kindern bis zu seinem Tod 1927.
Werke
- 1890/1892: Entwürfe für das Telldenkmal in Altdorf[2]
- 1890: Edelweiss (Fierté), Marmorbüste, Schweizerische Botschaft, Washington, D.C. (an der ersten Nationalen Kunstausstellung gezeigt)[3]
- 1890: Johannes der Täufer als Knabe (an der ersten Nationalen Kunstausstellung gezeigt)[3]
- 1893–1895: Jonas-Furrer-Denkmal, Winterthur
- 1897: Helvetia mit Kind, Modellbüste für ein nie ausgeführtes Wettstein-Denkmal in Basel[2]
- um 1898/1907: Grabmal der Familie von Adolf Grieder, Friedhof Sihlfeld, Zürich[4]
- 1901: sechs Reliefs, Carrara-Marmor, Hauptvestibül des Palais de Justice, Lausanne[2]
- 1901: Dachgruppe, Gebäude der Zurich Versicherungen, Mythenquai, Zürich[2]
- 1910: Lindenhöflerin, Bronze, Lindenhofbrunnen, Zürich[5]
- 1912: Schmied, Auftragsarbeit für die Zunft zur Schmiden, Zürich[2]
- Jonas-Furrer-Denkmal in Winterthur (1893–1895)
- Grabmal der Familie von Adolf Grieder auf dem Friedhof Sihlfeld (um 1898/1907)
- Grabskulptur für Evariste Mertens, Friedhof Enzenbühl in Zürich (um 1907)
- Brunnenfigur Lindenhöflerin auf dem Lindenhofbrunnen in Zürich (1910)
- Skulptur am Grab der Familie A. Canonica, Monumentalfriedhof Lugano
Literatur
- Elizabeth Siber: Mein Grossvater Gustav Siber, Bildhauer. In: Küsnachter Jahrheft. 2016, S. 6–17 (PDF).
Weblinks
- Gustav Siber. In: Sikart
- Siber, Gustav in der bibliografischen Datenbank WorldCat